Lange war der Fischereipfad am Rheinufer zwischen Bad Säckingen und Murg ein beliebter Spazierweg. Seit ungefähr zwei Jahren ist der Weg auf bestimmten Abschnitten aber kaum noch begehbar – die Natur hat sich den Rheinabschnitt zurückgeholt. Gebüsche und Sträucher wachsen und gedeihen und machten Spaziergängern das Durchkommen teilweise unmöglich. Ein Teil wurde wegen eines Erdrutsches sogar gesperrt.

An manchen Stellen wuchert es so stark, dass der Trampelpfad nur noch schwer zu begehen ist.
An manchen Stellen wuchert es so stark, dass der Trampelpfad nur noch schwer zu begehen ist. | Bild: Esteban Waid

Nur noch ein Teil ist gut begehbar

Von Bad Säckingen aus haben es Spaziergänger noch nicht ganz so schwer – bis die Einmündung des Krebsbachs kommt. Hier hatte es vor ungefähr zwei Jahren einen Erdrutsch gegeben, seither wurde der Abschnitt sich selbst überlassen. An einer Stelle ragt sogar ein entwurzelter Baumstamm über den Weg.

Im Herbst 2020 fand dieses Thema sogar seinen Weg in den Bad Säckinger Gemeinderat. Damals hatte sich CDU-Stadtrat Clemens Pfeiffer dafür stark gemacht, dass das Rheinkraftwerk, das dafür zuständig sein soll, den Weg wieder herrichten soll. Mittlerweile ist aber klar: Das Rheinkraftwerk ist gar nicht dafür verantwortlich.

Video: Esteban Waid

Zuständigkeit hat sich geklärt

„Wir waren nie dafür zuständig, wie haben das aus Kulanzgründen gemacht“, erklärt Jochen Schweigardt, Betriebsleiter des Kraftwerks, gegenüber dem SÜDKURIER. Erst der Erdrutsch habe dazu geführt, dass Schweigardt und seine Kollegen sich fragten, ob sie für den Pfad zuständig seien. Denn seit dem sei auch die Sicherheit des Weges ein Faktor geworden.

Seither habe das Kraftwerk nichts mehr an dem Fischereipfad gemacht. „Es gab mal einen Termin mit allen zuständigen Behörden und da hat sich geklärt, dass wir nicht dafür zuständig sind“, so Schweigardt weiter. Lediglich einer Anfrage der Stadt stimmte das Rheinkraftwerk zu, wonach das Ordnungsamt Gehölz auch über den Fluss entsorgen dürfe. „Wir wollten dem nicht im Wege stehen“, sagt Schweigardt. Den Grünschnitt sammelten die Arbeiter dann beim Kraftwerk flussabwärts aus dem Fluss.

Bis zur Stelle wo der Krebsbach in den Rhein mündet, ist der Weg von Säckingen in Richtung Murg noch gut begehbar.
Bis zur Stelle wo der Krebsbach in den Rhein mündet, ist der Weg von Säckingen in Richtung Murg noch gut begehbar. | Bild: Esteban Waid

Ordnungsamt wurde tätig

Denn vor einigen Monaten wurde das Ordnungsamt tätig, wie deren Leiterin Muriel Schwerdtner im Gespräch erklärt. „Der aktuelle Stand ist, dass es vom Technischen Dienst der Stadt freigeschnitten wurde“, so Schwerdtner. Das sei im Februar gewesen und auch abgesprochen mit Bürgermeister Alexander Guhl. „Wir mussten das ja dringend machen, bevor wir aus Naturschutzgründen nicht mehr eingreifen dürfen“, erklärt sie weiter. Denn von März bis September ist es verboten, Hecken und andere Gehölze außerhalb des Waldes zu schneiden – zum Schutz der Tierwelt.

Die Stadt Bad Säckingen übernimmt für den Fischereipfad keine Haftung. Ein Schild weist darauf hin, dass die Benutzung des Weges auf ...
Die Stadt Bad Säckingen übernimmt für den Fischereipfad keine Haftung. Ein Schild weist darauf hin, dass die Benutzung des Weges auf eigene Gefahr erfolgt. | Bild: Esteban Waid

Mehr als nur die Hecke zurückzuschneiden, sei aber nicht erlaubt gewesen. Für einen größeren Eingriff in die Böschung bräuchte es ein wasserrechtliches Verfahren beim Landratsamt, so Schwerdtner. Um Sicherheit herzustellen sei aber eben ein solcher Eingriff in die Böschung am Wegrand nötig. Deshalb gilt heute wie damals: „Wer den Pfad begeht, tut dies auf eigene Gefahr“, erklärt Schwerdtner. Weil die offizielle Wegführung weiter oberhalb des Rheins über den Murger Weg entlangführt, haftet die Stadt Bad Säckingen nicht für die Benutzung des Wegs.

Ausbau des Weges nicht absehbar

Dass der Pfad künftig ausgebaut werden könnte, ist nicht absehbar und auch nicht geplant. Die Maßnahmen, die nötig wären, um die Sicherheit auf dem Weg herzustellen, seien zu umfangreich. Geprüft habe es die Stadt aber trotzdem: „Ein Ingenieurbüro wurde beauftragt, aber es hat sich herausgestellt, dass auch ein geologisches Gutachten nötig wäre“, so Schwerdtner. Doch ein solches Unterfangen hätte den Rahmen deutlich gesprengt.

Ein Schild weißt darauf hin, dass der Fischereipfad in Richtung Murg gesperrt ist. Die offizielle Wegführung führt über den Murgerweg.
Ein Schild weißt darauf hin, dass der Fischereipfad in Richtung Murg gesperrt ist. Die offizielle Wegführung führt über den Murgerweg. | Bild: Esteban Waid

Stadt haftet nicht für den Weg

Auch wenn sich die Stadt im Februar erbarmt hat. Sie ist nicht die Eigentümerin der Grundstücke. Über die Strecke des Weges gibt es verschiedene Besitzverhältnisse. Für das Zurückschneiden der Böschung habe das Ordnungsamt zwar die Erlaubnis von Grundstücksinhabern eingeholt. Ob das aber wieder passiert, bleibt fraglich. Schwerdtner hat zwar nicht ausgeschlossen, dass die Technischen Dienste auch ab Oktober wieder tätig werden könnten. Fest geregelt oder geplant ist aber noch nichts.

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