Die Luca-App als Chance für ein halbwegs normales Leben – Bad Säckingens Bürgermeister Alexander Guhl ist überzeugt davon: „Die Luca-App ist genial, weil die Kontaktpersonen eines positiv Getesteten viel schneller benachrichtigt werden und dadurch viel schneller handeln kann.“ Die Luca-App ist ein digitales Kontakttagebuch und soll die Gesundheitsämter entlasten. Mit der App können Infektionsketten schnell lückenlos verfolgt und gebrochen werden.

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Seit zwei Wochen ist das Gesundheitsamt Waldshut Nutzer der Luca-App und alle Postleitzahlen des Kreises sind jetzt freigeschaltet. „Je mehr Bürger diese App nutzen, umso besser, denn so etwas kann uns weiterbringen“, plädiert der Bürgermeister. „Wir müssen endlich weg von diesen starren Werten, die über die Schließung und die Öffnung der Geschäfte und der Gastronomie entscheiden“, sagt Guhl.

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Egal ob in den Geschäften oder in der Gastronomie, künftig müssen dort, wo Menschen zusammenkommen, keine Zettel mit den persönlichen Daten mehr ausgefüllt werden. Mit einem QR-Code werden die Kontaktdaten vom Betreiber datenschutzkonform erfasst und der Besuch ist dokumentiert. Der Betreiber selbst kann die Daten nicht auslesen. Erst nach der Freigabe einer Tan durch die positiv getestete Person, kann das Gesundheitsamt die Daten abfragen.

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Beim Gesundheitsamt selbst werden die Daten in ein Kontaktpersonen-Nachverfolgungsprogramm übernommen, wodurch sich der Mitarbeiter des Gesundheitsamts schnell mit den Personen in Verbindung setzen kann, die Kontakt mit dem positiv Getesteten hatten. Vorausgesetzt, dass diese kostenlose Anwendung auf das Smartphone heruntergeladen wird. „Dieser Weg spart jede Menge Zeit“, so Guhl weiter. „Und ist für jeden super anwendbar.“ Denn die Zettel mit den Kontaktdaten müssten nicht erst gesammelt und umständlich zur Post gebracht werden. Ein Vorgang, der bisher viel wichtige Zeit ungenutzt verstreichen ließ.

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Für den Bürgermeister ist die hoffentlich reichliche Nutzung der Anwendung durch die Bevölkerung und Geschäftsleute auch eine Chance, dass es im Hinblick auf den Antrag unter anderem der Stadt Bad Säckingen als Landes-Modellregion für Corona-Forschung grünes Licht aus Stuttgart geben wird. Vor allem auch in Verbindung mit den kostenlosen Corona-Schnelltests, die in der Kernstadt und in den Ortsteilen angeboten werden. „Dabei geht es nicht nur allein um die Wirtschaft, die am Boden ist“, so Guhl. Auch die Probleme älterer Menschen, die allein leben und derzeit keine sozialen Kontakte haben, sollten nach Guhls Meinung nicht vernachlässigt werden. „Die Gesellschaft verkümmert langsam“, so der Bürgermeister.

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Die Vorsitzende Elisabeth Vogt von Pro Bad Säckingen sagt: „Ich glaube nicht, dass wir an dieser App vorbeikommen.“ Am Donnerstag, 22. April, haben die Mitglieder des Stadtmarketingvereins die Möglichkeit, ihre Fragen zur App in einem Webinar zu stellen. „Aber auch wer Fragen hat aus der Bevölkerung hat oder Hilfestellung benötigt, kann sich an Pro Bad Säckingen wenden“, sagt Vogt.

Irene Schwarz, Inhaberin Butz Hobby & Kreatividee: „Ich finde die Luca-App sehr gut. Die digitale Erfassung erspart uns Händlern viel Papierkram, erleichtert den Kunden den Einlass und bietet mehr Datenschutz sowie Diskretion.“
Irene Schwarz, Inhaberin Butz Hobby & Kreatividee: „Ich finde die Luca-App sehr gut. Die digitale Erfassung erspart uns Händlern viel Papierkram, erleichtert den Kunden den Einlass und bietet mehr Datenschutz sowie Diskretion.“ | Bild: Verena Wehrle

Der Bad Säckinger Einzelhandel nutzt die Luca-App bereits. Zum Beispiel Irene Schwarz, die Inhaberin von Butz Hobby & Kreatividee. Sie sagt: „Ich finde die Luca-App sehr gut. Die digitale Erfassung erspart uns Händlern viel Papierkram, erleichtert den Kunden den Einlass und bietet mehr Datenschutz sowie Diskretion.“

Niels Bosley, Inhaber der Sapia Hotels St. Fridolin und Rheinsberg: „Wir sehen, gemessen an den Informationen, die von den Gästen in ähnlichem Umfang freiwillig über die sozialen Netze geteilt werden, hier den Nutzen deutlich im Vordergrund.“
Niels Bosley, Inhaber der Sapia Hotels St. Fridolin und Rheinsberg: „Wir sehen, gemessen an den Informationen, die von den Gästen in ähnlichem Umfang freiwillig über die sozialen Netze geteilt werden, hier den Nutzen deutlich im Vordergrund.“ | Bild: Susanne Eschbach

Welche Wichtigkeit die Nutzung der Luca-App für die Gastronomie hat, macht Niels Bosley, stellvertretender Vorsitzender von Pro Bad Säckingen und Inhaber der „Sapia“-Hotels deutlich. Neben den beiden Hotels „St. Fridolin“ und „Rheinsberg“ wird die App für die Golfwelt genutzt. „Der direkte Austausch mit dem Gesundheitsamt hilft aus unserer Sicht, mögliche Infektionsketten leichter nachzuvollziehen“, sagt Bosley. „Mit solchen Maßnahmen steht einer schnellen Öffnung der Hotellerie, Gastronomie, Freizeiteinrichtungen und Einzelhandel unter Einhaltung der Hygienerichtlinien aus unserer Sicht nichts entgegen.“ Es sei sicherer, die Angebote in den Hotels und in der Golfwelt zu nutzen als in einem Supermarkt einzukaufen. „Wo aus unserer Sicht unverständlich und fahrlässig keine Kontrolle der Infektionsketten erfolgt“, sagt er.

