Wo mancher Verein Schwierigkeiten hat, einen Vorstand zu bilden, ist die Festspielgemeinde gut aufgestellt. In ihrer Mitgliederversammlung sind vakante Posten problemlos besetzt worden. Detlef Bengs, bisher stellvertretender Vorsitzender, rückte für die ausscheidende Hilde Butz nach. Neu in der Leitung ist Anne Ragusa, die den Stellvertreterposten übernimmt. Bestätigt wurden Schriftführer Günter Kraus und Kassenwart Helmut Kaltenbach. Beisitzer bleiben Regisseurin Renate Kraus und der Leiter des Jungen Theaters Stefan Meier. Dies schreibt die Festspielgemeinde in einer Pressemitteilung.

In der Rückschau über 2019 und 2020 spielte der durch Corona bedingte Lockdown eine wesentliche Rolle. Man habe den Kopf nicht in den Sand gesteckt, so Hilde Butz, sondern sei die Probleme aktiv und kreativ angegangen. Für die Spielsaison 2020 waren gleich zwei Stücke in Arbeit. Das interaktive Krimi-Dinner, das Stefan Meier konzipierte und inszenierte, kam im Gasthaus „Fuchshöhle“ im Januar 2020 zur Aufführung. Weitere Vorstellungen, die wegen großer Nachfrage geplant waren, konnten nicht mehr stattfinden. Ob es eine Neuauflage gibt, sei noch nicht entschieden, erklärte Stefan Meier, heißt es in der Mitteilung.

Auch Theresa Walsers Stück „Ich bin wie Ihr, ich liebe Äpfel“ unter der Regie von Günter Kraus, musste im März 2020 kurzfristig abgesagt werden. Die Eintrittskarten behielten auf ungewisse Zeit ihre Gültigkeit und konnten im Oktober eingelöst werden. Trotz achtmaliger Aufführung sei die Nachfrage größer als das Platzangebot gewesen. Das Hygienekonzept habe lediglich ein Drittel der üblichen Zuschauerzahlen zugelassen, hieß es in der Rückschau. Die fürs Frühjahr 2021 geplante Wiederaufnahme fiel dem zweiten Lockdown zum Opfer. Mit Unterstützung des städtischen Kulturamts und den Stadtwerken gingen im Sommer drei Aufführungen in der Konzertmuschel des Schlossparks über die Bühne.

Durch Zuwendungen der Sparkassen-Kulturstiftung an das Junge Theater und von Land und Bund im Rahmen des Corona-Soforthilfeprogramms sei der Verein in der Lage, in die nächste Produktion zu gehen, erklärte Kassierer Helmut Kaltenbach. Regisseurin Renate Kraus gab bekannt, dass es im März 2022 eine Wiederaufnahme der Satire „Peter Trom, der Geiger von Säckingen“ aus der Feder von Hilde Butz geben werde, die 2003 erstmals aufgeführt wurde. Sie freue sich darüber und sei gespannt auf eine Neuinszenierung mit neuer Besetzung, erklärte Butz, sie bedankte sich abschließend für „wunderbare 30 Jahre bei der Festspielgemeinde“.