Eine Gemeinde schenkt einer anderen Gemeinde einen Baum und diese wiederum gibt ebenfalls einen Baum weiter. Das ist das Prinzip der 2018 im Kanton Aargau gegründeten Aktion Klimaoasen, die Gemeinden dazu animieren soll, Bäume im Siedlungsgebiet zu pflanzen und so schattenspendende Klimaoasen zu schaffen. Jetzt ist das erste grenzüberschreitende Klimaoasen-Projekt eingeweiht worden. Die Stadt Bad Säckingen und die Schweizer Nachbargemeinde Stein haben sich gegenseitig einen Baum geschenkt. Diese Aktion ist auf Anregung von Stefan Meier entstanden, der in der Schweiz arbeitet und in Bad Säckingen lebt. Hier ist er bereits Initiator der Stadtoasen und dem AWO-Repair-Café.

Diese grenzüberschreitende Aktion findet bereits Nachahmer. Denn die Städte Rheinfelden, Laufenburg und Waldshut haben bereits zugesagt, ebenfalls gemeinsam mit ihren schweizerischen Nachbarn Rheinfelden, Laufenburg und Koblenz, jeweils eine Klimaoase einzurichten. Ziel ist es, entlang des Hochrheins Bäume zu pflanzen und so auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Ganz neu ist die Idee aus der Schweiz nicht. Denn bereits seit den 1990er-Jahren bietet die Stadt Bad Säckingen den Bürgern an, zu einem bestimmten Anlass wie Hochzeit, Geburt oder Jubiläum, einen Baum zu pflanzen. Allerdings beschränkt sich diese Aktion allein auf die Trompeterstadt.

„Bäume zu setzen zeigen eine große Wirkung“, ist Landammann Stephan Attiger überzeugt, der gleichzeitig das Amt des Präsidenten der Hochrheinkommission inne hat. Denn inzwischen habe das Mikroklima eine besondere Bedeutung. Denn wie auch Landrat Martin Kistler betont: „Der Klimawandel steht nicht vor der Tür, sondern hat die Schwelle bereits überschritten“ und fügt an: „Das kann nur gelingen, wenn alle etwas tun.“ Er sieht die beiden gepflanzten Bäume, nämlich eine Silberlinde in der Schweiz und einen Ginko hinter der Bad Säckinger Lohgerbe, als Symbol für den gemeinsamen Willen an, etwas zu tun. So sieht es auch die Bad Säckinger Klimaaktivisten Hannah Stratz, die gemeinsam mit ihrer Mitstreiterin aus der Schweiz, Norma Demin, mit bei der Eröffnung dabei war. „Wir sind froh, mit dabei zu sein“, so Hannah Stratz. „Dies sind kleine Schritte zum Klimaschutz und diese Bäume sind ein Symbol dafür.“ Norma Demin hält die Klimaoasen für ein sinnvolles Projekt, „dass die Menschen auf die Klimakrise aufmerksam macht.“

Schaufeln für den Klimaschutz. Zu Eröffnung der grenzüberschreitenden Klimaoasen in Bad Säckingen und der benachbarten schweizer Gemeinde Stein, haben die Politiker selbst Hand angelegt und einen Ginko eingepflanzt. Auf dem Bild (von links): Gemeindeammann Beat Käser aus Stein, Landrat Martin Kistler, Bürgermeister Alexander Guhl, Landammann und Präsident der Hochrheinkommission Stephan Attiger, und SPD-Umweltsekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter. Bild: Susanne Eschbach
Schaufeln für den Klimaschutz. Zu Eröffnung der grenzüberschreitenden Klimaoasen in Bad Säckingen und der benachbarten schweizer Gemeinde Stein, haben die Politiker selbst Hand angelegt und einen Ginko eingepflanzt. Auf dem Bild (von links): Gemeindeammann Beat Käser aus Stein, Landrat Martin Kistler, Bürgermeister Alexander Guhl, Landammann und Präsident der Hochrheinkommission Stephan Attiger, und SPD-Umweltsekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter. Bild: Susanne Eschbach | Bild: Susanne Eschbach

Bürgermeister Alexander Guhl unterstrich noch einmal die freundschaftliche Verbundenheit zwischen Bad Säckingen und den Nachbarn aus der Schweiz. „Die Bürger spüren die Grenze gar nicht mehr“, sagt er und bedankte sich auch bei Initiator Stefan Meier. Die Klimaoasen sind nicht das erste Projekt, dass von den beiden Kommunen gemeinsam realisiert wird. Denn aktuell wird das Projekt der IBA Basel, eine Fahrradverbindung zwischen den Bahnhöfen Stein und Bad Säckingen, mit einem Fahrradverleih von E-Bikes umgesetzt. Dazu wurden während der Veranstaltung auch zwei E-Bikes vorgestellt, die vorerst im Rahmen einer Testphase im grenzüberschreitenden Radverleih eingesetzt werden sollen. Momentan wird auch an einer Lösung des öffentlichen Nahverkehrs zwischen Bad Säckingen und Stein gearbeitet. „Das Projekt Klimaoase ergänzt die laufenden Projekte auf beiden Seiten des Rheins sehr gut“, ist Gemeindammann Beat Käser überzeugt. Die SPD-Umweltsekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter ist der Meinung: „Junge Menschen haben ein Recht auf Klimaschutz und darum werden wir uns nicht ausruhen.“

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