Der BUND Bad Säckingen bietet Interessierten in den kommenden Wochen zwei Besichtigungsfahrten in die Schweiz zum Thema „atomares Endlager“ an: Am Samstag, 23. Oktober, wird bei St. Ursanne im Kanton Jura das Mont-Terri-Projekt besucht, am Samstag, 13. November, bei Stadel im Kanton Zürich das Bohrloch Bachs. Anmeldungen nimmt Wioletta Koch, Ko-Vorsitzende des BUND Bad Säckingen (wioletta.koch@yahoo.de), entgegen.

Internationales Forschungsprojekt

Das Mont-Terri-Projekt ist ein internationales Forschungsprojekt zur hydrogeologischen, geochemischen und geotechnischen Charakterisierung der Opalinustonschicht. In diesem Gestein will die Schweiz ihr atomares Tiefenlager einrichten, auch in Deutschland ist Opalinuston eine von mehreren Optionen, schreibt der BUND in einer Pressemitteilung. Seit dem 1. Juli 2020 ist die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in Deutschland neuer Partner im Mont-Terri-Forschungsprojekt. Damit forschen fortan 22 Organisationen aus neun Nationen im Felslabor bei St-Ursanne unter der Leitung des Schweizer Bundesamts für Landestopografie Swisstopo. Aktuell liegen für die nächsten zehn Jahre bereits 50 Forschungsvorhaben im Bereich Tiefenlagerung radioaktiver Abfälle und Lagerung von CO2 vor, wovon acht Experimente bereits in den nächsten drei Jahren realisiert werden. Das Felslabor Mont Terri dient ausschließlich Forschungszwecken. Die Lagerung von radioaktiven Abfällen im Felslabor ist definitiv ausgeschlossen.

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Bei der zweieinhalbstündigen Exkursion des BUND sollen sich die Teilnehmer über den aktuellen Stand der Forschung in Mont Terri informieren können. Die Führung am 23. Oktober durch das Felslabor beginnt um 13 Uhr und dauert etwa zweieinhalb Stunden. Weitere Infos zum Projekt auf der Homerpage des Felslabors (www.mont-terri.ch/).

Atommüll muss bis zu einer Million Jahre gelagert werden, bis er nicht mehr gefährlich ist. Kann es überhaupt eine sichere Lösung geben für diese enorme Zeitspanne? Davon sind die Forscher der Nagra überzeugt. Sie setzen auf die Geologie und darauf, dass die Zeit tief im Untergrund quasi stillsteht.

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Seit Anfang 2019 laufen in den drei potenziellen Standortregionen für ein geologisches Tiefenlager – Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost – Tiefbohrungen. Auf dem Bohrplatz Bachs in der Zürcher Gemeinde Stadel südlich Hohentengen bietet der BUND interaktive Workshops an: Er stellt das Entsorgungskonzept der Nagra zur Debatte, erarbeitet die Grundlagen der Radioaktivität und schaut sich die Argumente der Kritiker an. Zudem soll gefragt werden, wie spätere Generationen den heutigen Umgang mit Atommüll wohl einmal bewerten werden. Der Besuch des Bohrlochs Bachs am 13. November beginnt um 10 Uhr und dauert etwa eineinhalb Stunden. Weitere Infos im Internet (www.nagra.ch/de/).

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