Der Steiner Gemeindeschreiber Sascha Roth benutzt den Begriff Patt, um die verworrene Situation rund um das alte Zollhaus zu beschreiben. Bereits zweimal scheiterte ein vom Gemeinderat vorgestelltes Projekt am Souverän. 2016 war es ein Kredit in Höhe von 1,2 Millionen Franken für die Sanierung und einen Anbau eines Mehrzweckraums. Aus dem Zollhaus sollte ein Kulturhaus werden, doch die Idee wurde an der Gemeindeversammlung abgelehnt und fiel ein halbes Jahr später auch bei der Referendumsabstimmung an der Urne durch.

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2019 brachte der Gemeinderat dann einen Kredit in der Höhe von knapp 990.000 Franken für die Sanierung ohne Anbau vor die Gemeindeversammlung. Unter anderem sollte ein Escape-Room – ein Abenteuerspiel, bei dem die Spieler gemeinsam Rätsel lösen müssen – entstehen. Doch auch diese Idee fand bei den Stimmbürgern keinen Gefallen.

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Lösen soll die Pattsituation nun – um beim Schach zu bleiben, von dem der Begriff ursprünglich stammt – ein Spieler, der bisher gar nicht auf dem Brett war: ein privater Investor. „Im Verlauf dieses Jahres hat sich ein Kaufinteressent bei der Gemeinde gemeldet“, sagt Sascha Roth. Um wen es sich handelt, gibt er in Absprache mit dem Interessenten noch nicht bekannt. Aber: Der Interessent hat für die Nutzung des alten Zollhauses bereits ein Konzept ausgearbeitet und dieses dem Gemeinderat vorgestellt. „Das Konzept wurde vom Gemeinderat als spannend empfunden“, sagt Roth. Klar sei, dass das Gebäude einen „Sanierungsbedarf in erheblichem Ausmass“ aufweise. „Das ist auch dem Interessenten bewusst, und er ist bereit, die entsprechenden Investitionen zu tätigen.“

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Angedacht ist außerdem, dass das Zollhaus „einen gewissen öffentlichen Charakter“ wahrt. Verpflegungsmöglichkeiten und den Verkauf von regionalen Produkten nennt Roth als Stichworte, daneben sehe das Konzept des Kaufinteressenten auch Raum für kulturelle Anlässe vor. Detailliert kommuniziert werden soll an einer Informationsveranstaltung für die Bevölkerung, die am 22. September im Saalbau stattfindet. „Dann werden Ansprechpersonen seitens des Kaufinteressenten vor Ort sein“, sagt Roth.

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An der Gmeind vor einem Jahr wurde der Gemeinderat mit einem Rückweisungsauftrag beauftragt, die abgelehnten Projekte in Zusammenarbeit mit einer externen Fachstelle zu überarbeiten. Das, so Roth, habe man aufgrund der Kaufanfrage zurückgestellt. „Wir möchten zuerst die Meinung der Bevölkerung zu diesem Konzept abholen.“ Entschieden wird voraussichtlich am 5. Dezember. Dann findet in Stein die nächste Einwohnergemeindeversammlung statt.