Die Mineralienfreunde Hochrhein-Fricktal blicken als grenzüberschreitender Verein auf eine 50-jährige Aktivität zurück. Am 7. Mai 1971 trafen sich 31 Hobby-Mineralogen und Geologen im Gasthaus „Kater Hiddigeigei“ in Säckingen, um den Verein als eine Bezirksgruppe der VFMG (Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie mit Sitz in Heidelberg) zu gründen. Die Versammlung wurde vom Vorsitzenden Erich Hampich und Geschäftsführer Willy Wehrle geleitet. Diesem Ereignis ist eine dreitägige Sommertagung der VFMG 1969 in Säckingen vorausgegangen.

Die Vorsitzenden

In den vergangenen wechselvollen fünf Jahrzehnten leiteten Willy Wehrle (1976 bis 1987), Helmut Wachter (1987 bis 1994), Eberhard Schulze (1994 bis 2006) und Gerhard Guist (2006 bis 2014) die Geschicke des Vereins. Seit 1980 treten die Mineralienfreunde Hochrhein-Fricktal als eigenständiger und gemeinnützig anerkannter Verein auf.

Das Mineralienmusem

Als Vereins-Höhepunkt wurde am 15. September 1984 das Mineralienmuseum der Stadt Bad Säckingen im umgebauten Gewölbekeller der „Villa Berberich“ feierlich eröffnet, das seither vom Verein als Kustor betreut wird. Eine entsprechende Vereinbarung hat Willy Wehrle mit dem damaligen Bürgermeister Günther Nufer unterzeichnet. In den vergangenen beiden Jahren wurde das Museum von Grund auf renoviert, neu strukturiert und besonders attraktive Exponate ausgestellt sowie beleuchtungstechnisch erheblich verbessert.

Der Vereinsraum

Im oberen Stock der Villa befindet sich der Vereinsraum mit einer umfangreichen Bibliothek. Hier werden jeden dritten Freitag des Monats die Aktivabende abgehalten, in denen Bestimmungen von Mineralien und Fossilien, Workshops und die Sammlungsbetreuung angeboten werden.

Die Mineralienbörse

1976 wurde die erste Mineralien- und Fossilienbörse eröffnet. Seither fanden 42 Börsen mit Sonderausstellungen statt, zunächst im Vereinshaus und später im Kursaal. Die letzte wurde 2017 ausgerichtet. Eine Weiterführung war aus Altersgründen nicht mehr möglich.

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Seit der Gründung des Vereins wurden rund 320 Vorträge gehalten, zu denen auch Persönlichkeiten aus dem Fachbereich der Mineralogie und Geologie eingeladen wurden. Außerdem gab es etwa 430 Exkursionen, die unter anderem nach Elba (1980), rund 160 Mal in die Schweiz und fünfmal in das Erzgebirge führten. Seit 2006 kamen rund 150 Aktivabende hinzu. Außerdem wurden 27 Vereinsfahrten zu Museen im In- und Ausland verbucht und eine weitere Sommertagung der VFMG (1985) ausgerichtet.

Dämpfer

Der Verein erlebt seit Jahren einen drastischen Rückgang der Mitglieder aus Alters –und Gesundheitsgründen, da der Nachwuchs fehlt. Anfang der 1980er Jahre zählte er rund 120 Mitglieder, gegenwärtig sind es nur noch halb so viele. Generell ist eine Interessensverlagerung und Umorientierung feststellbar, die durch die Corona-Pandemie verstärkt wird und das Vereinsleben stark einschränkt. Außerdem hat sich die Situation für Hobby-Sammler stark verschlechtert. Durch die Auflassung von Bergwerken, abgesehen von aktiven Steinbrüchen, Rekultivierungen und anderen Strukturmaßnahmen gibt es kaum noch Fundmöglichkeiten.

Weitere Informationen

Auf der Internetseite (www.mineralienfreunde-hochrhein.de) finden sich Informationen rund um das Hobby. Gegenwärtig wird sie überarbeitet. Versammlungen finden jeden ersten Freitag im Monat im Restaurant „Zum Fährmann“ statt. Wegen Corona ruhen derzeit die Aktivitäten. Das Museum ist außerhalb der Pandemie Samstag und Sonntag, 15 bis 17 Uhr, geöffnet.

Zum Autor: Axel Brill ist passionierter Mineralien-Sammler und seit sieben Jahren Vorsitzender der Mineralienfreunde.