Aus der Not eine Tugend machen – diese Redewendung trifft derzeit ziemlich gut auf die Jakob Müller AG zu. Das eigentlich auf Textilmaschinen spezialisierte Fricker Unternehmen hat im Frühjahr rasch auf die Coronapandemie reagiert und über die TexMask GmbH begonnen, gewobene und waschbare Schutzmasken herzustellen. Bis heute sind Masken im tiefen sechsstelligen Stückzahlenbereich verkauft worden. „Wir sind mit dem Erreichten sehr zufrieden“, sagt CEO Robert Reimann.

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Zu Beginn seien es vor allem Privatpersonen gewesen, die über den Onlineshop oder den Factory-Outlet-Laden am Firmensitz in Frick Masken gekauft hätten, berichtet Reimann. In den vergangenen Monaten hätten aber auch die Verkäufe an Unternehmen stark zugenommen. Seit Anfang Juli gilt schweizweit in allen öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maskenpflicht, dazu kommen in mehreren Kantonen diesbezüglich auch Vorschriften in Gastronomiebetrieben oder Einkaufsläden. „Das hat zu einem höheren Bedarf geführt“, erklärt Reimann. Pendler sind denn auch eine der Hauptzielgruppen des Unternehmens. Zu den Abnehmern gehöre nun auch einer der größten Verkehrsverbünde in der Schweiz. „Dieser stellt die Masken seinen Abonnenten gratis zur Verfügung“, sagt Reimann.

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Die TexMask AG hat inzwischen mehr als 100 verschiedene Masken im Sortiment. Möglich sind auch individuelle Lösungen für Firmen oder Vereine. „Der individuelle Druck für Logos oder Veranstaltungen ist sehr gefragt“, stellt Reimann fest.

Die Angebotspalette wird laufend erweitert. Neu im Sortiment ist etwa die „MyMaskBag“, ein gewobener Beutel für die Masken. „Ich musste mir daheim jeden Tag anhören, dass die Maske zwar super ist, es jedoch an der Aufbewahrung fehlt“, erzählt Reimann mit einem Lachen. Die „MyMaskBag“ kann einfach am Gürtel, an der Tasche oder auch am Rucksack befestigt werden. „So vergisst man die Maske nicht mitzunehmen, und nach dem Gebrauch kann man sie einfach verstauen“, so Reimann. Die Tasche ist außerdem, wie auch die Maske, bei 60 Grad waschbar. „Die Nachfrage nach dieser ­Lösung ist stark wachsend“, beschreibt Reimann.

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Das Geschäft mit den Masken hilft dem Fricker Unternehmen, die Einbußen im Kerngeschäft etwas aufzufangen – „jedoch bei Weitem nicht, um die erheblichen Einbrüche zu kompensieren. Wir freuen uns trotzdem über jeden Mitarbeiter, welchen wir in dieser Form beschäftigen können“, sagt Reimann. In der Textilwelt sehe es nach wie vor sehr schwierig aus. Mit einer Erholung des Maschinengeschäfts rechnet Reimann im Verlauf des ersten Halbjahres 2021. „Die Zeichen dafür sind gut und wir bemerken seit einigen Wochen im Ersatzteilgeschäft eine deutliche Verbesserung“, sagt er.

Der Ausblick

Die Kurzarbeit werde dennoch vorerst weitergeführt. Ziel sei es, mit neu entwickelten Produkten gestärkt aus der Corona-Krise heraus zu gehen. „Wir müssen unsere Aufgaben weiter umsetzen, damit wir das nötige Wachstum mit der Erholung von der Krise erreichen können“, sagt der CEO. Darauf, „die Strukturen der aktuell gegebenen Sondersituation anzupassen“ – sprich: auf einen Personalabbau – möchte die Jakob Müller AG laut Reimann verzichten. „Wir konzentrieren uns auf unsere mehrjährigen strategischen Ziele“, sagt Reimann.

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