Margaretha und Walter Michel dürfen die Gnadenhochzeit feiern, das Paar schloss vor 70 Jahren den Bund fürs Leben. Seit nunmehr 20 Jahren wohnt das Paar an der Albert-Gersbach-Allee in Bad Säckingen, von wo aus der herrliche Ausblick auf den Rhein und die Schweizer Nachbarschaft täglich genossen wird. Nicht nur ein Tag werden Festivitäten bei Michels genossen, sondern an zwei Tagen, denn am Tag nach der Gnadenhochzeitsfeier wird Walter Michel 98 Jahre alt. Dass so richtig gefeiert werden kann, dafür ist das Jubelpaar gut gerüstet, denn auch ein Glas guten Rotweins weiß man noch durchaus zu genießen.

Das Paar ist sicherlich eines der aktivsten Ehepaare, die das Fest der Gnadenhochzeit feiern können. Immerhin ist Margaretha Michel, geborene Schillinger, auch bereits 91 Jahre alt. Immer noch wird der gepflegte Haushalt selbst gemacht. Einmal in der Woche kommt eine Pflegekraft der Awo um zu helfen, wo Not am Mann ist.

Verbunden mit der Trompeterstadt

Mit der Trompeterstadt ist das Jubelpaar seit der Jugend verbunden. Sie besuchten beide in Bad Säckingen die Schule. Margaretha Michel arbeitete dann in der elterlichen Druckerei Schillinger. Walter Michel besuchte das Realgymnasium und dann das Technikum in Konstanz. Das Studium musste er abbrechen, denn er wurde 1941 zur Wehrmacht eingezogen. Beim Russlandfeldzug wurde er 1944 schwer verwundet. Der linke Oberschenkel musste amputiert werden. Im Januar 1945 kam er wieder in die Heimat. Er arbeitete dann als Praktikant bei den Tonwerken in Kandern.

1950 heirateten Margaretha und Walter Michel. Sie haben eine Tochter, die mittlerweile in Freiburg lebt, ihre Eltern aber regelmäßig besucht. 1957 übernahm Walter Michel für einige Jahre die väterliche Ziegelei in Murg, 1962 gründete er die Firma Thermo, einen Betrieb für Wärmetechnik in Ziegeleien. Im Jahre 1979 übergab er die Firma einem Nachfolger.

Feste Größe im Vereinsleben

Eine feste Größe war das Jubelpaar auch im Vereinsleben. Margaretha Michel erlernte das Akkordeonspiel und spielte im Hohnerorchester. Das Musizieren machte ihr viel Freude. Für ihre Verdienste wurde sie zum Ehrenmitglied des Hohnerorchesters ernannt. Hier gehörte Walter Michel viele Jahre dem Vorstand an und war auch Vorsitzender des Bezirks Dreiländereck, nun ist er Ehrenvorsitzender und wurde mit der goldenen Verdienstnadel des deutschen Harmonikaverbandes ausgezeichnet.

Bühnenbilder für Narrenspiegel

Eng mit der Fasnacht verbunden ist Walter Michel seit seiner Jugend. Bereits 1939 gründete er die Kinderranzengarde in Säckingen. Die drei Kinderuhrmasken stellte er selbst her und bemalte sie. Nach dem Krieg war Walter Michel mit einer der Arrangeure, die die Fasnacht wieder zum Leben brachten. Er wurde Zunftmeister und führte während 36 Jahren beim Säckinger Narrenspiegel Regie. Er entwarf mehr als 40 Bühnenbilder. Nun sind es fast schon 50 Jahre her, als Walter Michel zum Ehrenzunftmeister ernannt wurde. Seine ehrenamtlichen Leistungen wurden von der Stadt Bad Säckingen und dem Land Baden-Württemberg mit Auszeichnungen gewürdigt.

Schwelgen in Erinnerungen

Wenn das Jubelpaar in Erinnerungen schwelgt, dann denkt es an die vielen Urlaubsreisen, die in fast alle europäischen Länder gemacht wurden. In den Erinnerungen von Walter Michel taucht auch immer wieder seine Frau auf. Er macht keinen Hehl daraus, dass sein vielfältiges Engagement nur möglich war, weil er immer tatkräftig von seiner Frau unterstützt wurde.

Ihr Leben ist auch noch im hohen Alter geprägt von positivem Denken – und aktiv sein. Margaretha Michel strickt gerne und löst Rätsel. Außerdem hält sie sich mit Gymnastik körperlich fit. Öfters ist sie auch auf einem Spaziergang anzutreffen. Walter Michel kann sich seit mehreren Jahren nur noch im Rollstuhl fortbewegen. Trotzdem lässt er sich nicht entmutigen. Viel Zeit verbringt er an seinem Schreibtisch, wobei er sich mit vielen Computerprogrammen bestens auskennt, so auch in der Bearbeitung von Filmen und Bildern.

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