Zwei Jahre hat es gedauert, um die Sporthalle Badmatte wieder zu dem Ort zu verwandeln, der alle Erfordernisse einer modernen Sporthalle erfüllt. Und am gestrigen Donnerstag war es soweit: Im Rahmen einer kleinen Feier und im Beisein von Landrat Martin Kistler, den Kreis- und Gemeinderäten, den Vertretern der Sportvereine sowie den Bad Säckinger Schulen und der Handwerksfirmen wurde die Badmattenhalle wieder offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Diakon Bolko von Reinersdorff (links) und der Altkatholische Pfarrer Armin Strenzl haben die Halle gemeinsam gesegnet.
Diakon Bolko von Reinersdorff (links) und der Altkatholische Pfarrer Armin Strenzl haben die Halle gemeinsam gesegnet. | Bild: Susanne Eschbach

„Wir waren uns alle einig, dass die Halle saniert werden muss“, so Bürgermeister Alexander Guhl bei der Begrüßung. „Denn für den Schul- und den Breitensport ist die Badmattenhalle unverzichtbar. Ein undichtes Dach sorgte immer wieder für nasse Füße und auch die sanitären Anlagen oder die Elektrotechnik waren nicht mehr zeitgemäß. Denn seit der Eröffnung der Halle im April 1981 sind bisher keine Renovierungsarbeiten vorgenommen worden.

Manche Überraschung kommt zutage

Bereits 2015 haben die Planungen begonnen und es wurde der erste Förderantrag gestellt. Dieser und ein weiterer Antrag ein Jahr später sind abgelehnt worden. „Erst beim dritten Anlauf 2017 hatten wir Glück“, so der Bürgermeister. 2017 sind die Fördermittel aus dem kommunalen Sportstättenbau und dem Ausgleichsstock bewilligt worden und im April 2018 ist mit den Außenarbeiten begonnen worden. „Da die Generalsanierung manche Überraschung mit sich brachte, wurde das Projekt noch umfangreicher als ursprünglich geplant“, so Bürgermeister Alexander Guhl.

Zusätzliche Rettungswege

Denn auch der Brandschutz war bei weitem nicht mehr zeitgemäß und es gab Nachholbedarf bei den Flucht- und Rettungswegen. Zusätzliche Rettungswege wurden eingerichtet und die Dämmwerte der Gebäudehülle deutlich verbessert. Zwei Lüftungsanlagen in der Halle und in den Nebenräumen sind komplett erneuert worden. In der Halle selbst sollte lediglich der Oberboden ausgetauscht werden. „Bei einer genauen Überprüfung haben wir festgestellt, dass das alleine nicht ausreicht, weil auch die Elastikschicht unter dem Sportboden erneuert werden musste“, erklärt Architekt Martin Lauber. Denn nur so konnte auch wieder die richtige Stoßdämpfung erreicht werden.

Umstellung auf LED

Weiter wurden die Wände der Sporthalle mit einem neuen Prallschutz versehen und alle fest montierten Sportgeräte wie Basketballkörbe, Schaukel-Anlagen oder Sprossenwände erneuert. Bis auf die Hallenbeleuchtung aus dem Jahr 2008 sind alle Lampen auf LED umgestellt worden. Zuletzt wurde das Mobiliar im Regieraum, in den Umkleideräumen der Lehrer und im Bereich des Kiosks ausgetauscht. „Bei den Bauarbeiten gab es immer Kompromisse“, so Lauber weiter. „Immer wieder musste entschieden werden, was in der Halle bleibt und was erneuert wird“.

Die Halle wird rund 15 Stunden täglich von den Schulen und den Sportvereinen genutzt. An den Wochenenden finden regelmäßig Turniere oder Meisterschaften statt. Diese Zeiten waren auch eine Herausforderung für die anstehenden Bauarbeiten, die zum großen Teil bei laufendem Betrieb stattgefunden haben. „Es war stets ein Jonglieren, wann welche Arbeiten durchgeführt werden konnten“, so Lauber weiter. Im Oktober 2019 ist die Halle dann wieder für den Schulsport freigegeben worden. „Die Schulen und Vereine mussten einige Einschränkungen hinnehmen und sie haben es mit viel Geduld ertragen“, bedankte sich der Bürgermeister. Insgesamt rund 3,4 Millionen Euro haben die Bauarbeiten gekostet.

„Eine Welt ohne Sport ist nicht vorstellbar“, so Landrat Martin Kistler. Denn der Sport sei ein Ort der Integration über die sozialen Schichten hinweg. „Der Sportunterricht darf in unseren Schulen nicht fehlen.

Sporthalle Badmatte

  • Die Sporthalle Badmatte: In den Jahren 1980 und 1981 ist die neue Sporthalle Badmatte gebaut und und im April 1981 eröffnet worden. Der Wettbewerbsentwurf stammte vom Architekturbüro Georg Birkle aus Konstanz. Baustil und Farbgestaltung entsprechen dem Zeitgeist der frühen 1980er-Jahre. Insgesamt rund 6,9 Millionen D-Mark hat der Bau gekostet, die zu einem Drittel der Stadt Bad Säckingen und zu zwei Drittel dem Landkreis gehört.
  • Bisherige Sanierungsmaßnahmen: Außer der Erneuerung des Hallenbodens in den 1990er-Jahren, fanden an der inzwischen 40 Jahre alten Halle bisher keine Sanierungsarbeiten statt.
  • Das Problem: Seit Jahren schon war das Flachdach des Gebäudes undicht. Immer öfter mussten die Sportler Eimer in der Halle aufstellen, um das Regenwasser aufzufangen. Aber auch die sanitären Anlagen in den Umkleideräumen waren technisch und hygienisch nicht mehr zeitgemäß. Energetisch musste die Halle ebenfalls nachgebessert werden. Zusätzliche Flucht- und Rettungswege wurden eingerichtet.
  • Der Zusatz: Bisher hat es in der Badmattenhalle keine behindertengerechten Toiletten gegeben. Im Außenbereich ist eine neue Toilette gebaut worden, die auch außerhalb der Öffnungszeiten der Halle, genutzt werden kann. Die Toilette ist mit einer Liege, einem Patientenlifter und einem geruchsfreien Mülleimer ausgestattet und die erste Toilette dieser Art, die von Menschen mit Mehrfachbehinderung genutzt werden kann. Zugänglich wird die Toilette durch einen „Euroschlüssel“, mit dem nur Berechtigte ausgestattet sind.
  • Die Baukosten: Nach Abzug der bewilligten Fördermittel von rund 420.000 Euro durch den kommunalen Sportstättenbau des Landes hat die Stadt Bad Säckingen 75 Prozent der Gesamtkosten getragen.