Susanne Eschbach

Der Hamburger Schuhhändler Görtz hat seine Bad Säckinger Filiale in den Beck Arkaden im Zuge des Insolvenzverfahrens des Unternehmens Ende November komplett geschlossen. In den vergangenen Wochen sei es ein ständiges Hin und Her gewesen, berichtet Silvia Beck. „Immer wieder war der Laden mal geöffnet, dann doch wieder geschlossen.“ Nun seien die Mitarbeiter aus Bad Säckingen alle in die Filiale in Singen abgezogen worden.

Insolvent seit September

Bereits im September dieses Jahres hat der Schuhhändler Insolvenz angemeldet. Damals hieß es allerdings noch, dass der Geschäftsbetrieb sowohl in den 160 Filialen mit insgesamt 1800 Mitarbeitern als auch in der Zentrale in Hamburg in der Zentrale uneingeschränkt weiterlaufe.

Schuhaus Görtz und Beck Arkaden

Als Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nannte das Unternehmen die massiven Umsatzeinbrüche während der Corona-Pandemie. Aber auch die Verunsicherung der Kunden im Zuge der gestiegenen Energiekosten und der Inflation seien verantwortlich. Inzwischen befindet sich das Unternehmen in einem gerichtlichen Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung.

Wie geht es nun weiter?

Bis November hat die Bundesagentur für Arbeit die Löhne der Mitarbeiter über das Insolvenzgeld bezahlt. Doch seit Dezember muss der Hamburger Schuhhändler die Löhne wieder selbst bezahlen. „Das hat offensichtlich dazu geführt, dass man sich jetzt doch für die Schließung einiger Filialen entschlossen hat“, mutmaßt Silvia Beck.

Noch hat die Firma Görtz die 1700 Quadratmeter große Filiale im zweiten Obergeschoss der Beck Arkaden nicht geräumt. „Es steht noch alles drin“, weiß die Inhaberin. Doch geht Silvia Beck davon aus, dass die Sachen bald abgeholt und die Räume frei werden. „Wir können ja erst wieder vermieten, wenn das Geschäft geräumt ist“, erklärt Silvia Beck weiter. Inzwischen ist der Ladenraum wieder auf dem öffentlichen Markt ausgeschrieben.

Es gibt bereits Interessenten für die Ladenfläche

„Und es gibt bereits Interessenten“, verrät die Inhaberin der Beck-Arkaden. Vermietet werden die Räume nur an Unternehmen „mit Hintergrund“, wie es Silvia Beck beschreibt. „Es sollte auf jeden Fall ein Konzept vorhanden sein und es sollte ein Unternehmen sein, das in schwierigen Zeiten auch mal zwei oder drei Monate übersteht“, erklärt sie.

2016 erst hat der Schuhhändler Görtz die Bad Säckinger Filiale in den Beck Arkaden eröffnet. Zu dieser Zeit waren dort zehn Mitarbeiter angestellt. Der Bestand an Schuhen für Damen, Herren und Kinder, wurde damals mit 16.000 Paaren beziffert.

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