Es ist alles so gut gelaufen, doch dann kam Corona. Die Schnarchzapfen aus Wallbach hatten ihre Vereinskasse unter anderem durch ihre Beteiligung am Weihnachtsmarkt mit ihrem Glühweinstand oder mit ihrem Spanferkel-Essen am Vatertag gut aufgefüllt. So gut, dass sich die Wallbacher Fasnachtsclique einen Containerbau für 10.500 Euro geleistet und die gesamten Ersparnisse dafür investiert hat. Der Verein steht nun aber fast vor dem Nichts, denn auch die nächste Möglichkeit, ihre Kasse wieder aufzufüllen, ist dem Wallbacher Verein mit der Absage des Weihnachtsmarkts genommen worden. Jetzt ist der Verein auf der Suche nach finanzieller Unterstützung.

Bekannt sind die Schnarchzapfen für ihren weißen Glühwein, den sie selbst herstellen und bisher mit großem Erfolg an ihre frierenden Kunden auf dem Weihnachtsmarkt verkauften. Die Nachricht, dass der Weihnachtsmarkt ursprünglich ohne Glühwein- und Essensstände stattfinden sollte, war zunächst ein Schock, wie der Vorsitzende Thorsten Stobbe erzählt. Nun ist er ganz abgesagt. Doch statt in dieser Schockstarre zu verharren, wurden die 46 Mitglieder kreativ. „Wir stellen unseren Glühwein trotzdem her“, sagt Stobbe. Das Getränk wird in Flaschen abgefüllt und soll jetzt verkauft werden. „Wir haben die Möglichkeit, das Loch in unserer Kasse zu verkleinern und die Leute haben ihren ganz eigenen Weihnachtsmarkt in ihren vier Wänden“, erklärt er.

Doch sollte dieses Angebot der Schnarchzapfen auch rege genutzt werden, befürchtet der Vorsitzende, dass dies lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein sein wird. Denn immer noch drückt die Schuldenlast sehr. „Wir waren schon lange auf der Suche nach einem eigenen Vereinsheim“, beginnt Thorsten Stobbe zu erzählen. Allerdings erfolglos: „Solche Räume sind natürlich eine begehrte Ware“, sagt er. Nicht nur ein Treffpunkt fehlte den Schnarchzapfen. Auch für ihre Ausrüstung wie Glühweintöpfe, Grill, Fritteuse oder Tische und Bänke musste dringend ein Lagerraum her.

Der weiße Glühwein der Schnarchzapfen steht bereit.
Der weiße Glühwein der Schnarchzapfen steht bereit. | Bild: privat

Ein Neubau war nicht möglich, aber ein Container schien den Mitgliedern eine gute Alternative. „So ein Container ist leicht aufzustellen, verfügt über Strom und Heizung und im Falle eines Falles ist das Bauwerk auch schnell wieder verkauft“, so der Vorsitzende. Ein Grundstück wurde dem Verein von der Wallbacher Ortsverwaltung und dem FC Wallbach beim alten Sportplatz zur Verfügung gestellt. „Der Ortsvorsteher Fred Thelen und der FC-Wallbach-Präsident Peter Weiß haben uns toll unterstützt“, bedankte sich Stobbe auch im Namen seiner Vereinskollegen.

„Wir haben sogar noch Verbundsteine geschenkt bekommen, damit wir den Platz vor unserem künftigen Vereinsheim pflastern konnten“, so Thorsten Stobbe. Die Ersparnisse wurden in das Projekt gesteckt, was zu diesem Zeitpunkt kein Problem war. Doch dann kam Corona und alle Möglichkeiten, Geld zu verdienen, brachen weg. „Im ersten Jahr hatten wir noch die Hoffnung, dass alles gut werden wird“, so Stobbe. Doch inzwischen haben sie ein wenig Bauchschmerzen bei dem Gedanken an die ansteigenden Corona-Fallzahlen. „Aber wir machen weiter und sind froh um jeden Cent, den wir auf irgendeinem Weg erhalten.“