Der zündende Funke für diese Aktion kam von dem SPD-Politiker Hidir Gürakar. Er wandte sich an den Betreuer der Gemeinschaftsunterkunft, Mohammed Sawas. „Er hat gefragt, wie wir das Handhaben mit den Gesichtsmasken“, erzählt Sawas. Gleichzeitig hatte Gürakar die Idee, dass sich die Bewohner die Masken selbst schneidern könnten. „Uns fehlten allerdings die Nähmaschinen“, so Sawas weiter.

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Doch innerhalb weniger Tage hat Gürakar zwei Nähmaschinen organisiert und in der Unterkunft abgegeben. Aber mit den Nähmaschinen alleine war es nicht getan. „Wir wandten uns an den Verein „Refugees Integrated“, dessen Mitglieder die insgesamt 80 Bewohner in der Unterkunft ehrenamtlich mitbetreuen, indem sie sie unter anderem bei Behördengängen oder bei Besuchen zum Arzt begleiten. „Wir haben zu Stoffspenden aufgerufen, weil wir dieses tolle Projekt ebenfalls unterstützen wollten“, erklärt Frank van Veen, der Vorsitzende des Vereins.

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Inzwischen sind die Näher zu dritt. Jafar Othman aus Syrien und Mahir Togrul aus der Türkei bedienen die Nähmaschinen. Und so geschickt wie sie vorgehen, ist zu erkennen, dass sie den Umgang mit der Nähmaschine gewohnt sind. „Sie haben beide das Schneiderhandwerk gelernt“, erklärt Mohammed Sawas. Hasibe Togrul, die Ehefrau von Mahir, geht den beiden Männern bei ihren Arbeiten zur Hand.

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Ging es zunächst darum, die Bewohner der Unterkunft mit Gesichtsmasken auszustatten, zieht die Idee inzwischen große Kreise. „Wir wollen verschiedene Einrichtungen in Bad Säckingen mit unseren Masken ausstatten“, erklärt der Leiter der Unterkunft. Vorsitzender Frank van Veen denkt über das Jugendhaus nach und er möchte auch Kontakt zum Rathaus aufnehmen. Dort sollen die Besucher, jeweils eine Maske zur Verfügung gestellt bekommen.

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„Über weitere Einrichtungen denken wir noch nach“, erklärt der Vorsitzende der Refugees Integrated. Dass in der Gemeinschaftsunterkunft momentan fleißig genäht wird, hat auch noch einen anderen positiven Effekt. „Jetzt kommen auch die anderen Bewohner hinzu und möchten ihre Kleidung abgeändert haben“, erzählt Mohammed Sawas. Für den Leiter der Unterkunft ein Zeichen, dass die Menschen verschiedener Kulturen freundlich aufeinander zugehen und sich einander helfen. „Die Bewohner hier sind froh, dass sie etwas zu tun haben“, so Mohammed Sawas. „So können sie Deutschland wenigstens einen kleinen Teil zurückgeben von dem, was sie hier bekommen haben“.

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Zur Aktion: Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Gettnau würden sich um Stoff- und Materialspenden wie Gummiband oder Nähmaterial freuen. Wer die Aktion ebenfalls unterstützen möchte, kann sich direkt an den Vorsitzenden von Refugees Integrated, Frank van Veen, per E-Mail (info@refugees-integrated.org) wenden.