Bad Säckingen hat sich in diesem Jahr um das Label „StadtGrün naturnah“ beworben und war erfolgreich: Vertreter der Stadt haben am Freitag, 24. Juni, die Auszeichnung „Silber“ in Frankfurt entgegengenommen.

Was wurde ausgezeichnet?

Die Teilnehmer des Label-Verfahrens würden laut Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ (Kommbio) auf ihren innerstädtischen Flächen auf unterschiedliche Weise die Artenvielfalt fördern. So beispielsweise, indem sie weniger Mähgänge im Straßenbegleitgrün oder in Parkanlagen durchführen, indem sie absterbende Bäume als Lebensraum für Käfer, Fledermäuse und Vögel erhalten oder indem sie Bürger aktiv bei Grünprojekten einbinden oder sie durch Patenschaften und Umweltbildungsangebote zum Thema Natur sensibilisieren.

Sie würden außerdem ihre Grünflächen naturnah pflegen, indem sie etwa Rasenflächen seltener mähen oder schnittemfindliche Wiesenkräuter fördern. Dadurch würden wiederum Tiere und Pflanzen profitieren. Denn: Wo Flockenblumen, Margeriten und Malven gedeihen, seien Wildbienen und Schmetterlinge nicht weit, so Kommbio. Darüber hinaus seien vielfältige Naturräume wesentlich widerstandsfähiger gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels und zudem attraktiver.

Was genau hat Bad Säckingen geleistet?

Bad Säckingen wurde in diesem Jahr neu mit dem Label zertifiziert. „Wir arbeiten seit vielen Jahren an diesen Themen, deswegen wurde bei der Auszeichnungsfeier auch unsere Kontinuität gelobt“, so Bürgermeister Alexander Guhl im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Doch was macht die Stadt für die Artenvielfalt? Man achte in Bad Säckingen auf eine dauerhafte Bepflanzung und beschränke diese nicht nur auf saisonale Pflanzenarten, so der Rathauschef. „Wir setzen auf Pflanzen, die die Diversität fördern“, sagt er. Auch die Renaturierung des Gießenbachs, in dem sich wieder ein Biber angesiedelt hat, gehöre zu den Maßnahmen, die zur Auszeichnung geführt hätten, so Guhl.

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Neben dem Rathauschef waren am Freitag auch Klaus Strittmatter, Amtsleiter des Technischen Diensts, Peter Scholz als Leiter der Stadtgärtnerei sowie Uwe Däubler vom Umweltreferat in Frankfurt bei der Auszeichnungsfeier vertreten.

Wie verlief das Verfahren?

In diesem Jahr haben 56 Städte und Gemeinden an dem Label-Verfahren teilgenommen, neben Bad Säckingen haben auch Emden, Geestland, Haldensleben, Laupheim, Pforzheim und Plön die Maßnahmen umgesetzt und wurden dafür ausgezeichnet. Die Städte Frankfurt am Main, Hannover, Kirchhain und Wernigerode hatten bereits 2018 das Label erhalten und ließen sich nach drei Jahren rezertifizieren. Sie alle wurden für ihr ökologischen Grünflächenmanagement ausgezeichnet.

Die Renaturierung des Gießenbachs war eine der ausgezeichneten Maßnahmen. Denn hier hat sich der Biber wieder angesiedelt.
Die Renaturierung des Gießenbachs war eine der ausgezeichneten Maßnahmen. Denn hier hat sich der Biber wieder angesiedelt. | Bild: Hanspeter Joos

Zu Beginn des Label-Verfahrens trugen die teilnehmenden Kommunen die Pflegepraktiken und bereits umgesetzten Maßnahmen für eine Bestandserfassung zusammen. Darauf aufbauend entwickelten sie einen Maßnahmenplan mit weiteren Projekten zur naturnahen Entwicklung der innerstädtischen Grünflächen.

Am Ende des Prozesses wurden die Bemühungen mit der Auszeichnung in Bronze, Silber oder Gold gewürdigt. In den teilnehmenden Kommunen habe das Bündnis mit dem Label zahlreiche Initiativen zur Förderung der Artenvielfalt im Stadtgebiet angestoßen. Außerdem unterstützte es die Teilnehmer durch eine Vor-Ort-Beratung und organisierte einen Erfahrungsaustausch unter den Kommunen, und moderierte Workshops zur Maßnahmenplanung mit lokalen Akteuren.

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