Es hatte bereits den Anschein, als würde sich die Kontroverse um den seit Monaten gesperrten Fischereipfad bei Obersäckingen allmählich in Wohlgefallen auflösen. Doch in der jüngsten Sitzung ging es wegen des kommunalpolitischen Zankapfels noch einmal hoch her. Letztlich resultierte daraus gar ein direkter Schlagabtausch zwischen CDU-Fraktion und Stadtverwaltung.Grund dafür waren die Darstellungen von Rechts- und Ordnungsamtsleiterin Muriel Schwerdtner bezüglich der Tragweite der notwendigen Maßnahmen, die CDU-Fraktionssprecher Michael Maier als direkten Affront gegen seine Fraktion auffasste.

Wie Schwerdtner erklärte, seien die vorhandenen Schäden auf dem Fußweg, insbesondere ein Hangrutsch, „nicht so schnell und unbürokratisch“ zu beseitigen, wie dies die CDU-Fraktion und insbesondere Stadtrat Clemens Pfeiffer gefordert hatten. Im Gegenteil sei mit einem hohen Aufwand zu rechnen, was die Angelergenheit „sehr, sehr teuer“ machen dürfte. Dies sei Ergebnis eines Behördengesprächs, das vergangene Woche stattgefunden habe, so Schwerdtner.

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Unter anderem führte Schwerdtner gravierende formale und rechtliche Gründe an, die die Instandsetzung des derzeit teilweise gesperrten Fußpfad erschwerten. Das betreffe auch den Umstand, dass der Weg erst 1972 angelegt worden und somit nicht Bestandteil des Konzessionsvertrags zwischen Stadt und den Betreibern des Rheinkraftwerks sei. Vielmehr hätten diese die Pflege als Freiwilligkeitsleistung übernommen, obwohl ein Großteil des Weges über Privatgelände verlaufe, so Schwerdtner.

Doch zu größeren Sicherungsmaßnahmen sei das Kraftwerk nicht verpflichtet, auch nicht zur Beseitigung des Hangrutsches der zur Teilsperrung des Weges geführt habe. Bei der Instandsetzung des Pfades gebe es außerdem erhebliche wasser- und umweltrechtliche Auflagen zu beachten. Die genaue Höhe lasse sich erst beziffern, wenn die Vorgaben der Fachbehörden geklärt seien, so Schwerdtner. Bis auf Weiteres bleibe der Pfade jedenfalls im Bereich der Gefahrstelle gesperrt.

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CDU-Fraktionschef Michael Maier wertete Schwerdtners Stellungnahme als Indiz für Verhinderungstaktik der Stadtverwaltung. Er zeigte sich „empört“ darüber, dass die Verwaltung ein „derartiges Fass“ aufgemacht habe, und noch dazu Vorwürfe gegenüber der CDU-Fraktion erhebe, die den Stein ins Rollen gebracht hatte: „Wir fordern die Stadt auf, alles Mögliche in die Wege zu leiten, um den Pfad zu ertüchtigen.“

Bürgermeister Alexander Guhl entgegnete, dass die Stadt sicherlich nicht nach bürokratischen Hindernissen suche. Aber bei einem solchen offiziellen Vorgang gelte es Richtlinien zu erfüllen: „Wir werden sicherlich nicht von Recht und Gesetz abweichen.“ In einer der nächsten Sitzungen soll sich der Gemeinderat mit Lösungsmöglichkeiten für dieses Problem befassen, wie Bürgermeister Guhl auf Nachfrage unserer Zeitung schilderte. Bis dahin soll die Situation von einem Ingenieur untersucht werden.

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