Auf dem Münsterplatz steht seit einiger Zeit ein Baugerüst, es verdeckt die Fassade des Hauses Nummer 24 in dem sich im Erdgeschoss der Fuchs-Laden von Barbara und Michael Adler befindet. Der Grund für die Verhüllung ist die Restaurierung der bemalten Fassade des am Ende des 16. Jahrhunderts erbauten Gebäudes, das sich ganz schmal zwischen die angrenzenden Bauten drängt.

Mit Gerüst: Die Fassade des Hauses Münsterplatz 24 von Barbara und Michael Adler wird gerade aufwendig restauriert.
Mit Gerüst: Die Fassade des Hauses Münsterplatz 24 von Barbara und Michael Adler wird gerade aufwendig restauriert. | Bild: Peter Koch

Barbara Adler erzählt, dass sie das Haus 1979 von ihren Eltern übernommen habe. Nachdem sie und ihr Mann zunächst 1984 und zuletzt noch einmal 2002 Umbauten und Renovierungen im Innenbereich vorgenommen hätten, sei ihnen zunehmend aufgefallen, dass die Fassade in den Jahren gelitten hatte. Nur, die aufwendig bemalte Fassade ist nicht einfach zu sanieren.

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Es handelt sich um Ölmalerei aus dem Jahr 1902. Ölfarbe auf Außenwänden ist sehr selten und es bedarf speziellen Wissens und Könnens, um dies fachgerecht auszuführen. Mit der Firma Eberhard Grether aus Freiburg hätten sie einen Restaurator mit der entsprechenden Expertise und Erfahrung gefunden. Seit 20. April wird nun an der Fassade gearbeitet.

Mit Fuchs: Auch der Fuchs, der dem Laden und dem Restaurant auf der Rückseite des Gebäudes seinen Namen gibt, erstrahlt nach Restaurierung in neuem Glanz.
Mit Fuchs: Auch der Fuchs, der dem Laden und dem Restaurant auf der Rückseite des Gebäudes seinen Namen gibt, erstrahlt nach Restaurierung in neuem Glanz. | Bild: Peter Koch

Rosalie Krohm, die Fassade vor Ort mit ihrem Kollegen Armin Metz restauriert, erklärt, dass das Alter der Malerei aus den vom Künstler eingebrachten römischen Jahreszahlen hervorgehe. Außerdem sei die, an die Renaissance angelehnte Malerei mit Elementen des Barock Anfang des 20. Jahrhunderts beliebt gewesen. Es sei allerdings nicht klar, ob sich darunter noch ältere Malerei befinde, schließlich sei das Gebäude rund 300 Jahre älter als die aktuelle Fassade.

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Krohm führt die Schäden an der Fassade darauf zurück, dass die verwendete Ölfarbe durch die Witterungseinflüsse Spannungsrisse bekommen habe, in die dann Regenwasser eingedrungen sei. Dies habe dazu geführt, dass sich unzählige, kleine und kleinste Fassadenelemente wie Schuppen von der Wand gelöst und abgestanden hätten. Einige Stellen seien auch komplett herausgebrochen.

Mit Pinsel: Restaurator Armin Metz bei der Retusche.
Mit Pinsel: Restaurator Armin Metz bei der Retusche. | Bild: Peter Koch

Zunächst, erläutert Armin Metz das Vorgehen der Restauratoren, hätten sie diese gelösten Elemente mit dem Heizspachtel und einem Spezialkleber glätten und festigen müssen. Anschließend wurden die Fehlstellen ausgekittet und grundiert. Erst dann konnten sie die Ausretuschierung, also die eigentlichen Malarbeiten, beginnen. Eine spezielle Künstleracrylfarbe werde nun für die Retusche verwendet. Diese habe den Vorteil, dass sie elastischer ist als Ölfarbe und daher den Spannungen durch Wärme und Kälte besser standhalte.

Arbeiten vor Abschluss

Das Baugerüst teilt die Fassade in vier Arbeitsebenen, zwei Wochen hat das Team für jede Ebene kalkuliert. Dieser Zeitansatz habe sich als korrekte Einschätzung erwiesen. So kann die Arbeit Ende dieser Woche abgeschlossen werden. Wenn dann das Gerüst entfernt wurde, ist die restaurierte Fassade des Gebäudes wieder für alle sichtbar.

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