Die Zeit des Aufbaus ist bei der beendet, jetzt sind die Weichen auf Expansion gestellt: Was bisher als Bürgerenergie-Genossenschaft Bad Säckingen firmierte und sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat, soll nun als Bürgerenergie Südschwarzwald auch über die Stadtgrenzen hinaus im großen Stil neue Photovoltaik-Anlagen realisieren dürfen.

Der Genossenschaftsgedanke bleibt dabei erhalten, jedoch dürfen nun auch Menschen Mitglied werden, die nicht in Bad Säckingen leben. So lauten die wesentlichen Beschlüsse, die die Mitglieder der Bürgerenergie in Form eines schriftlichen Beschlussverfahrens auf den Weg gebracht haben. 73,4 Prozent der 227 Mitglieder haben sich daran beteiligt.

„Mit dem neuen Namen der Genossenschaft und der Öffnung für Mitglieder aus der Region soll die Regionalität zum Ausdruck gebracht werden“, schildert Werner Thomann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Rhein-Wehra und Aufsichtsratsvorsitzender der Bürgerenergie, die Entscheidung. Und damit soll auch die Erfolgsgeschichte der Genossenschaft fortgeschrieben werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Denn tatsächlich haben sich jüngst durch die räumliche Limitierung gewisse Probleme ergeben, wie Thomann und Bürgermeister Alexander Guhl, zugleich Vorstandssprecher der Bürgerenergie, darstellten: „In Bad Säckingen wurden inzwischen alle verfügbaren kommunalen Dachflächen mit Photovoltaik zugebaut.“ Wolle man auch weiterhin ein zumindest konstantes Rendite-Level für die Mitglieder halten, führe kein Weg daran vorbei, auch andernorts auf die Suche nach Flächen für neue Anlagen suchen zu gehen, so Thomann.

Auch ein erstes sichtbares Zeichen der Regionalisierung der Genossenschaft gibt es bereits: Im Lauchringer Riedpark wurden zwei große Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Weitere ähnliche Projekte in der ganzen Region seien in Planung, wie Johannes Jekal, Leiter Asset-Management und Technischer Netzvertrieb der Stadtwerke Bad Säckingen, erklärt. Und: „Wir haben auch zahlreiche Mitgliedsanträge von Leuten zwischen Weil am Rhein und Lauchringen erhalten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Zwar ist die EEG-Umlage längst nicht mehr so hoch wie noch vor einigen Jahren, räumte Guhl ein. Allerdings seien zwischenzeitlich auch die Preise für die PV-Anlagen massiv gesunken, sodass sich hier durchaus attraktive Renditen – im Durschnitt zwei Prozent – erzielen ließen. Dies sei, abgesehen von den Klimaschutzaspekten, die dem Ganzen zugrunde liegen, natürlich ein schöner Anreiz, so Guhl. Und aus diesem Grund habe sich die Genossenschaft auch von anderen Technologien wie der Windenergie inzwischen vollständig verabschiedet.