Das Fest Purim ist das fröhlichste aller jüdischen Feste. Die sieben Gebote zu Purim geben vor, eine gute Zeit an den Feiertagen zu haben. Man feiert Purim aufgrund der Rettung des jüdischen Volkes vor der Tötung in der Zeit des persischen Reiches. Es würde den Rahmen des Textes sprengen, die gesamte Geschichte von Purim zu erzählen, allerdings versuchen wir es in der Kurzfassung.

Ein besonderer jüdischer Feiertag

Nico Richter aus dem Murger Ortsteil Niederhof absolviert derzeit einen einjährigen internationalen Freiwilligendienst in Israel.
Nico Richter aus dem Murger Ortsteil Niederhof absolviert derzeit einen einjährigen internationalen Freiwilligendienst in Israel. | Bild: Nico Richter

Haman, der Berater des persischen Königs, hielt sich für so wichtig, dass er verlangte, dass alle Untertanen sich vor ihm verbeugen sollten. Allerdings tat Mordechai, welcher der erste Cousin der Frau des Königs war, dies nicht, was Haman verärgerte. Haman fragte ihn daraufhin nach seinem Namen und seiner Kultur, woraufhin Mordechai seinen Namen antwortete und sagte, dass er Jude sei.

Haman verlangte danach, einen Tag auszulosen, an dem alle Juden getötet werden sollten. Dieser Tag fiel auf den 13. Tag des sechsten Monats (Adar). Die Frau des Königs, Ester, erfuhr davon und erzählte ihm daraufhin dass Sie ebenfalls jüdisch ist. Nachdem der König erfährt, dass Haman seine Macht missbraucht, wendet er sich von der Idee, alle Juden zu töten ab.

Er erlaubte stattdessen den Juden, sich zu verteidigen, woraufhin von diesen 75.000 Angreifer getötet wurden, einschließlich Haman. Purim bedeutet Lose oder Schicksale. Das mit diesem Namen bezeichnete Fest erinnert an den mutigen Einsatz einer Frau in einer patriarchalischen Welt, um das jüdische Volk zu retten. Denn als Frau hätte Ester eigentlich nicht unangekündigt vor dem König auftauchen dürfen.

Diese Geschichte wurde in der Megilla niedergeschrieben, welche traditionell am 14. Tag vom Adar gelesen wird. Dabei ist es wichtig, dass, immer wenn der Name “Haman“ fällt, so viel Lärm wie möglich gemacht wird. Allerdings muss danach immer eine Pause sein, da die Anwesenden kein Wort der Lesung verpassen dürfen.

Sprachliche Verwirrungen

Bei uns im Kibbuz gab es also immer eine kleine Einlage oder Sketche, wir Deutschen haben das Wort “Schicksal“ erklärt, da es eigentlich ganz gut zur Geschichte von Purim passt. Allerdings hat uns niemand vorher erzählt, dass es auch das Wort “Schickse!“ im Jiddischen gibt, was ähnlich klingt und Frauen, die für Orthodoxe zu anzüglich gekleidet sind, als Beleidigung hinterhergerufen wird…

Die Schwarzwälder Kirschtorte brachte im Kibbuz einen Erlös von 300 Euro für die Ukraine-Hife ein.
Die Schwarzwälder Kirschtorte brachte im Kibbuz einen Erlös von 300 Euro für die Ukraine-Hife ein. | Bild: Nico Richter

Da man an Purim nicht nur sich selbst eine Freude machen soll, verteilt man kleine Geschenke, um auch anderen eine Freude zu machen. So gibt es auch jedes Jahr bei uns im Kibbuz einen Kuchenverkauf, der wie eine Auktion abläuft. Dabei gehen die Erlöse jeweils an eine wohltätige Aktion, dieses Jahr war es die Direkthilfe in der Ukraine. Wir Freiwilligen haben uns dazu entschlossen, eine Schwarzwälder Kirschtorte zu backen, welche am Ende für knapp 300 Euro gekauft wurde. Natürlich stand hier eher die Spende der Person im Vordergrund statt der Kuchen!

Grüne Verkleidung

An Purim verkleidet man sich traditionell, wobei das Motto “Grün“, was bei uns im Kibbuz für das gesamte Purimfest galt, eingehalten werden sollte. Wir Deutschen gingen als Jägermeister zur Kostümparty am letzten Tag von Purim, was auf uns auch den ersten Platz beim Kostümwettbewerb einbrachte.

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Irgendwie muss ich mir bei den Feiertagen das Coronavirus eingefangen haben. Ich und meine Mitfreiwilligen, wir wurden positiv getestet. Damit waren wir nicht die Einzigen im Kibbuz. Da wir alle geboostert sind, habe ich kaum Bedenken um unseren Verlauf, auch da wir uns inzwischen nach erster Schwäche und Symptomen eigentlich ganz okay den Umständen entsprechend fühlen.

Leider werden wir allerdings die ersten Tage unseres Zwischenseminars in Jerusalem aufgrund der Quarantäne verpassen, was natürlich echt schade ist, da dort alle Nahost-Freiwilligen unserer Organisation zusammenkommen.

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