In den vergangenen drei Jahren sind acht Prozent mehr Erstklässler eingeschult worden als in der Prognose von 2020 erwartet wurden. Dies könnte die Herausforderungen durch den ab dem Schuljahr 2026/27 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung noch verschärfen. Rund die Hälfte der befragten Eltern wünscht sich aktuell so ein Betreuungsangebot, wie es der Gesetzgeber vorsieht.

505 statt der erwarteten 466 Kinder wurden in den vergangenen drei Jahren eingeschult. Das sind acht Prozent mehr als in der 2020 erstellten Prognose zur Schülerzahlentwicklung eingeplant. Mehr Schüler als erwartet gingen in den vergangenen drei Jahren zur Anton-Leo-Schule (plus 14 Prozent) und zur Flößergrundschule (plus 36 Prozent). Deutlich weniger Schüler als prognostiziert wählten in diesem Zeitraum die Josef-Anton-Sickinger-Grundschule (minus 20 Prozent). Wenn in vier Jahren Eltern einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung bekommen, könnte diese unerwartete Tendenz die Stadt vor zusätzliche Herausforderungen stellen.

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Es bestehe noch viel Unklarheit zu diesem Thema, sagte Bürgermeister Alexander Guhl im Mai. Es gebe etwa noch keine Information zur Finanzierung des geplanten Betreuungsangebots. Um sich auf die zukünftige Situation vorzubereiten, hat die Stadt in den Sommerferien eine Befragung der Eltern an den Grundschulen vorgenommen. Von den 100 eingegangenen Rückmeldungen bevorzugten knapp die Hälfte der Eltern eine verpflichtende Betreuung an der Ganztagsschule – die andere Hälfte lehnte diese ab. Eine flexible Betreuung bis zu acht Stunden an vier bis fünf Schultagen wurde von 40 Prozent der Eltern gewünscht. Betreuung an nur drei Schultagen wünschten sich gut 23 Prozent und an ein bis zwei Schultagen 26 Prozent.

Das Ergebnis wurde am Montag im Gemeinderat präsentiert, auf eine Diskussion wurde verzichtet. „Wir werden uns noch oft mit diesem Thema beschäftigen“, sagte Bürgermeister Alexander Guhl. Aktuell gibt es Betreuungsplätze an der Anton-Leo-Schule sowie an der Weihermattengrundschule. In diesem Jahr hat die Stadt damit begonnen, das Angebot zu erweitern, da bereits eine Warteliste besteht. Das Angebot entspricht aber noch nicht den ab 2026/27 geltenden Vorgaben. Diese sehen einen Betreuungsplatz an fünf Schultagen für je acht Stunden sowie in den Ferienzeiten mit Ausnahme einer vierwöchigen Schließzeit vor.

Im Sommer ging Manuel Elis, Leiter des Fachbereichs Schule und Bildung, davon aus, dass nicht alle Schulen ein komplettes Betreuungsangebot anbieten müssen. Die jetzt vorgestellte Elternbefragung deutet in die gleiche Richtung. Trotzdem müsse man entscheiden, an welchen Schulen man eine Betreuung einrichten wolle. Dazu müsse geklärt werden, welche Qualifikation das Betreuungspersonal brauche.