Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, haben die beiden Geschäftsführer Jochen und Thomas Geiger von Geiger Textil, zwei Wochen nach dem Besuch des Grünen-Landtagsabgeordneten Niklas Nüssle, den Besuch des CDU-Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner am Freitag genutzt. Hintergrund ist die durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Gaskrise und eventuell drohende Gas-Stopps in deutschen Unternehmen. Mit bei dem Gespräch dabei waren auch Bürgermeisterstellvertreter Michael Maier und der stellvertretende Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Klaus-Werner Kroll.

Und das Textilleistungsunternehmen, dass bereits in dritter Generation als Familienunternehmen geführt wird, macht sich gerade sehr große Sorgen. Denn: „Wir können die Entscheidung des Landes nicht verstehen, dass unsere Branche nicht als Systemrelevant eingestuft wird“, so Jochen Geiger. Denn wenn das Unternehmen schließen muss, weil es aus Russland kein Gas mehr gibt, ist nicht nur das Aus des Bad Säckinger Unternehmens.

„Wenn wir nicht mehr arbeiten, geht auch nichts mehr in den Krankenhäusern oder in Hotelbetrieben“, fügt Thomas Geiger an. Denn 90 Prozent der Textilien die bei Geiger Textil gereinigt und desinfiziert werden, stammen aus dem Gesundheitswesen. 16 Millionen Kubik Gas verbraucht das Unternehmen pro Jahr. „Wir haben uns bereits auf Einschränkungen eingestellt und einen Sparplan aufgestellt“, erklärt Thomas Geiger. So werden die Arbeiten in der Obersäckinger Zweigstelle im Martinsweg täglich drei Stunden früher eingestellt. „Damit wir Gas sparen“, so Thomas Geiger.

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Eine Alternative zu Gas gibt es keine. „Ohne Gas sind wir handlungsunfähig“, sagt Jochen Geiger. Denn nur mit der Energiequelle Gas könne derzeit die notwendige Wärmeleistung erzielt werden für die großen Kessel in denen täglich Mengen an Berufsschutz- und Arbeitskleidung für die Chemieindustrie, Bewohnerwäsche für Pflegeheime, Miettextilien für Krankenhäuser oder Reinraumbekleidung für Unternehmen mit kritischer Reinraum-Produktion gewaschen und wiederaufbereitet werden.

Mit anderen Worten: die Lieferketten zu systemrelevanten Unternehmen der Gesellschaft in den Bereichen Gesundheitswesen, Pflege, Chemie oder Pharma wären in diesem Fall unersetzbar unterbrochen. In Krankenhäusern, Pflegeheimen oder in Hotelberieben fehlten dann Wäsche und Kleidung. „Chemie- und Pharmafirmen könnten nicht mehr produzieren.“ Das Unternehmen hat beim Landratsamt bereits ein Dossier, versehen mit Schreiben von den Kunden des Unternehmens, eingereicht. Und vom Landratsamt ist Geiger Textil bereits die Systemrelevanz anerkannt worden. „Aber eben nur vom Landratsamt“, betonen es die Geschäftsführer.

Felix Schreiner bat er auch darum, dass er ebenfalls das Dossier erhält. „Was hier im Land gerade passiert bringt die Menschen in Sorge“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete. Gleichzeitig versprach er, sich bei den entsprechenden Ministerien für das Unternehmen einzusetzen.