Vor allem bei jungen Leuten wurde die Öffnung der Fahrschulen nach der Corona-Pause mindestens ebenso sehnlich erwartet wie die der Friseure. „Sie müssen sich einen Jugendlichen vorstellen, der sein Moped zu Hause, die theoretische Prüfung bestanden, aber noch keinen Führerschein hat“, bringt es Fahrschulleiter Daniel Helm aus Görwihl auf den Punkt. Seit 11. Mai hat das Warten ein Ende und die Fahrschulen sind geöffnet. Eigentlich war eine schrittweise Öffnung geplant. Doch seit 6. Mai ist dieser Beschluss vom Tisch und die Fahrschulen im Land durften wieder voll einsteigen beziehungsweise einsteigen lassen. Und der Andrang ist groß.

„Ich hatte am ersten Tag bereits elf Fahrstunden gegeben“, freut sich Daniel Helm. Er ist froh, dass es nach der Schließung der Fahrschulen im Land am 17. März nun endlich wieder weitergehen kann. „Vor der Schließung hatte ich noch einige Fahrschüler, die bereit waren für die praktische Prüfung“, so Helm weiter. Dass er nicht mehr unterrichten konnte, hat viele Eltern verärgert, die diesem Ärger am Telefon Luft gemacht haben. „Es gibt Betriebe, die machen einen Lehrvertrag von einem Führerschein abhängig“, weiß der Fahrlehrer. In einem ihm bekannten Fall konnte eine junge Frau ihre Lehrstelle nicht antreten, weil sie den Führerschein nicht rechtzeitig hatte.

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Deshalb ist Daniel Helm momentan dabei, die Fahrschüler, die kurz vor der Prüfung gestanden sind, noch einmal nach zu schulen und für die Prüfung vorzubereiten. „Am Donnerstag finden bereits die ersten Prüfungen statt“, erklärt Helm weiter. Doch sowohl der theoretische Unterricht als auch die Fahrstunden und die Prüfungen finden unter strengen gesetzlichen Vorgaben statt. „Fahrschüler für das Zweirad müssen ihre Ausrüstung selbst mitbringen“, zählt der Fahrlehrer auf. Bisher hat die Fahrschule die Schutzkleidung gestellt. Lediglich das Funkgerät erhalten die Schüler von der Fahrschule direkt.

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Bei der Autofahrt mit einem Fahrschüler muss das Auto nach jeder Fahrstunde gründlich gelüftet und desinfiziert werden. Weil der Sicherheitsabstand im Auto nicht eingehalten werden kann, müssen der Schüler und der Fahrlehrer Mundschutz tragen. Im Schulungsraum müssen die Tische während des Theorieunterrichts weit auseinander stehen und es darf nur ein Schüler pro Tisch Platz nehmen. „Ich verfüge zum Glück über einen großen Schulungsraum und kann entsprechend viele Fahrschüler unterrichten“, sagt Daniel Helm. Allerdings ist das nicht in jeder Fahrschule der Fall.

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„Wo sonst 25 Schüler sitzen, haben momentan nur elf Platz“, sagt Ulrike Huber von der Fahrschule Roland Walter. Auch sie und ihr Mann Torsten haben seit 11. Mai alle Hände voll zu tun, den Fahrschulbetrieb wieder aufzunehmen. „Wir konzentrieren uns momentan auf die Fahrschüler, die kurz vor der Prüfung stehen“, sagt sie. Auch bei der Fahrschule Walter finden am 14. Mai die ersten Prüfungen statt. Auch Ulrike Huber und ihr Mann tragen Schutzmasken – wie die Fahrschüler bei der Fahrt. „Ich habe es mir eigentlich schlimmer vorgestellt“, hat die Fahrlehrerin kein Problem. Sie ist zufrieden damit, dass es jetzt endlich wieder losgehen kann. „Und wir hoffen jetzt, dass es auch so bleiben wird.“

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