Im Bad Säckinger Rathaus dreht sich das Personalkarussell gerade in einem hohen Tempo. In diesem, im vergangenen und auch im kommenden Jahr findet unter den Augen von Bürgermeister Alexander Guhl ein Generationswechsel statt. Denn viele altgediente Mitarbeiter gehen in den Ruhestand und die Stellen müssen neu besetzt werden oder sind es bereits. Kein leichtes Unterfangen, so empfindet es auch der Bürgermeister: „Inzwischen gibt es immer weniger Leute, die die reine Verwaltungskarriere anstreben“, erklärt er. Guhl bedauert es, dass diese langjährigen und für die Stadt wichtigen Leute gehen. „Es gehen jetzt wichtige Kenner der Stadt“, erklärt er.

Michael Rohrer hat bis zu seinem Ruhestand 2018 viele Spuren in der Stadt hinterlassen. In vielen städtischen Bereichen ist seine fachkundige Handschrift zu erkennen.
Michael Rohrer hat bis zu seinem Ruhestand 2018 viele Spuren in der Stadt hinterlassen. In vielen städtischen Bereichen ist seine fachkundige Handschrift zu erkennen. | Bild: Susanne Eschbach

Stadtbaumeister Michael Rohrer, der Leiter des Technischen Bauamtes Hochbau, Joachim Wolter, oder Personalchef Wolfgang Werner. Sie sind nach 30 Jahren und mehr im Dienst der Stadt inzwischen in den Ruhestand getreten. Die Stellen sind wieder besetzt – zumindest teilweise.

Wenn es um die Instandhaltung und Instandsetzung städtischer Gebäude gegangen ist, war Joachim Wolter stets gefragt. Im vergangenen Jahr hat er sich in den Ruhestand verabschiedet.
Wenn es um die Instandhaltung und Instandsetzung städtischer Gebäude gegangen ist, war Joachim Wolter stets gefragt. Im vergangenen Jahr hat er sich in den Ruhestand verabschiedet. | Bild: Susanne Eschbach

Denn Johanne Schöner hat Anfang September 2020 nur die Teilnachfolge von Joachim Wolter übernommen. Sie kümmert sich um die Instandhaltung der Liegenschaften und die Instandsetzung städtischer Gebäude, wie die Sanierungsarbeiten in der Tiefgarage Kursaal.

Johanne Schöner, vom Technischen Bauamt Hochbau, hat momentan die Teilnachfolge für den bisherigen Leiter Joachim Wolter übernommen. Es soll aber noch eine zweite Stelle besetzt und die Aufgaben aufgeteilt werden.
Johanne Schöner, vom Technischen Bauamt Hochbau, hat momentan die Teilnachfolge für den bisherigen Leiter Joachim Wolter übernommen. Es soll aber noch eine zweite Stelle besetzt und die Aufgaben aufgeteilt werden. | Bild: Susanne Eschbach

Aber eigentlich ist Energie ihr Ding. Bevor die 38-Jährige aus familiären Gründen nach Bad Säckingen kam, war sie acht Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Gebäudetechnik und klimagerechtes Bauen in München tätig. Die Stadt ist auf der Suche nach einem weiteren Mitarbeiter für das Hochbauamt. „Dann werden die Aufgaben wieder verteilt und ich werde mich wieder auf den energetischen Bereich meiner Arbeit konzentrieren“, erklärt Johanne Schöner.

Margit Ulrich hat in Bad Säckingen als Stadtbaumeisterin ein großes Erbe von ihrem Vorgänger Michael Rohrer übernommen. Doch inzwischen füllt sie die Lücke, die Rohrer hinterlassen hat, bestens aus.
Margit Ulrich hat in Bad Säckingen als Stadtbaumeisterin ein großes Erbe von ihrem Vorgänger Michael Rohrer übernommen. Doch inzwischen füllt sie die Lücke, die Rohrer hinterlassen hat, bestens aus. | Bild: Ursula Freudig

Die Stelle des Stadtbaumeisters war mit Margit Ulrich schnell besetzt. Längst hat sie sich behauptet und die Lücke ausgefüllt, die Michael Rohrer hinterlassen hat. Der neue Personalverantwortliche ist Manuel Elis als Nachfolger von Wolfgang Werner. 14 Jahre war der 41-Jährige Elis als Sachbearbeiter im Jobcenter, Fachbereichsleiter für komplexe Fälle und als Abteilungsleiter im Bereich wirtschaftliche Hilfe, beim Landratsamt Waldshut beschäftigt.

Manuel Elis, ist der neue Leiter im Personalamt. Er ist bereits seit 2019 im Rathaus und hat die Nachfolge von Wolfgang Werner übernommen.
Manuel Elis, ist der neue Leiter im Personalamt. Er ist bereits seit 2019 im Rathaus und hat die Nachfolge von Wolfgang Werner übernommen. | Bild: Susanne Eschbach

„Nach dieser Zeit war ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung“, erklärt er. Er wünschte sich für seine neue Stelle, dass er Umgang mit dem Personal hat und Kontakte zu den Mitarbeitern. Darum war der Posten als Personalleiter das Richtige für ihn. „Hier habe ich das Gefühl, angekommen zu sein“, sagt er.

