Die Microsoft-Betrüger sind weiter auf der Suche nach neuen Opfern. Nachdem der Bad Säckinger Werner Trautwein um 2500 Euro geprellt worden ist, wurde jetzt auch bei Karin Sibold aus Harpolingen ein Versuch gestartet. Doch die Betrüger haben die Rechnung ohne die pfiffige Rentnerin gemacht: „Ich habe einfach aufgelegt“, sagt sie.

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Am Samstag vergangener Woche erhielt Karin Sibold einen Anruf. „Ein Mann mit einem Akzent, den ich nicht erkennen konnte, hat sich gemeldet und sich als Mitarbeiter der Firma Microsoft ausgegeben“, erzählt sie. Sofort hat Karin Sibold den Hörer wieder aufgelegt. Nur kurze Zeit später folgte ein weiterer Anruf. „Diesmal war es eine Frau, die sich ebenfalls als Mitarbeiterin der Firma Microsoft vorgestellt hatte.“ Wieder legte die Harpolingerin den Hörer auf. Dann war sie sich sicher: „Ich wusste, das müssen Betrüger sein.“

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Sie selbst oder ihr Ehemann haben keinen Computer. Doch im Haus der Eheleute wohnt auch ein Sohn mit seiner Familie. „Ich bin gleich hoch und habe meinen Sohn gefragt, ob er vielleicht ein Problem mit seinem Computer habe“, erzählt sie weiter. Doch das war nicht der Fall.

Man kann niemandem mehr trauen

„Ich finde es eine Frechheit, wie diese Betrüger alte Menschen abzocken und um ihre Ersparnisse bringen wollen“, ärgert sie sich jetzt. Obwohl sie zum Glück kein Geld verloren hat, ist es ihr wichtig, andere Menschen zu warnen. „Leider kann man ja niemandem mehr trauen“, bedauert sie. Sie selbst horcht immer auf, wenn ihr am Telefon irgendwelche Gewinne versprochen werden. „Ich hätte schon fünf tolle Autos im Hof stehen und viel Geld gewonnen“, sagt sie. Doch ist sie nie darauf eingegangen, wenn irgendwelche Daten von ihr am Telefon verlangt worden sind. Ihre einzig richtige Reaktion: „Ich habe sofort aufgelegt.“

Kurze Telefonnummern im Visier

Karin Sibold glaubt, dass die Betrüger nicht nur nach alten Namen suchen, sondern sich ihre Opfer nach der Länge der Telefonnummern auswählen. „Alte Haushalte haben vierstellige Telefonnummern“, weiß die Rentnerin. Die Telefonnummern aus jüngeren Haushalten sind inzwischen sechs- oder siebenstellig. Karin Sibold hofft, das sie mit ihrer Warnung recht viele Menschen erreicht. „Es kann nicht sein, dass die älteren Menschen mit schmaler Rente auch noch ihr Geld verlieren“, ist sie empört