Die Computerausstattung der beruflichen Schulen in Bad Säckingen macht mit dem Geldregen des Digitalpakts einen großen Schritt nach vorn. Die Kreisräte des Fachausschusses haben dem geplanten Einsatz von fast 700.000 Euro an Staatszuschüssen für Netzwerke, Schulserver, Internetanschlüsse, digitale Lehrmittel und Endgeräte für Schüler und Lehrer an den drei Schulen zugestimmt. Ziel von Landrat Martin Kistler ist nun, das Schulzentrum elektronisch auch an das leistungsfähige Glasfasernetz anzuschließen, dessen überörtliche Hauptleitung der Landkreis derzeit ausbaut.

Die Schwachstellen

Die Schwachstelle der EDV in den drei Schulen ist außerhalb des Campus‘ zu suchen, dort wo die interne Technik den schnellen Anschluss an die weite Welt braucht. Ein leistungsfähiger Breitbandanschluss sei „noch ein Knackpunkt“, erklärte Markus Siebold, Amtsleiter für die Liegenschaften beim Kreis. Die Taktfrequenz beim Hoch- und Herunterladen von Dateien sei schwach. Die Schulen hätten ihm aber signalisiert, dass sie damit zurechtkämen.

Der Glasfaseranschluss bleibt also für die Schulen ein Ziel. Tempo dabei fordert Kreisrat Martin Benz (CDU). Mit der angebotenen Download-Rate des Kupferkabels sei schon eine internetaktive vierköpfige Familie „nicht mehr handlungsfähig“. Kein Netzbetreiber in der Bäderstadt biete im Moment zu vertretbaren Bedingungen mehr als eine Kupferkabellösung an, bedauert der Landrat, der die Kreisschulen dennoch „auf einem sehr guten Weg“ sieht.

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Wirtschaftlich erweist sich die räumliche Nähe der drei Schulen als vorteilhaft. Durch Vernetzung will man ein gemeinsames Glasfasernetz, gemeinsame Server und eine einheitliche Infrastruktur nutzen. Daneben geht es um digitale Arbeitsgeräte wie elektronische Tafeln und mobile Endgeräte für Schüler und Lehrer wie Notebooks und Tablets, für die das Land bereits Geld über ein Sofortprogramm bereitstellte.

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Ob gesichert sei, dass allen Schülern ein Gerät dauerhaft zur Verfügung stehe, wollte Kreisrat Alexander Guhl (SPD) wissen, der auch Bad Säckingens Bürgermeister ist. Laut Schulleitern seien noch Geräte verfügbar, antwortete Siebold, ein Teil der Lehrkräfte arbeite allerdings im Homeoffice immer noch mit privaten Computern. Bis zum Frühjahr 2022 soll der Digitalpakt Schule „gelaufen sein“, so die Antwort auf eine entsprechende Frage von Klaus Denzinger (FDP).

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Die Fortbildung der Lehrer für den Umgang mit dem teuren Gerät solle mit mehr Druck eingefordert werden, forderte Kreisrat Volker Jungmann. Die beste Ausstattung der Schulen bringe nichts, wenn die Nutzer nicht damit umgehen könnten, meinte der SPD-Sprecher. Der Landrat, für die Pädagogik nicht zuständig, will als Schulträger den Wunsch gleichwohl weitergeben.