Mit einem Spatenstich wurde am Samstag der Baubeginn für das seniorengerechte Wohnbauprojekt der Senioren-Wohnbaugenossenschaft „Daheim Bleiben eG“ in Harpolingen eingeläutet. Den kirchlichen Segen für das Gelingen des Vorhabens erteilte der katholische Pfarrer im Ruhestand Stephan Bäumle. Der Priester selbst, dessen Familie aus Harpolingen stammt, wird in seine Heimat zurückkehren und selbst in die Senioren-Wohnanlage einziehen.

Pfarrer Stephan Bäumle stellte das Bauprojekt mit dem kirchlichen Segen unter den Schutz Gottes.
Pfarrer Stephan Bäumle stellte das Bauprojekt mit dem kirchlichen Segen unter den Schutz Gottes. | Bild: Hans-Walter Mark

Getreu dem Ziel der Wohnbaugenossenschaft entstehen in dem Gebäudekomplex unterhalb der Herz-Jesu-Kapelle neun barrierefreie und altersgerechte Seniorenwohnungen unterschiedlicher Größe, eine Familienwohnung, zwei Dachwohnungen sowie ein Gäste-Appartement. Fünf der Wohnungen seien bereits fest vermietet, drei seien reserviert und vier seien noch zu haben. Ein großzügig verglaster Gemeinschaftsbereich schafft Treffpunkte. Jede Wohnung verfügt über einen Balkon, eine Loggia, Dachterrasse oder eine Terrasse mit Gartenzugang. Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt von Süden von der Dorfstraße her.

Bau-Ende noch unklar

„Zu welchem Zeitpunkt das Gebäude fertiggestellt sein wird, hängt vom Verlauf des Winters ab und davon, ob die Handwerker zum richtigen Zeitpunkt die benötigten Materialien erhalten“, so die Architektin Andrea Wegfahrt beim Spatenstich.

Harry Drews und Christine Oechslein (von links), Vorstände der Wohnbaugenossenschaft freuen sich zusammen mit Architektin Andrea ...
Harry Drews und Christine Oechslein (von links), Vorstände der Wohnbaugenossenschaft freuen sich zusammen mit Architektin Andrea Wegfahrt, dass mit dem Bau der Wohnanlage begonnen werden kann. | Bild: Hans Walter-Mark

An eine anfängliche Skepsis, ob das ambitionierte Bauprojekt städteplanerisch funktioniert, erinnerte sich während des Spatenstichs der Bad Säckinger Bürgermeister Alexander Guhl. Er zeigte sich beeindruckt, dass insbesondere unter Federführung von Christine Oechslein, mit der seniorengerechten Wohnanlage Verbesserungen in der ländlichen Struktur nicht nur gefordert, sondern beispielhaft in die Tat umgesetzt werden.

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Begeistert von dem einzigartigen Millionenprojekt in der Region, äußerte sich zudem der stellvertretende Ortsvorsteher Stefan Malzacher. Er wies darauf hin, dass Hausbesitzer im Seniorenalter durch das Angebot an kleineren und seniorengerechten Wohnungen weiterhin selbstbestimmt im Ort wohnen können und dadurch gleichzeitig Familien mit Kindern die Möglichkeit eröffnet wird, ein Haus zu erwerben.

Mit der Familie Samuele, Silvano und Simona Marchiano und Gerlinde Stiegeler, sowie Josef Dietzig (von links) wohnen nach Fertigstellung ...
Mit der Familie Samuele, Silvano und Simona Marchiano und Gerlinde Stiegeler, sowie Josef Dietzig (von links) wohnen nach Fertigstellung der Wohnanlage mehrere Generationen unter einem Dach. | Bild: Hans-Walter Mark

Christine Oechslein, die zusammen mit Harry Drews als gleichberechtigter Vorstand der Genossenschaft agiert, erläuterte den Werdegang des Großprojekts von

Es fehlte an Wohnraum für ältere Mitbewohner

der Idee vor drei Jahren bis zum jetzigen Baubeginn. Damals hätte die Vorstandschaft des Bürgervereins „Daheim in Harpolingen e.V.“, dessen Vorsitzende Christine Oechslein ist, dem Vorstand der Bad Säckinger Familienheim eG erstmalig die Projektidee erörtert und fand Zustimmung. Als Beweggrund, sich für selbstbestimmtes Wohnen für Senioren im Ort zu engagieren, habe der Bürgerverein die Alterspyramide gesehen: Rund ein Viertel der Harpolinger Einwohner sind 65 Jahre alt und älter. Bisher fehlte aber Wohnraum im Dorf, der speziell auf die Bedürfnisse älterer Mitbewohner abgestimmt ist.

Das Modell der Seniorenwohnanlage: So soll sie nach Fertigstellung aussehen.
Das Modell der Seniorenwohnanlage: So soll sie nach Fertigstellung aussehen. | Bild: Hans-Walter Mark

Weitere wichtige Schritte für das Team der Genossenschaft seien gewesen, ein geeignetes Baugrundstück zu finden und durch Machbarkeitsstudien herauszufinden, wie das Grundstück bebaut werden kann. Als Grundlage für die Genossenschaftsgründung galt es außerdem, Projekt- und Finanzierungspläne zu erstellen: Die voraussichtlichen Baukosten für das Großprojekt inklusive Grundstück seien dann im Mai 2021 mit 4,3 Millionen Euro veranschlagt worden.

Am 1. Juni 2021 fand die Gründung der Senioren-Wohnbaugenossenschaft „Daheim Bleiben eG“ mit 31 Gründungsmitgliedern statt. Christine Oechslein sei dankbar, dass Vorstand und Aufsichtsräte unter Vorsitz von Klaus-Werner Kroll ein wirklich starkes Team bilden würden, das in wenigen Monaten viel bewegt hätte. Dadurch sei es möglich gewesen, in zahllosen ehrenamtlichen Stunden im vergangenen halben Jahr Grunderwerb, Baugenehmigung und Baufreigabe, Wohnungsvermietung, Versicherung sowie erste Vergaben zu erledigen. Oechslein bekräftigte, dass ein solches Großprojekt niemand im Alleingang stemmen könne, sondern es das Ergebnis gemeinsamer Anstrengung sei – getreu dem Genossenschaftsgedanken: Gemeinsam zu erreichen, was der Einzelne nicht schaffen kann.

Erfreut zeigten sich die Vorstände Harry Drews und Christine Oechslein, dass es ihnen trotz der angespannten Lage in der Baubranche gelungen sei, erfahrene lokale Unternehmen für das Bauvorhaben zu gewinnen.

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