Es sieht ziemlich wüst aus. Und irgendwie unnütz. Ein halbkreisförmiges, leeres Becken an einer gefliesten Wand, darüber ein Flachdach, steht exponiert im Bad Säckinger Badmattenpark. Die Frage, was das hier eigentlich sein soll, ist durchaus berechtigt. Denn diese Konstruktion will so gar nicht in das Gesamtbild des ansonsten grünen und freundlichen Parks passen.

Das könnte Sie auch interessieren

In diesen heißen Tagen wirkt der Platz noch befremdlicher, als sowie schon: trocken und unlebendig. Unter dem bisschen Schatten, der das Flachdach abwirft, haben sich fünf Jugendliche versammelt. Allerdings nicht, weil es ihnen dort so gut gefällt, sondern weil es ihnen eben nicht gefällt. Sie haben eine Mission: „Wir wollen diesen Ort verschönern.“ Und das nicht alleine, sondern zusammen mit motivierten und kreativen Gleichaltrigen. Ihr Ziel: „Es soll ein Projekt von Jugendlichen für Jugendliche sein.“

Idee entstand vor einem Jahr

Angefangen hat alles im vergangenen Jahr. Damals waren Anna-Lena Weber, Blert Dermaku, Sebastian Henkes, Fabiola Pasternack und Luisa Müllhaupt – die jetzt mit einer Mischung aus Abscheu und Visionsgeist im Badmattenpark stehen – Teil einer Fotoausstellung, die vom Jugendparlament organisiert worden war. Unter dem Motto „Ein lebenswerter Ort?“ widmeten sich die gezeigten Fotos Plätzen, die für die Jugend in Bad Säckingen eine Bedeutung haben. Einer davon ist der Badmattenpark.

Das könnte Sie auch interessieren

„Wir sind hier an einem beliebten Treffpunkt. Ich laufe hier selbst oft vorbei und es sieht seit Jahren so aus“, sagt Blert Dermaku und deutet auf das Becken, das immer mal wieder ein Gurgeln von sich gibt, aber schon lange kein sprudelndes Wasser mehr. Während der Vernissage, wo die Hässlichkeit des versiegten Brunnens prominent ausgestellt war, haben die Jugendlichen beschlossen das Ganze selbst in die Hand zu nehmen. „Zuerst ging es uns nur um die Optik“, erinnert sich Sebastian Henkes, „mittlerweile ist die Idee gereift. Wir würden gerne das Wasser wieder laufen lassen, Mülleimer und Aschenbecher aufstellen.“

Kontakt mit dem Bauamt haben die Teenager bereits aufgenommen. „Wenn es dann um die konkrete Planung geht, werden wir das auch zusammen mit dem Bauamt machen. Schließlich müssen unsere Vorstellungen auch umsetzbar sein“, erklären die fünf. Bevor das passiert, braucht es aber Ideen für die Gestaltung. Und an dieser Stelle sind alle Jugendlichen gefragt, denen dieser Ort im Badmattenpark ebenso am Herzen liegt. „Es soll nicht einfach nur weiß gestrichen werden. Es sollen möglichst viele Jugendliche mit vielen Ideen mitmachen“, erläutern Blert Dermaku und Fabiola Pasternack das Vorhaben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mit ihrer Aktion hoffen die engagierten Jugendlichen einen schönen Ort zu schaffen, der wert geschätzt wird. Denn die Problematik des Badmattenparks in Bad Säckingen ist ihnen wohl bewusst. Immer wieder gibt es Beschwerden von Anwohnern: Feiernde Gruppen sind zu laut oder lassen ihren Müll liegen. „Wir wollen den jungen Leuten die Möglichkeiten geben sich selbst zu beteiligen“, betont Blert Dermaku. Er und seine Mitstreiter sehen darin eine wichtige Chance, wie Sebastian Henkes deutlich macht: „Wenn Jugendliche etwas selbst gemacht haben, haben sie auch mehr Respekt davor.“