Der Trompeter ist jüngst im Rhein vor dem Schlosspark in Bad Säckingen herum gedümpelt. Seit Kurzem kann er die Anlegestelle wieder verlassen und auf Fahrt gehen. Die Rede ist vom Ausflugsschiff „Trompeter von Säckingen“, das während der Lockdownphasen lange Zeit festlag.

Aussichtsreich: Immer zwischen Deutschland und der Schweiz geht der Blick während der Schifffahrt mal auf die eine mal auf die andere Seite. Schöne Landschaften sind hüben wie drüben zu entdecken.
Aussichtsreich: Immer zwischen Deutschland und der Schweiz geht der Blick während der Schifffahrt mal auf die eine mal auf die andere Seite. Schöne Landschaften sind hüben wie drüben zu entdecken. | Bild: Peter Koch

Am 20. Juni startete Schiffsführer und Schiffseigner Johann-Peter Michlmayr zur ersten Fahrt seit Monaten. 15 Fahrgäste durfte er dazu begrüßen. Das war sicherlich keine Fahrt, die die Kasse klingeln lässt, aber doch ein Anfang vom Ende der Krise.

Das Schiff und seine Route auf dem Rhein

Die sitzt Michlmayr noch in den Knochen und er ist froh, dass er wieder loslegen kann, auch wenn es noch nicht gewinnbringend laufe in den ersten Wochen, so könne er doch die Verluste begrenzen, erklärt Michlmayr. Am Tag der zweiten Fahrt waren es dann schon rund 70 Fahrgäste, so war das Oberdeck, das aufgrund der Pandemie-Regeln locker bestuhlt war, gut gefüllt. „Für eine lohnende Fahrt sollten es schon um die 100 Fahrgäste sein“, gibt der Kapitän Auskunft.

Entspannt: Lilo und Hans-Peter Endlicher aus Rheinfelden kennen den „Trompeter“ und fahren gerne mit. Außer ihnen befanden sich rund 70 Fahrgäste während der zweiten Ausfahrt nach der Lockdwonphase auf dem „Trompeter von Säckingen“.
Entspannt: Lilo und Hans-Peter Endlicher aus Rheinfelden kennen den „Trompeter“ und fahren gerne mit. Außer ihnen befanden sich rund 70 Fahrgäste während der zweiten Ausfahrt nach der Lockdwonphase auf dem „Trompeter von Säckingen“. | Bild: Peter Koch

Mit von der Partie an diesem Tag waren Lilo und Hans-Peter Endlicher aus Rheinfelden. „Wir wollten an diesem sonnigen Tag einen Ausflug machen und dass wir den Markt im Schlosspark mit einer Schifffahrt verbinden konnten ist besonders schön“, gibt Hans-Peter Endlicher Auskunft. Sie seien schon häufiger mit dem „Trompeter“ gefahren und wollten die Betreiber auch unterstützen, die sicherlich eine schwere Zeit hatten, ergänzt seine Frau Lilo. Neben Familien, die ihren Kindern ein besonders Erlebnis bieten wollten, waren auch Paare jedes Alters und auch ein paar Touristen an Bord.

Probleme mit anderen Menschen im und auf dem Wasser

Und kaum ist Michlmayr wieder unterwegs, treten altbekannte Probleme auf. Seine Frau Jutta Becker und ihr Sohn Enrico berichten davon, dass die Personenzahl, die den Rhein auf Luftmatratzen oder in Schwimminseln befahren, seit Jahren zunehme. „Heute ist eine wahnsinnige Strömung, es ist mir unbegreiflich, wie Menschen sich mit einfachsten Luftmatten in solche Gefahr begeben können.“ Michlmayr ist ungehalten, aber ruhig. Die Situation ist nicht neu und auch die gestiegene Verantwortung, die die rücksichtslosen Hobbykapitäne ihm einfach aufbürden, trägt er professionell.

Riskant: Die Hobbykapitäne haben Spaß. Vor allem an heißen Tagen tummeln sich viele Menschen in geeigneten und auch gänzlich ungeeigneten Wasserfahrzeugen auf dem Rhein. Dabei sind sie teilweise eine Gefahr für sich und die Schifffahrt.
Riskant: Die Hobbykapitäne haben Spaß. Vor allem an heißen Tagen tummeln sich viele Menschen in geeigneten und auch gänzlich ungeeigneten Wasserfahrzeugen auf dem Rhein. Dabei sind sie teilweise eine Gefahr für sich und die Schifffahrt. | Bild: Peter Koch

So kommt es auch an diesem Tag zu problematischen Situationen. Beim Anlegen in Wallbach (Schweiz) muss Michlmayr einer Gruppe junger Männer ausweichen, die mit einem riesigen schwimmenden Flamingo entlang des Rheinufers treiben und keinerlei Gewalt über ihr Gefährt haben. Der „Trompeter“ kann Wallbach daher zunächst nicht planmäßig anlaufen.

Zusatzaufwand

Erst nach einem Wendemanöver hunderte Meter flussabwärts kann die Anlegestelle mit Verspätung angesteuert werden. Dabei zirkelt Michlmayr das 32 Meter lange Boot zwischen kleinen Motorbooten, Luftmatratzen, Stand-Up-Paddlern und Schwimmern, die sich bis in die Rheinmitte wagen, hindurch. „Eigentlich müssten die Freizeitsportler der Berufsschifffahrt Vorrang einräumen und sich an diverse Regeln halten“, beschreibt Jutta Becker das grundsätzliche Problem, „diese Regeln kennen die meisten aber nicht und wir müssen schauen, wie wir klar kommen“, sagt sie.

Entspannung auf dem Wasser

Die Fahrgäste erfreuen sich am tollen Wetter und den lustigen Ausflüglern auf dem Rhein. Bei einem Kaffee oder einem kühlen Getränk bietet die Fahrt Entspannung und interessante Eindrücke. Im Juli möchte die „Trompeter“-Crew wieder mehr Fahrten anbieten. So soll es seit 6. Juli drei Fahrten in der Woche geben. Dafür sucht Michlmayr noch einen Matrosen oder eine Matrosin für Aufgaben beim An- und Ablegen des Schiffs und bei der Bewirtung der Fahrgäste.