Das Fest der eisernen Hochzeit, 65 Jahre verheiratet, können am heutigen Samstag Franziska und Günter Jahn feiern. Seit 1967 wohnt das Jubelpaar in Bad Säckingen im Eigenheim in den Lindenmatten 19, wo es ihnen recht gut gefällt.

Durch hilfsbereite Nachbarn wird auch die Coronazeit gut gemeistert. Nicht nur im Geschäftsleben, wo Günter Jahn bei der Brennet AG als Direktor und Vorstandsmitglied eine berufliche Größe war, sondern auch im Skisport war er vielfältig aktiv. So wurde er 2006, als er bereits 80 Jahre alt war, im Skilanglauf in der Gruppe der Senioren, Vizeweltmeister.

Dass bei all den sportlichen Aktivitäten stets seine Frau mit von der Partie war, war geradezu selbstverständlich. Das Jubelpaar lernte sich in England kennen, wo Franziska Jahn als Au-pair-Mädchen arbeitete und Günter Jahn in englischer Gefangenschaft war und dann auf einer Farm arbeitete.

In Eschweiler im Kreis Aachen kam Franziska Jahn 1928 auf die Welt. Die Kriegsjahre waren nicht einfach. So musste sie schon als 16-Jährige Hilfsdienste bei Bombeneinsätzen leisten und 1946 starb ihre Mutter. 1949 machte sie das Abitur. Nach dem Englandaufenthalt ging es wieder nach Deutschland. Hier machte sie das Studium für den Lehrerberuf und erhielt dann in Viersen eine Anstellung.

Günter Jahn kam 1925 in Wiesbaden auf die Welt. Im Krieg wurde er eingezogen und kam bei Kriegsende in englische Gefangenschaft. 1951 kam er wieder nach Deutschland und machte in Euskirchen eine Kaufmannslehre. In Viersen, wo auch seine spätere Frau als Lehrerin ihre erste Anstellung hatte, arbeitete er später als Exportkaufmann und wechselte dann nach Frankreich in eine international tätige Firma.

1955 wurde standesamtlich geheiratet, weil es damals nur als Verheiratete möglich war, eine Wohnung zu bekommen. Ein Jahr später wurde das Paar kirchlich getraut. 1966 wechselte Günter Jahn dann zur Brennet AG und Franziska Jahn bekam eine Lehrerstelle an der Zelgschule in Wehr und bald danach in Öflingen, wo sie bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 1988 tätig war.

Für Günter Jahn war die Arbeit in der Brennet AG eine große Herausforderung, die sein ganzes Können in Anspruch nahm. 1968 wurde er Prokurist, sechs Jahre später zum Direktor ernannt und 1978 Vorstandsmitglied. Zu den besonderen beruflichen Freuden des Jubilars gehörte, dass unter seiner Führung das Exportgeschäft von 6,5 Prozent im Jahre 1966 auf 60 Prozent im Jahre 1988 gesteigert werden konnte. 1989 schied er aus dem Vorstand aus und wurde Generalbevollmächtigter. 1991 ging er in Ruhestand.

Erinnerungen an viele Reisen

Wenn sich das Jubelpaar in Erinnerungen schwelgt, dann erinnert man sich gerne an die vielen beruflichen Fernreisen von Günter Jahn, bei denen vielfach seine Frau ihn begleiten durfte. So war das Paar schon in Südafrika, Persien, Algerien, Marokko und Simbabwe.

Zu den Höhepunkten gehörten aber auch die vielen Wanderungen in den Bergen und im Winter die Skitouren. Hier zeigte Günter Jahn bis vor kurzer Zeit sein großes sportliches Können beim Skilanglauf auf. So kehrte er als 80-Jähriger mit einer Silber- und zwei Bronzemedaillen von den Senioren-Skiweltmeisterschaften zurück. Wenige Tage später gewann er in der Seniorenklasse den Engadiner Skimarathon bei den Senioren.

Heute geht es das Jubelpaar weit ruhiger an. Nach gesundheitlichen Problemen kann sich Günter Jahn nur noch mit dem Rollator fortbewegen. Im schönen Eigenheim genießen Beide den Lebensabend. Zu den heutigen Freuden gehört besonders, dass hinter dem Haus im Garten sich viele Vögel heimisch fühlen, aber auch viele, die auf der Reise in den Süden oder auf der Rücktour hier Station machen.

Sicherlich ist der Kreis der Gratulanten recht groß. Wegen der Corona-Pandemie bittet das Jubelpaar, von persönlichen Besuchen abzusehen.

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