Jammerschade. Die bis ins Kleinste geplanten Veranstaltungen des Kulturkreises der Senioren werden im vergangenen Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie komplett gestrichen. Nichts war mehr zu erleben, nichts mehr zu besichtigen, nichts mehr im Spiel zu erkämpfen. Und im laufenden Jahr verspricht es nicht anders zu werden. Kein Sommerfest, kein Besuch der Kaiserstädte, keine Spielabende mehr. Mühevoll und in Kleinarbeit wurde alles akribisch vorbereitet. Ob es sich um Halb- und Tagesausflüge, Kunst und Kultur, Lesungen, wöchentliche Treffen, Boule-Wettkämpfe oder Fremdsprachen dreht. Alles ist für das Jahr 2021 vorbereitet und startklar. Aber wegen Corona nicht durchführbar.

Blick auf die Anfänge

Dabei hat alles so gut angefangen. Mit der Zielsetzung, ein umfangreiches Angebot an Veranstaltungen für Senioren zu bieten, wurde der Kulturkreis für Senioren Bad Säckingen vor 21 Jahren gegründet. Ein paar Duzend Senioren saßen 2000 am Runden Tisch und riefen den Kulturkreis ins Leben. Man zählte zu Beginn rund 40 Mitglieder, inzwischen sind es rund 200 Mitglieder. Vorsitzender war Kurt Döbele. Seit 2009 leitet Reiner Steulmann den Kulturkreis. Als pensionierter Manager nutzt er die Gelegenheit, seine Erfahrungen im Umgang mit Menschen einzubringen.

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Heute leitet er immer noch den Kulturkreis für Senioren als Vorsitzender, möchte aber das Amt gerne abgeben. Kann es aber nicht, da eine Mitgliederversammlung und damit Wahlen pandemiebedingt nicht stattfinden können. Reiner Steulmann vor zwei Jahren: „Wenn ich 80 bin, höre ich definitiv auf“. Zwar hätte er seine Beiräte zur Seite gehabt, aber in seinen aktiven Jahren hat er sich enorm in die Vereinsgeschicke eingebracht, so die stellvertretende Vorsitzende Elsbeth Meyer. „Im Grunde war das ein Ein-Mann-Betrieb“, so ihre Feststellung. Misslich dabei war, dass über viele Jahre kein Stellvertreter zur Verfügung stand.

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Inzwischen hat sich das Bild gewandelt. Elsbeth Meyer übernimmt zu großen Teilen die Amtsgeschäfte. Das Angebot beinhaltet inzwischen ein umfangreiches Bildungs- und Reiseprogramm. Es bietet außerdem die Möglichkeit, sich in das gesellschaftliche Leben der Stadt zu integrieren. Jeden Mittwoch werden zum Beispiel bei der Spielgruppe die Karten zum Skatspiel gemischt. Im November findet sich der „harte Kern“ zum nächsten „Runden Tisch“ zusammen. Unter Einhaltung der Pandemie-Regularien wird dann das Angebot für 2022 zusammengestellt. Pro Monat einen Ausflugstermin. „Mir liegt das Weihnachtsgansessen im November am Herzen“, wünscht sich Elsbeth Meyer. Aber auch das wird vermutlich nicht stattfinden. Elsbeth Meyer sieht aber auch die positive Seite: „Da machen wir kurzen Prozess. Wir übernehmen die vorhandene Planung aus dem Jahr 2021 in das nächste Jahr.

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Voller Begeisterung sagt sie: „Der Verein lebt ja“. Mit Roland Zimmermann, früher Chefkoch der Reha-Klinik und aktuell beim Bildungszentrum Christiani zuständig für die Küche, wurden sich die Vereinsoberen schnell einig. Nach einem Probeessen bei Christiani in Wallbach war die Gelegenheit geboren, täglich zum Mittagessen zu kommen. Pandemiebedingt im Moment „to-go“. Einmal pro Woche wird in der Küche ausgeholfen. Eine weitere Idee wurde realisiert – das „Montag-Morgen-Mail“. Damit wird der wöchentliche Speiseplan bekanntgegeben, aufgepeppt mit sinnigen Sprüchen. Das kam an und wird durch den Kulturkreis weitergeführt. Außerdem sucht der Verein Mitglieder, welche bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

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