„Ich bin schon enttäuscht, aber mit so etwas muss man rechnen“, sagt Edgar Steinacher. „Schade, doch das ist Demokratie“, meint Franziska Zurfluh. Mit diesen Worten reagieren die beiden Käufer des alten Zollhauses in Stein darauf, dass es der IG Zollhüsli gelungen ist, gegen den Verkauf ein Referendum zu erwirken. 187 Unterschriften haben die Initianten dafür gesammelt, 27 mehr als nötig. Jetzt sollen die Steiner am 7. März an der Urne darüber abstimmen, ob Steinacher und Zurfluh ihre Pläne mit der Liegenschaft verwirklichen können oder nicht.

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Am Abend des 5. Dezember war die Welt für die beiden noch in Ordnung: 71 von 123 Stimmberechtigten bewilligten an der Gemeindeversammlung den Verkauf des Gebäudes an der alten Holzbrücke – zum Kaufpreis von 500.000 Franken. Nur 26 sagten Nein dazu.

„Wir hätten so oder so erst die Referendumsfrist von 30 Tagen ab Publikation der Versammlungsergebnisse abgewartet“, sagt Steins Gemeindeschreiber Sascha Roth. Und begründet damit, dass noch kein Kaufvertrag unterzeichnet und somit auch kein Geld bezahlt worden ist.

Alles parat

Aber eben: Ohne Referendum wären die 30 Tage inzwischen abgelaufen und das Projekt könnte schon aufgegleist werden. „Wir hätten uns schon einen Architekten gesucht, die ersten Pläne gemacht und das Baugesuch vorbereitet“, so Steinacher. „Wir hätten gerne schon vorwärtsgemacht, aber jetzt müssen wir uns bis zum 7. März gedulden.“ Dabei ist laut Zurfluh „alles parat“ – Finanzierung und Betriebskonzept. Zurfluh, welche die im alten Zollhaus geplante Gastronomie führen soll, hat erst vor wenigen Wochen ihr Wirtepatent erlangt und könnte „gleich loslegen.“ Neben der halben Million Franken für die Liegenschaft selbst wären sie und Steinacher bereit, bis zu einer Million Franken für deren Sanierung aufzuwenden.

Kein Renditeprojekt

„Wir wollen aus dem Gebäude etwas Schönes machen. Wir nehmen den Steinern nichts weg, wir wollen ihnen im Gegenteil etwas geben“, betonen die beiden. Sie hätten Auflagen seitens des Gemeinderates zu beachten, unter anderem, dass das Zollhaus für die Öffentlichkeit nutzbar sein soll. Sie bekräftigen ihre Bereitschaft, die Steiner Vereine mit ins Boot zu nehmen, und beteuern: „Für uns ist das kein Renditeprojekt zum Geldverdienen.“ Beide hoffen, dass die Steiner das am 7. März auch so sehen und den in der Gemeinde am 5. Dezember beschlossenen Verkauf an der Urne bestätigen. Steinacher: „Wir hoffen auf ein positives Votum des Volkes.“

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Was ist Plan B, sollte es negativ ausfallen und der Verkauf des Zollhauses neuerlich und öffentlich ausgeschrieben werden, wie es die Initianten fordern? „Ob wir in dem Fall noch im Rennen sind, ist im Moment offen“, sagt Zurfluh.

Öffentliche Ausschreibung

„Wir fordern die öffentliche Ausschreibung. Andere Leute sollen auch die Chance haben, das Zollhaus zu kaufen“, sagt derweil Marcel Mösch, Mitinitiant des Referendums. Es habe ja zuvor „nie zur Debatte gestanden, dass das Zollhaus verkauft werden soll“.