Die Rudolf-Graber-Schule zeichnet sich durch große Vielfalt an Schülerpersönlichkeiten und Lehrkräften aus. Die Leiterin Karin Gassenmeier, die nun in ihr Amt eingeführt wurde, möchte den Schülern gesellschaftliche Teilhabe und einen guten Start ins Leben ermöglichen.

Die 42-jährige ist ausgebildete Sonderschullehrerin. Sie stammt von der Insel Reichenau, machte in Konstanz Abitur und studierte von 1998 bis 2002 an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg. Das erste Jahr führte sie nach Furtwangen, dann wechselte sie zum Förderzentrum Hochschwarzwald in Neustadt. Von 2004 bis 2014 arbeitete sie an der Helen-Keller-Schule für geistig und körperlich behinderte Kinder in Maulburg. Die Arbeit gefiel ihr, aber weil sie in Bad Säckingen wohnte, bewarb sie sich an der Rudolf-Graber-Schule. Dort wurde sie eingesetzt als Inklusions- und Klassenlehrerin, im Sonderpädagogischen Dienst und übernahm die Leitung der sonderpädagogischen Beratungsstelle für Frühförderung. Nach dem Ausschieden ihres Vorgängers Steffen Huber übernahm sie Leitungsfunktionen. Im Mai bewarb sie sich um die Stelle als Leiterin.

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Bei Bildungsreformen ist von „Inklusion“ die Rede. Dies bedeutet nicht, dass Förderinstitutionen wie die Rudolf-Graber-Schule überflüssig werden. Eltern müssen überprüfen lassen, ob bei ihrem Kind ein Bedarf für Sonderpädagogik vorliegt. Wenn der Antrag bewilligt ist, haben sie die Wahl, ob sie das Kind als Inklusionsschüler in eine Regelschulklasse oder in die Rudolf-Graber-Schule schicken. „Ich sehe, dass sich viele Eltern für unsere Schule entscheiden, und es ist gut, dass sie die freie Wahl haben“, so die Leiterin.

Im Haus werden 89 Schüler mit einem sonderpädagogischen Bildungsangebot unterrichtet. Ein großer Teil kommt aus Bad Säckingen, weitere aus Wehr, Laufenburg, Murg, Herrischried, Rickenbach und Todtmoos. Außerdem gibt es 30 bis 40 Inklusionsschüler, die Regelklassen der Zelgschule Wehr, der Gemeinschaftsschule Herrischried sowie der Anton-Leo-Schule besuchen. Lehrer der Rudolf-Graber-Schule gehen in den Unterricht und unterstützen mit sonderpädagogischem Fachwissen. An der Rudolf-Graber-Schule ist auch der Sonderpädagogische Dienst, der Eltern berät, wenn Kinder in allgemeinbildenden Schulen Probleme haben.

17 Lehrkräfte arbeiten an der Förderschule, sieben haben eine Fachausbildung in Sonderpädagogik. Hinzu kommen Fachlehrer, etwa für Technik oder Kunst, Erzieher, Sozialpädagogen, Krankenpfleger, Schreiner und eine FSJ-Kraft. „Diese Vielfalt ist eine große Bereicherung“, sagt Gassenmeier: Gerade Lehrer mit Handwerksberufen könnten die älteren Schüler gut auf dem Weg ins Berufsleben begleiten. Es gibt eine Berufseinstiegsberaterin, eine Schulsozialarbeiterin und eine Lehrerin der Jugendmusikschule macht einmal pro Woche mit den Viertklässlern Musik. Diese Partnerschaften zu pflegen und, wenn möglich, neue aufzubauen, wäre der große Wunsch der neuen Leiterin.

Ebenso hofft sie, dass sich ein Bewerber für die ausgeschriebene Teilzeitstelle als Erzieher meldet. Dann könnte sie die Nachmittagsbetreuung ausbauen. „Wir sehen unsere Schüler an 190 Tagen im Jahr, und meist nur vormittags – das ist zu wenig, dabei wäre eine Nachmittagsbetreuung bis 16.15 Uhr an vier Tagen pro Woche so wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung.“