Die mobilen Beaver-Hochwasserschutzschläuche haben Wallbach vor dem Schlimmsten bewahrt. Nun werden sie zurückgebaut. Möglich, dass es ihr letzter Einsatz in Wallbach war. Denn bis Mitte 2023 könnte die Gemeinde über einen fest installierten Hochwasserschutz verfügen.

Beschwerde

Zwar ist eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht gegen die Vergabe eines Teils der Bauarbeiten anhängig. Dennoch sagt Bastian Schmid, Projektleiter Wasserbau im kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt: „Auch wenn es sich durch die Beschwerde verzögert, rechnen wir mit einem Baubeginn im vierten Quartal 2021 und mit einer Bauzeit von anderthalb Jahren.“ Abgesehen von der Beschwerde, sei alles in trockenen Tüchern. Laut Schmid ist das Projekt rechtskräftig genehmigt. Die Landerwerbsverhandlungen seien abgeschlossen, die Baumeisterarbeiten vergeben.

Das Projekt

Entlang des Wallbacher Rheinufers soll auf einer Länge von 780 Metern eine fünf bis 65 Zentimeter hohe Schutzmauer entstehen, mit Fundamenten, deren Stützpfeiler zwölf Meter und tiefer in den Untergrund reichten. Sie könne mit Aluminiumbalken auf mehr als zwei Meter erhöht werden und schütze so vor einem 100-jährlichen Hochwasser. Schmid sagt: „Mit diesem zweistufigen Schutzkonzept bewahrt Wallbach sein Ortsbild von nationaler Bedeutung.“ Man könne flexibel und schnell auf Ereignisse reagieren. Die Mauer, laut Schmid kaum sichtbar, biete Schutz vor einem zehnjährlichen Hochwasser. Dafür müsste die Gemeinde nur die Lücken schließen, die offen gelassen werden, um den Zugang zum Rhein zu erlauben. Schmid verweist auf Bremgarten, wo seit 2015 ein solches Schutzsystem existiert. Dieses habe sich beim aktuellen Reuss-Hochwasser bewährt.

Die Finanzierung

Im Juni 2019 haben die Stimmberechtigten Ja gesagt zum Kostenanteil der Gemeinde von 3,1 Millionen Franken. Ende 2019 hat auch der Große Rat des Kantons den Gesamtkredit von knapp zehn Millionen Franken einstimmig genehmigt. Neben Wallbach übernehmen Bund, Kanton und Aargauische Gebäudeversicherung die Kosten. Schmid erkennt an: „Zehn Millionen Franken ist ein ordentlicher Betrag, aber Wallbach hat auch viel davon.“ Damit meint er, dass die Häuser der Flussanrainer trocken bleiben und die ökologische und touristische Aufwertung des Rheinufers. Die kostet Schmid zufolge zwei Millionen Franken.