Datenschutz

Das Ehepaar Bosley hat sich Gedanken über die Datensicherheit gemacht. „Wir sehen, gemessen an den Informationen, die von den Gästen in ähnlichem Umfang freiwillig über die sozialen Netze geteilt werden, hier den Nutzen deutlich im Vordergrund.“ Bosley fügt hinzu: „Statt über Notbremsen zu diskutieren, sollte unsere Regierung Werkzeuge entwickeln, wie unsere Bürger das öffentliche Leben wieder sicher wahrnehmen können. Die Luca-App ist sicher ein Baustein.“

Hoteldirektor Christian Herzog (links), Inhaber des Ringhotels „Goldener Knopf“, sagt: „Die App ist noch nicht bekannt genug und die meisten Gäste lehnen sie ab, weil sie ja trotzdem mit Maske herumlaufen und die Hygieneregeln einhalten müssten.“
Hoteldirektor Christian Herzog (links), Inhaber des Ringhotels „Goldener Knopf“, sagt: „Die App ist noch nicht bekannt genug und die meisten Gäste lehnen sie ab, weil sie ja trotzdem mit Maske herumlaufen und die Hygieneregeln einhalten müssten.“ | Bild: Kanele, Susanne

Auch Christian Herzog, Inhaber des Ringhotels „Goldener Knopf“, nutzt die App seit vergangener Woche. Die Mitarbeiter sind dazu angehalten, die App beim Betreten des Hotels zu scannen. Seine Gäste nutzen die App kaum. „Die App ist noch nicht bekannt genug und die meisten Gäste lehnen sie ab, weil sie ja trotzdem mit Maske herumlaufen und die Hygieneregeln einhalten müssten.“ Herzog macht dafür auch die negative Berichte über den nicht vollständigen Datenschutz verantwortlich. Bürgermeister Guhl sagt: „Jede technische Neuheit hat ihre Tücken. Selbst eine EC-Karte kann inzwischen ohne großen Aufwand decodiert werden.“

Jürgen Albiez, Mitglied von Pro Bad Säckingen und Leiter des Awo-Sozialkaufhauses, sagt: „Ich finde es Klasse und vorbildlich, wie die Stadt Bad Säckingen vorgeht. Erst die umfangreichen Testungen in der Kernstadt und in den Ortsteilen und jetzt die Luca-App. Diese App muss genutzt werden.“
Jürgen Albiez, Mitglied von Pro Bad Säckingen und Leiter des Awo-Sozialkaufhauses, sagt: „Ich finde es Klasse und vorbildlich, wie die Stadt Bad Säckingen vorgeht. Erst die umfangreichen Testungen in der Kernstadt und in den Ortsteilen und jetzt die Luca-App. Diese App muss genutzt werden.“ | Bild: Michael Gottstein

Die sichere Nutzung der Luca-App

  • Was müssen die Geschäftsbetreibenden beachten? Jeder, der sich bei der Luca-App registriert – egal ob als Geschäftsbetreiber oder Privatperson – bekommt einen QR-Code zugewiesen. Dieser sollte keinesfalls öffentlich zugänglich gemacht werden, wie Jürgen Albiez, Mitglied des Stadtmarketingvereins Pro Bad Säckingen, erläutert: „Es ist wichtig, dass dieser Code nicht in den sozialen Netzwerken geteilt oder von außen sichtbar ins Schaufenster gehängt wird.“ Albiez empfiehlt den Händlern, den QR-Code an der Ladentheke anzubringen, sodass er für die Kunden erst sichtbar wird, wenn sie sich wirklich in den Geschäftsräumen befinden. Ansonsten drohe Missbrauch: Ist ein QR-Code beispielsweise auf Facebook zugänglich, können sich Nutzer darüber in einer Lokalität einscannen, obwohl sie sich eigentlich ganz woanders befinden.
  • Wer scannt wen ein? Hier gibt es drei Möglichkeiten. Erstens: Die Geschäftsbetreiber scannen den QR-Code ihrer Kunden. Zweitens: Die Kunden scannen sich selbst über den QR-Code des jeweiligen Geschäfts ein. Drittens: Händler oder Gastronomen nehmen die Daten ihrer Kunden manuell auf, falls diese die Luca-App nicht nutzen.
  • Können Geschäftsbetreiber mehrere Apps für die Kontaktaufnahme und -verfolgung benutzen? Ja. Die Mitglieder von Pro Bad Säckingen sprachen sich bei ihrem jüngsten Treffen zwar für eine einheitliche Nutzung der Luca-App aus. Allerdings schließt diese Empfehlung andere Apps nicht aus.
  • Funktioniert die Luca-App per Bluetooth? Nein. Anders als beispielsweise die Corona-Warn-App des Bundes erfordert die Luca-App keine Bluetooth-Aktivität.