Es hat ein wenig Geduld gebraucht, aber nun ist der 250 Meter lange Radweg zwischen dem Bahnübergang Waldshuter Straße und Güterstraße nun auch offiziell eröffnet. Der Lückenschluss ermöglicht jetzt nicht nur Schülern eine sichere Alternative zur B34, um von Obersäckingen Richtung Innenstadt zu gelangen.

„Das ist ein langersehnter Wunsch aller Radfahrer, eigentlich seit ich Bürgermeister bin“, so Alexander Guhl. Schließlich sei das Thema bereits 2013 zum ersten Mal im Gemeinderat besprochen worden. Auch bei den Säckinger Radfahrern war die Freude groß: „Wir freuen uns sehr. Wir versuchen Partner der Stadt zu sein“, so Felix Kromer für die ADFC Ortsgruppe. Lob gab es auch für die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, besonders an Bauamtsleitern Margit Ulrich und Tiefbauamtsleiter Giuseppe Panetta.

Gerade für Schüler sei der 250 Meter lange Lückenschluss ein großes Thema, so Peter Knorre. 2019 habe das Jugendparlament schon in einer Fotoausstellung auf den hier benötigten Radweg hingewiesen, erinnert der städtische Kinder- und Jugendreferent. „Viele Eltern machen sich Sorgen, das die Routen zur Schule zu gefährlich sind“, so Knorre. Und auch in Hinblick auf die Verkehrswende und Klimawandel sei es wichtig, von klein auf das Fahrrad als Transportmittel zu kennen. Gleichzeitig gebe es noch weiteren Optimierungsbedarf, es gelte dranzubleiben. Diesen Wunsch teilte auch Umweltreferent Ralf Däubler: „Wir müssen hier weiter aufholen.“ Im Bereich der Fahrradinfrastruktur müsse man besser werden. „Ich freue mich sehr, das sich die Radfahrer so einbringen“, so Guhl. Auch in Zukunft solle es jährlich zwei gemeinsame Befahrungen geben, so der Bürgermeister.

Mehr Fördermittel als erwartet

Freude gab es auch über die große Fördersumme für das Bauprojekt. Dafür galt es allerdings einige bürokratische Hürden zu nehmen. So wurde 2018 ein Antrag zur Aufnahme in das Landesförderprogramm für Radwege und Toilettenanlagen gestellt. Hiermit sollte sowohl eine neue öffentliche Toilette als auch der Radweg subventioniert werden. Wegen der längeren Planungszeit wurden dann 2020 die Anträge für die beiden Bauvorhaben getrennt und die Förderung für den Radweg 2021 neu beantragt. Vor knapp einem Monat kam nun der endgültige Zuwendungsbescheid: Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 460.000 Euro werden gut 360.000 aus Landes- und Bundesfördermitteln bezuschusst. So reduziert sich nun der Eigenanteil der Stadt sogar von ursprünglich 283.000 Euro auf nur noch rund 100.000 Euro. Eine Herausforderung sei auch das Thema Grunderwerb gewesen, erklärt Raimund Huber, Sachbearbeiter für die kommunalen Liegenschaften. Der Radweg verläuft entlang der Bahnlinie, um dann um die Moschee der Türkisch-Islamischen Gemeinde herum zur Güterstraße zu führen. Während die Zusammenarbeit mit der Gemeinde sehr gut gewesen sei, so Huber, habe es viel Zeit gebraucht, bis die Deutsche Bahn schließlich dem Verkauf zugestimmt habe.