Als „gewaltigen Verteidiger der Kirche“ hatte der berühmte Theologe Augustinus den heiligen Hilarius von Poitiers gewürdigt, der auch Patron des Bad Säckinger St. Fridolins-Münsters ist. Beim Festgottesdienst anlässlich des Patroziniums am Sonntag bezeichnete Dekan Peter Berg den Heiligen als Vorbild, das den Menschen den Weg zu Jesus und zum Glauben weisen könne.

Der von einer Schola des Münsterchores und Markus Mackowiak an der Orgel begleitete Festgottesdienst war nicht nur wegen der Hygieneauflagen, sondern wohl auch wegen des wenig einladenden Wetters mäßig besucht. Auch ist Hilarius, obwohl er selbst als Kirchenlehrer gilt, weit weniger bekannt als die „großen Vier“ Augustinus, Ambrosius, Hieronymus und Gregor. „Für Hilarius war die Beziehung zu Jesus, den er als wahren Sohn Gottes und als Menschensohn erkannt hatte, eine Kraftquelle, und dadurch konnte er die Menschen für den Glauben gewinnen“, so der Geistliche. Vor dieser Herausforderung stehe auch die heutige Kirche, vor allem, da der Weg zum Glauben nicht mehr so stark durch Traditionen und Bräuche geebnet sei. „Wir spüren eine Entfremdung von Kirche und Glauben.“ Als die Jünger Jesus gefragt hätten, wo er wohne, habe er sie in seine Lehre hereingelassen. „Es braucht also eine Offenheit auf beiden Seiten – Menschen auf der Suche nach Sinn, und jemanden, der sie hereinlässt.“ Die Kirche sei gefordert, die Menschen bei ihrer Suche nach geistiger Beheimatung zu begleiten und ihnen Hinweise zu geben. „Aber wenn es nicht zu einer persönlichen Beziehung zu Jesus kommt, wie bei Hilarius, bleibt es bei der äußeren Hülle.“

Der übliche Empfang zum Hilariusfest musste entfallen, und wegen der Corona-Pandemie fiel auch der Jahresrückblick, den der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Alexander Löw und Claudia Jacobasch vom Gemeindeteam hielten, kurz aus. Schmerzhaft war der Verzicht auf die Ostergottesdienste, doch immerhin konnten Erstkommunion und Pfarrgemeinderatswahlen stattfinden. Als Trostpflaster gab es ein Gebet für ein hoffentlich besseres neues Jahr, und im Anschluss an den Gottesdienst wurden Brezeln an die Besucher verteilt.