Trotz zwei frischen ersten Monatsdekaden und der wiedererstarkten Schafskälte war der erste Sommermonat in Bad Säckingen bedingt durch eine Hitzewelle zu Beginn der letzten Junidekade mit einem Temperaturüberschuss von 0,8 Grad Celsius (°C) doch noch der 13. zu warme Monat in Folge. Mit einem Sonnenscheindefizit von 15 Stunden gab es zum großen Vorteil der Vegetation endlich wieder einmal einen Niederschlagsüberschuss von 5,2 Liter pro Quadratmeter (l/m²).

Wetterexperte Helmut Kohler berichtet regelmäßig für den SÜDKURIER über das Wetter in Bad Säckingen.
Wetterexperte Helmut Kohler berichtet regelmäßig für den SÜDKURIER über das Wetter in Bad Säckingen. | Bild: Marcel Jud

Der erste Sommermonat startete unter dem Einfluss von Hoch „Steffen“ mit 3 Sommertagen (ab 25 °C), wobei wir am 2. Juni mit 27,2 °C die höchste Temperatur der ersten Junidekade bekamen. Nach dem sommerlichen Start in den Juni erwartete uns pünktlich zu Beginn der Schafskälte ab dem 4. mit feuchten Luftmassen und einem deutlichen Temperaturrückgang ein Wetterumschwung.

„Endlich wieder Regen“ freuten sich hauptsächlich die Landwirte und Gartenbesitzer, als es mit Tief „Juliane“ Nasses von oben gab. Auch die folgenden Tage gab es in Bad Säckingen unter Tiefdruckeinfluss weiteren Nachschub an Flüssigkeit von oben, die Natur konnte es mehr als gut gebrauchen. Nach sechs weiteren Schafskältetagen mit Regen und Tageshöchsttemperaturen zwischen 15 und 19 °C war die erste Junidekade 1,6 °C zu kalt.

Ab dem 11. Juni stiegen die Tagestemperaturen wieder deutlich über die 20-Gradmarke an. Nach einem schwül-warmen Tag mit einer Höchsttemperatur von 28,4 °C gab es am Abend des 13. ein kurzes Gewitter. Während in Schwörstadt mit einer kurzzeitigen Regenrate von 121 l/m² in der Stunde in fünf Minuten 6,2 l/m² und in 15 Minuten 14,4 l/m² Regen mit Hagel fiel gab es in Bad Säckingen zur gleichen Zeit nur drei l/m² Regen. Die abwechslungsreiche erste Junihalbzeit war somit gegenüber der Norm von 1981 bis 2010 0,9 °C zu kalt, mit 58 l/m² fiel 54 Prozent des normalen Juniniederschlages und die Sonne schien an 83 Stunden erst 35 Prozent des Junisolls.

Die zweite Junihälfte startete wechselnd bewölkt mit sonnigen Abschnitten und Tagestemperaturen um 23 °C noch trocken. Vom 17. bis zum 19. Juni wurde der Monatsniederschlag zur Freude der Vegetation mit den Tiefs „Nadine“ und „Octavia“ um 29,8 l/m² aufgefüllt.

Ab dem 20. kamen wir langsam unter Hochdruckeinfluss, Hoch „Utz“ sorgte ab dem 23. für die erste Hitzewelle des Jahres. Mit 30,1 °C hatten wir am 24. den ersten Hitzetag (ab 30 °C). Am späten Nachmittag des 26. Juni beendete ein Gewitter mit Sturmböen um 84 km/h die vier Tage andauernde Hitzewelle. Die Tiefs „Silvia“ und „Thekla“ füllten bis zum 29. zum Wohle der Vegetation den Monatsniederschlag nochmals um 25,4 l/m² auf, bevor Hoch „Valentin“ am letzten Junitag wieder für sehr sonniges Wetter sorgte.