Weitere Wechsel

Der Bürgermeister muss sich von weiteren vertrauten Gesichtern verabschieden. Der Leiter des Tiefbauamts, Jürgen Huber, hatte am Mittwoch seinen letzten Arbeitstag. Der 65-Jährige hätte schon früher gehen können. Doch war es ihm wichtig, dass sein Nachfolger Giuseppe Panetta eingearbeitet wird. Huber arbeitete seit Januar nur 40 Prozent und kümmerte sich um seinen Nachfolger, der immer mehr Verantwortung übernommen hat.

Jürgen Huber, Leiter Tiefbauamt hatte in dieser Woche seinen letzten Arbeitstag. Seit Januar war er nur noch 40 Prozent beschäftigt und hat seinen Nachfolger eingearbeitet.
Jürgen Huber, Leiter Tiefbauamt hatte in dieser Woche seinen letzten Arbeitstag. Seit Januar war er nur noch 40 Prozent beschäftigt und hat seinen Nachfolger eingearbeitet. | Bild: Susanne Eschbach

Denn der Bereich Tiefbauamt ist im Laufe der Jahrzehnte gewachsen, „während das Team geschrumpft ist“, so Jürgen Huber. Als er am 1. Oktober 1990 ins Rathaus kam, bestand das Team im Tiefbauamt aus sieben Leuten. „Heute sind wir noch zu dritt.“ Die Aufgaben sind hingegen gewachsen. Die Straßenreinigung und die Koordination des Winterdienstes, die Kanalverwaltung auch in Rickenbach und Herrischried oder Hochwasser sind in der Zuständigkeit des Tiefbauamts.

Giuseppe Panetta ist seit Januar der neue Leiter im Tiefbauamt. Der 29-Jährige hat die Nachfolge von Jürgen Huber übernommen.
Giuseppe Panetta ist seit Januar der neue Leiter im Tiefbauamt. Der 29-Jährige hat die Nachfolge von Jürgen Huber übernommen. | Bild: Susanne Eschbach

Neu sind das Radwegenetz und die Barrierefreiheit. „Die Ansprüche insgesamt sind gewachsen“, so Huber. „Es sind Herausforderungen, die auf mich warten“, weiß Giuseppe Panetta. „Aber ich habe eine gute Einarbeitung erfahren.“ Der 29-jährige Panetta kam 2017 aus Calabrien/Sizilien, nach Bad Säckingen. Um die deutsche Sprache zu lernen, arbeitete er zunächst beim Deutschen Roten Kreuz und danach zwei Jahre in einem Ingenieurbüro. Seit Oktober 2020 ist er im Rathaus und hat am 1. Januar 2021 die Leitung des Tiefbauamts übernommen.

20 Jahre lang war Herbert Schneider der Leiter des Bad Säckinger Bauhofes. Er hat seine Arbeit immer gerne gemacht und geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
20 Jahre lang war Herbert Schneider der Leiter des Bad Säckinger Bauhofes. Er hat seine Arbeit immer gerne gemacht und geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. | Bild: Susanne Eschbach

„Es war eine schöne Zeit und ich habe es gerne gemacht“, schwärmt Herbert Schneider, Leiter des Bauhofs. Seit 1987 ist er bei der Stadt angestellt und war zunächst zehn Jahre stellvertretender Bauhofleiter unter Rigobert Bubeck. Als Bubeck 2002 in den Ruhestand gegangen ist, hat Schneider die Nachfolge als Bauhofleiter übernommen. Schneider war dabei, als die Bad Säckinger Tanne nach Rom transportiert wurde. Entente Florale oder Millenniumsfeuerwerk sind ebenfalls zwei Ereignisse, die dem heute 62-Jährigen in schöner Erinnerung geblieben sind.

Seit November ist Oswald Gerspacher der neue Leiter auf dem Bauhof. Aktuell wird er noch von seinem Vorgänger eingearbeitet.
Seit November ist Oswald Gerspacher der neue Leiter auf dem Bauhof. Aktuell wird er noch von seinem Vorgänger eingearbeitet. | Bild: Susanne Eschbach

Schneider befindet sich momentan in der aktiven Phase seiner Altersteilzeit, die bis 2024 laufen wird. „Diesen Job nur 50 Prozent zu machen, das funktioniert nicht“, sagt er. Darum hat er bisher voll gearbeitet. Doch bereits im Februar 2022 beginnt die zweijährige Freiphase für ihn, bevor er dann 2024 in den endgültigen Ruhestand geht. Seit 1. November hat Herbert Schneider mit Oswald Gerspacher einen Nachfolger für sein Amt. Schneider arbeitet inzwischen nur noch im Hintergrund, während der 57-jährige Gerspacher das Zepter übernommen hat. Gerspacher war zuletzt in einem Möbelhaus in Murg angestellt, wo er unter anderem Küchen aufgebaut hat. Zuvor arbeitete Gerspacher bei der Gemeindeverwaltung in seinem Heimatort Görwihl.

Die Fachbereiche

Weitere langjährige Mitarbeiter wie Hauptamtsleiter Peter Lau oder Jürgen Sommer aus dem Gemeindevollzug sind in diesem Jahr noch im Amt, scheiden aber zum Jahresende beziehungsweise in den ersten Monaten des kommenden Jahres ebenfalls aus.