Um Pilze ging es am Freitag im Haus Fischerzunft in der Fischergasse in Bad Säckingen. „Unterirdische Beziehungskisten“ so der verheißungsvolle Titel einer Ausstellung des Pfalzmuseums Bad Dürkheim, die mit einer Vernissage eröffnet wurde.

Eingeladen hatten dazu der Umweltbeauftragte der Stadt Bad Säckingen Ralf Däubler zusammen mit dem BUND, NABU, Schwarzwaldverein und Naturpark Südschwarzwald. Juliane Brenke vertrat Bürgermeister Alexander Guhl. Die Organisatoren dankten ausdrücklich Martina Hofmann, der Vorsitzenden des Hauses Fischerzunft, die ihr auf drei Stockwerken verteiltes Anwesen für diese anspruchsvolle Ausstellung zur Verfügung gestellt hat.

Pilze geben und nehmen

Nach der Begrüßung der über 20 Gäste durch Ralf Däubler und der Vorstellung der beiden kompetenten Referentinnen, Kuratorin Julia Kruse und Präparatorin Manuela Raschni, führten diese die Besucher durch das Reich der Pilze, das eng mit dem Begriff Mykorrhiza verbunden ist.

Mykorrhiza bezeichnet die Symbiose oder Lebensgemeinschaft zwischen Pflanzenwurzeln und Pilzhyphen. Passionierte Pilzsammler haben festgestellt, dass bestimmte Pilze in der Nähe von Fichten, Buchen, Birken oder Eichen wachsen, was damit zusammenhängt, dass zum Beispiel Birkenpilze in der Nähe von Birken und Maronen in der Nähe von Fichten zu finden sind, um es vereinfacht auszudrücken. Das bedeutet, dass jeder Pilz eine bestimmte Art von Pflanzen und Bäumen bevorzugt, um mit ihnen eine Mykorrhiza einzugehen und sich so gegenseitig mit Nährstoffen zu versorgen.

Neben einer Anzahl Schautafeln, die im Haus Fischerzunft verteilt aufgestellt sind, war auch eine Schüssel voll echter Waldpilze zu ...
Neben einer Anzahl Schautafeln, die im Haus Fischerzunft verteilt aufgestellt sind, war auch eine Schüssel voll echter Waldpilze zu betrachten, anhand denen die Referentinnen die verschiedenen Pilze erklärten. Bild: Reinhard Herbrig

Pilze haben große unterirdische Systeme

Wie die Referentinnen bei ihrem Rundgang durch die drei Etagen, die mit vielem Schautafeln versehen sind, erklärten, sind die Pilze oder Fruchtkörper der kleinere Teil der Pilze, die diese zur Vermehrung bilden, während der größere Teil in kilometerlangen Pilzhyphen unterirdisch zu finden ist.

Bei der Eröffnung der Ausstellung über Pilze im Haus Fischerzunft Umweltbeauftragter Ralf Däubler (von rechts), Vorsitzende Haus ...
Bei der Eröffnung der Ausstellung über Pilze im Haus Fischerzunft Umweltbeauftragter Ralf Däubler (von rechts), Vorsitzende Haus Fischerzunft Martina Hofmann, Kuratorin Julia Kruse, Präparatorin Manuela Raschni. Bild: Reinhard Herbrig

Jedenfalls lohnte es sich für die Besucher, die oft wissenschaftlichen Erklärungen über den Nutzen der Pilze zu verfolgen. Diese sind auch auf den vielen Schautafeln, die die beiden Referentinnen in vielen Arbeitsstunden aufgestellt haben, nachzulesen. Im Anschluss fand ein reger Gedankenaustausch zwischen den Referentinnen und den Besuchern bei einem Glas Sekt statt.

Wann ist die Ausstellung zu sehen?

Die Ausstellung ist bis 29. Januar an jedem Samstag und Sonntag von 12 bis 17.30 Uhr geöffnet, zu besuchen und in die Welt der Pilze einzutauchen. Der Besuch hilft sicher, essbare noch besser von giftigen Pilzen zu unterscheiden.