Ein 68-jähriger Busfahrer hat vor dem Amtsgericht Bad Säckingen glaubhaft dargelegt, dass er zwar einen Unfallort vorzeitig verlassen, aber dennoch nicht die Flucht angetreten hatte. Der Unfall mit dem besetzten Schulbus ereignete sich im November 2020 in der Ortslage von Hogschür. Nachdem der Bus bei der Durchfahrt durch den Ort einen Carport beschädigt hatte, setzte der Busfahrer die Fahrt fort.

Das Verhalten nach dem Unfall

Er gab vor Gericht hierzu an, dass er die Kinder, die alle mit Maske im vollen Bus saßen, an der Schule abliefern wollte. Anschließend sei er sofort zum Betriebshof seiner Firma in der Gemeinde Görwihl gefahren und hätte den Schaden bei der Geschäftsleitung angezeigt und bereits Fotos vorgelegt, die die Schäden dokumentierten.

Geschädigter kommt mit Anzeige zuvor

Bevor er selber den Vorfall bei der Polizei anzeigen konnte, sei eine Polizeistreife, die vom Geschädigten informiert worden war, auf den Betriebshof gefahren. Diese Darstellung der Ereignisse wurde von der Geschäftsführerin des Busunternehmens, die als Zeugin vor Gericht erschien, bestätigt.

Keine Absicht, den Unfall zu vertuschen

Nach kurzer Verhandlung räumten sowohl Staatsanwaltschaft als auch Richter ein, dass der Angeklagte wohl nicht die Absicht gehabt hatte, die Feststellung des Schadens, seiner Person oder eines sonstigen Umstandes zu verhindern. Dies sei seinem Verhalten zu entnehmen und auch faktisch gar nicht möglich gewesen, da sich im Bus etliche Zeugen befanden. Er habe im guten Willen gehandelt, die Kinder nicht unnötig zu strapazieren. Weiterhin ging das Gericht davon aus, dass eine Selbstanzeige erfolgt wäre, wenn die Polizei dem Angeklagten nicht zuvor gekommen wäre.

Das Urteil

Das Urteil fiel somit auch recht milde aus. Die mit dem Strafbefehl ergangene Geldstrafe, die vor Gericht nicht verhandelt wurde, zahlte der Angeklagte. Im Urteil erhielt er seine eingezogene Fahrerlaubnis zurück, jedoch wurde ein dreimonatiges Fahrverbot ausgesprochen, von dem er allerdings schon zwei Monate verbüßt hat. Der Schaden an Carport und Bus wurde von den Versicherungen reguliert.