An einem ruhig und schattig gelegenen Platz im Bad Säckinger Schlosspark befindet sich mit Blick auf den Rhein und die alte Holzbrücke das Café Schlosspark. Das Café ist im ehemaligen barocken „Teehäuschen“ des Schloss Schönau untergebracht. Pavlos Karageorgis bewirtet dort heute mit seinem Team die Gäste mit Kaffee, Kuchen und Erfrischungen. Die Gastronomie am barocken Teehäschen war erst vor wenigen Tage Ziel von nächtlichen Vandalen.

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Doch wie kam es zu diesem idyllischen kleinen Gartenpavillon, dem sogenannten „Teehäuschen“, im Park des Schlosses? Auftraggeber für den Pavillon war Freiherr Johann Franz Josef Otto von Schönau-Oeschgen, berichtete uns Stadtarchivarin Eveline Klein. Das Doppelwappen über dem Eingang weist auch auf Maria Anna Catharina Barbara von Schönau-Zell hin. Mit ihr vermählte sich der Schlossherr im August 1714. Die Schlossparkanlage mit dem versteckten Pavillon nach französischem Vorbild entsprach der Sitte der Zeit. Der Freiherr vollendete die vorangegangenen Arbeiten seines Vaters Otto Rudolph Ignaz.

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Betritt man den Pavillon und richtet seine Blicke nach oben, so fallen die Fresken an der Decke auf. Sie stammen laut Stadtarchivarin aus Pinsel und Palette des Tessiner Malers Francesco Antonio Giorgioli, der 1715/16 und 1721/22 auch Bilder für das Fridolinmünster in Bad Säckingen schuf. Giorgioli war als versierter und produktiver Freskant bekannt, der sich durch einen eigenständigen, wenn auch zuweilen repetitiven Stil auszeichnete. Seine Arbeiten waren von einer ausgesprochenen Helligkeit und Transparenz geprägt, die zu den schweren und satten Tönen der hochbarocken Monumentalmalerei im Gegensatz standen.

Die Fresken wurden vermutlich weiß übertüncht

Die Fresken im Pavillon stellen Themen der antiken Mythologie dar. Im Zenit thront Göttervater Zeus und blickt würdevoll hinab auf die Geschehnisse der restlichen Motive (Orpheus und Eurydike, das Urteil des Paris, Perseus und Andromeda, Artemis und Aktäon).

Vermutlich hat man die Gemälde weiß überstrichen, als im Schloss eine Brauerei eingerichtet war (zwischen 1830 und 1856), so die Stadtarchivarin. Eine bedauerliche Entscheidung. Zum Glück wurden die prächtigen allegorischen Darstellungen 1950 bei Renovierungsarbeiten wiederentdeckt, so Eveline Klein. Bei den Arbeiten am Teehäuschen kamen die aus der Bauzeit stammenden Fresken wieder zum Vorschein. Sie waren trotz der bedauerlichen Übertünchung noch gut erhalten.

Der damalige Bürgermeister Frdolin Jehle hatte die Restaurierung der Fresken durch Fritz Gustav Henselmann angeordnet. Im Mai 1950 war es soweit: Das Schlossparkcafé wurde durch Fritz Dörflinger wieder eröffnet. Das Teehäuschen lebt weiter.