Elf Klassen der Gewerbeschule sind am Montagmorgen verabschiedet worden. Aus den vier einjährigen Berufsfachschulen traten 52 zur Prüfung an. Das Handwerk ist bei jungen Frauen beliebt, alle sieben Preise gingen an den weiblichen Nachwuchs. Schulleiter Raphael Schopp übernahm als Wertschätzung für die Schülerschaft die Lob- und Preisvergabe. „Ein sehr leistungsstarkes Jahr“, bleibt der Schulleitung in Erinnerung. Die Zeugnisse sind später in einer letzten Klassenlehrerstunde verteilt worden.

Worte zu den Regeln

Das Regiment an einer Gewerbeschule zu führen, macht konsequentes Handeln nötig. Schopp musste noch kurz vor der Zeugnisübergabe einigen Schülern klarmachen, wie die Regeln sind. „Bücher nicht abgegeben, somit kein Zeugnis“, Schopp stärkt seinem Kollegium geradlinig den Rücken, als da kurz vor der Feier noch mit allerlei Ausreden versucht wurde, sich um die bekannten Pflichten rumzumogeln. Bei knapp 600 Schülern an der Gewerbeschule Alltagsgeschäft. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen der elf Vollzeitklassen haben dennoch zu über 90 Prozent einen klaren Entwicklungsschub gemacht, waren die Signale aus der Lehrerschaft. Das zeigt sich derzeit an den vielen neuen Ausbildungsverträgen in der Region.

Schulleiter Raphael Schopp (rechts) hat zum Abschlussfoto der sieben Klassen für Vorqualifizierung und Ausbildungsvorbereitung an der Gewerbeschule Bad Säckingen gebeten. 86 Schülerinnen und Schüler gehen zum Teil mit einem Hauptschulabschluss von der Schule, andere starten in Ausbildungen oder belegen eine Berufsfachschule.
Schulleiter Raphael Schopp (rechts) hat zum Abschlussfoto der sieben Klassen für Vorqualifizierung und Ausbildungsvorbereitung an der Gewerbeschule Bad Säckingen gebeten. 86 Schülerinnen und Schüler gehen zum Teil mit einem Hauptschulabschluss von der Schule, andere starten in Ausbildungen oder belegen eine Berufsfachschule. | Bild: Gerd Leutenecker

Die Absolventen der jeweiligen Berufsfachschule Holztechnik, Farbtechnik, Metalltechnik und aus dem Bereich Körperpflege starten zum Teil mit ihren schulischen Ergebnissen nun in das zweite Jahr eines neuen Ausbildungsverhältnisses. Andere haben in den Bereichen der Ausbildungsvorbereitung und eines Vorqualifizierungsjahrs ihren Hauptschulabschluss gemacht oder vereinzelt in der zweiten Runde auch verbesserte. „Das sind Angebote, das sind Schritte in ihre berufliche Zukunft, die sie genutzt haben“, Schopp vergisst neben dem Tadel nie das Loben.

Ein wesentlicher Bestandteil an der Gewerbeschule ist derzeit die Vorqualifizierung für Menschen ohne Deutschkenntnisse. Mit der Berufsschulpflicht haben 47 Schülerinnen und Schüler Chancen erhalten, hier Fuß zu fassen. Auffallend viele kommen aus Italien, den Balkanstaaten und dem osteuropäischen Raum. Die türkisch- oder arabischstämmigen jungen Menschen sind eher eine Minderheit. Ganz wenige haben eine Farsi-Muttersprache aus Afghanistan oder dem Iran. Der Schulalltag an der Gewerbeschule ist bunter geworden, gleichzeitig für das Kollegium auch deutlich anspruchsvoller. Da haben einige in einem Jahr ein besseres Deutsch gelernt, die aus dem Ausland gekommen sind, als einige, die ihre komplette Schulzeit in Deutschland verbracht hatten. Die Schulpflicht besteht ausnahmslos, und viele haben die vorbildliche Möglichkeit genutzt, Fuß im Arbeitsleben zu fassen.