So nass wie in diesem Jahr war der Juli am Hochrhein noch nie. Klagten in den vergangenen Jahren vor allem die Landwirte über zu lange Trockenheit in den Sommermonaten, war es in diesem Jahr des Guten zu viel. 243,2 Liter Regen fielen im vergangenen Monat pro Quadratmeter an der Wetterstation im Bad Säckinger Kurgebiet. Seit Beginn der standardisierten Wetteraufzeichnungen im Jahr 1966 gab es in einem Juli noch nie so viel Regen. Die Messung liegt sogar 135 Liter über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. Der Juli geht damit als der drittnasseste Monat in die Wetterstatistik ein: Lediglich im März 2001 (288,2 Liter Pro Quadratmeter) und im November 2002 (248,8) regnete es noch mehr.

Das Juli-Wetter in Zahlen

Und noch ein Wetter-Rekord wurde im vergangenen Monat verbucht: Noch nie gab es einen Juli ohne auch nur einen einzigen Hitzetag über 30 Grad Celsius. Der höchste gemessen Wert lag bei 29,9 Grad. Gegenüber der Norm blieb der Juli rund ein Gard zu kalt. Sogar der Juni war 1,1 Grad wärmer – üblicherweise ist der Juli am Hochrhein der heißeste Monat des Jahres.

Der Beginn

Nach leichtem Nieselregen begann der Juli in Bad Säckingen bis zum Abend des 3. unter dem Einfluss von Zwischenhoch „Beate“ recht sonnig und mild. Die Tiefs „Yap“ und „Zyprian“ sorgten aber dafür, dass ab dem Abend des 3. bis zum 9. Juli bis auf wenige Ausnahmen Schauer, Gewitter, zeitweiliger Starkregen sowie gut 2,5 Grad Celsius (°C) zu kühle Temperaturen begleiteten. Des einen Freud, des anderen Leid. Einige freuten sich über die angenehmen Temperaturen und Regenfälle, wodurch sich die Natur im Gegensatz zu den vergangenen Sommern üppig grün zeigte. Andere wünschten sich Badewetter mit viel Sonne und Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke.

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Ein stabiles Hochdruckgebiet war bis auf Weiteres nicht in Sicht, denn Tiefdruckeinfluss blieb auch weiterhin das Maß der Dinge. Ein Tief drückte dem nächsten Tief quasi die Klinke in die Hand. Nachdem Tief „Arno“ abgezogen war, brachte das konstante Unwettertief „Bernd“ ab dem 12. Juli sintflutartigen Regen nach Bad Säckingen. Am 13. fielen innerhalb von 14 Stunden 62 Liter pro Quadratmeter (l/m²) Regen und bis zum 15 Juli fielen nochmals 54,4 l/m². In der ersten 2,7 °C zu kalten Julihalbzeit fielen mit 160,2 l/m² schon 148 Prozent des normalen Juliniederschlags und die Sonne schien an 81 Stunden erst 31 Prozent des Julisolls.

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Gewittrige Schauer zum Start in die zweite Hälfte erhöhten den Niederschlag bis 17. um 9,2 l/m². Hoch „Dana“ sorgte dann ab dem 18. mit freundlichem und sommerlich warmem Wetter dafür, dass die Starkregenfälle der vergangenen Woche erst einmal Geschichte waren. Mit 29,9 °C wurde am 23. die höchste Temperatur des Monats erreicht und ein Hitzetag nur knapp verpasst. Ab dem 24. fiel die normalerweise heißeste Jahreszeit in alte Muster zurück, denn Hoch „Dana“ konnte sich nicht nachhaltig einnisten. Tief „Dirk“ schickte Bad Säckingen neben Wolken auch kräftige Schauer und Gewitter. Dieses unbeständige und gewitterträchtige Wetter, eigentlich typisch mitteleuropäisch, blieb uns in Bad Säckingen bis zum Monatsende erhalten.