Bildungspotenziale zu fördern, wird an der Rudolf-Graber-Schule in Bad Säckingen groß geschrieben. Am Bundes-Umwelt-Wettbewerb 2020 der Leibniz-Gesellschaft hatte sich die Klassengemeinschaft der heutigen Neuntklässler beteiligt und ging als Sieger hervor. Die Preisverleihung ist wegen der Pandemie ausgefallen. Jetzt werden die Inhalte in der Stadt gezeigt. Mit Weltkugeln werden „die Ideen für Weltenretter an kleinen Beispielen vorgestellt“, sagte die ehemalige Lehrerin Angela Lütte. Start ist in der Zentrale der Volksbank Rhein-Wehra.

Die Volksbank beteiligt sich von Anfang an an der Schülerfirma RGS-Lebenswert. „Ein tolles Projekt mit einem klasse Ergebnis“, sagte Christian Albiez von der Volksbank. Als Bildungspartner der Rudolf-Graber-Schule vermittelt die Bank die Besonderheiten bei der Rechtsformwahl und den betriebswirtschaftlichen Bewertungen. Die Idee für das prämierte „Backstep“-Programm entstand vor vier Jahren. Den Schritt zurück positiv zu besetzen, „da kam Kreativität mit ins Spiel“, sagte Ines Bölle. Sie leitet als Klassenlehrerin die Schülergemeinschaft und hat das Programm im Unterricht fortgesetzt. Die ökologische Haltung wuchs zusehends bei den Schülern. So wie es früher üblich war, gibt es Mehrwegpfandflaschen statt Plastik, es wird regional eingekauft und auf Mikroplastik in Wasch- und Pflegeprodukten verzichtet.

Das Ladensterben in der Innenstadt war schon vor vier Jahren sichtbar. Den Schülersprechern Ignazio Cusumano und Tim Ruhloff war das Thema eine Herzensangelegenheit. „Wir achten auf Regionalität“, sagte Ruhloff bei einem Pressegespräch vor der Volksbank. Abwägen könne man zwischen Spottpreis im Internet und dem lokalen Angebot. Dabei werden die Lieferwege mit betrachtet und die lokalen Händler mit dem Kaufverhalten gestärkt – „wir haben das wahrgenommen und denken mit“, sagt Cusumano. Für Elisabeth Vogt vom Stadtmarketingverein Pro Bad Säckingen „ein bewundernswertes Programm“. „Der stationäre Handel wird durch euch gestärkt.“

Der Umweltpreis war ein Ansporn. Die Schüler tun etwas gegen die Wegwerfgesellschaft und für die körperliche Fitness. Es geht auch darum, das Angebot bewerten zu können und die eigenen Mobilität zu ändern. Aber jetzt geht es erst einmal in die Prüfungsvorbereitungen für den Schulabschluss, sagte Bölle. Die Schülerfirma an der RGS besteht fort. Neue Ideen kommen hinzu.