Bürger aus Bad Säckingen und seinen Ortsteilen können sich noch bis Freitag, 8. Juli, am Naturgarten-Wettbewerb des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) beteiligen. Es können alle mitmachen, die einen Naturgarten ohne den Einsatz von Torf, synthetischen Mineraldünger und chemischen Pflanzenschutz bewirtschaften. Auch Balkongärten im Miniformat werden im Wettbewerb berücksichtigt. Zehn Teilnehmer haben sich bereits angemeldet. „Aber natürlich hoffen wir, dass es noch viele mehr werden“, sagt die Bad Säckinger BUND-Vorsitzende Wioletta Koch.

Sie bewirtschaftet gemeinsam mit ihrem Ehemann Bernhard in Obersäckingen einen Naturgarten. Hier fühlen sich nicht nur die vier Kinder des Paars wohl. Überall summt und brummt oder flattert es. Den Schmetterlingen, Hummeln und Bienen sowie Kleintieren und Vögeln eine Vielfalt von Nahrungsquellen bieten und gleichzeitig auf Chemie verzichten, ist ihnen wichtig. Heimische Gehölze wie Schlehe, Holunder oder Hasel bieten Verstecke, Nistplätze und Nahrung.

Heimische Obstbäume oder Sträucher bieten Unterschlupf und Nahrung für Insekten und Kleintiere.
Heimische Obstbäume oder Sträucher bieten Unterschlupf und Nahrung für Insekten und Kleintiere. | Bild: Susanne Eschbach

„Es ist wichtig, dass im Herbst nicht alles abgeschnitten wird“, fügt Rosemarie Eberl an, Gartenexpertin im BUND. Denn Insekten überwintern laut Eberl in den die Stängeln der Pflanzen. Die Tierwelt freue sich aber auch über zusätzliche Nistplätze und Quartiere wie Baumhöhlen oder Nistkästen, Insektenhotels und Fledermauskästen. Darum seien zum Beispiel auch Trockenmauern, Holz- oder Laubhaufen wertvoll für die Igel, Kröten und Eidechsen. Ein kleiner Teich oder ein Vogelbad, das als Trinkquelle, aber auch zur Abkühlung und Gefiederpflege dient, seien sinnvoll. Ein Komposthaufen schließe den Kreislauf. Die abgestorbenen Pflanzenteile würden zu Humus. Würmer und Spinnen fänden hier einen wertvollen Lebensraum.

An den vielen Beerensträuchern haben vor allem die Kinder der Familie ihre Freude.
An den vielen Beerensträuchern haben vor allem die Kinder der Familie ihre Freude. | Bild: Susanne Eschbach

„Wer Wege und Plätze nicht asphaltiert oder mit Platten belegt, sorgt für intakte Böden und stellt sicher, dass Regenwasser versickern kann, statt schnell abzufließen“, gibt Rosemarie Eberl weitere Tipps für eine naturnahe Landschaftsgestaltung. Am Haus sei es wichtig, dass Vögel nicht an Glasscheiben krachen oder Kröten in Kellerschächte stürzen. Auch Lampen am Haus würden schnell zu Insektenfallen. „Es ist wichtig, auf unnötige Beleuchtung am Haus zu verzichten, weil nachtaktive Tiere die Dunkelheit brauchen“, sagt sie.

Über einen gepflegten Wildwuchs freuen sich die Insekten und die heimische Tierwelt.
Über einen gepflegten Wildwuchs freuen sich die Insekten und die heimische Tierwelt. | Bild: Susanne Eschbach

Das bedeute allerdings nicht, dass der Garten ungehindert wuchern soll. „Natürlich ist es auch wichtig, dass man in einem Naturgarten Hand anlegt“, erklärt Rosemarie Eberl. „Es reicht, wenn man hier und da einer Ecke freien Lauf lässt und an diesen Stellen alles wachsen darf, was die Natur hergibt.“

Beim Wettbewerb „Hier brummt‘s“ besucht eine Jury die Gärten der Teilnehmer, um sie zu bewerten. Zu gewinnen gibt es als ersten Preis 200 Euro, als zweiten Preis 100 Euro und als dritten Preis 50 Euro. Freizeitgärtner aus Bad Säckingen finden das Bewerbungsformular auf der Internetseite des BUND: www.hier-brummts.de/bad-saeckingen