Sommerliche Impressionen sind in die Villa Berberich eingezogen. Sie ist ein einziges Blütenreich, dank der kunstvollen Ikebana-Blumenarrangements mit Gräsern, Blättern und Zweigen. Erstmals vertreten ist auch die besondere Faltkunst Origami als gleichberechtigter Zusatz zu den drei anderen japanischen Künsten. Es ist die vierte Ausstellung dieser Art der Deutsch-Japanischen Gesellschaft.

Bei der Eröffnung am Sonntag zeigte sich Präsident Peter Haußmann stolz und dankbar, dass so vielseitige Kunstschaffende zusammengekommen sind. Haußmann verlas ein Grußwort des Verbandspräsidenten und Schirmherrn Volker Stanzel, der Regine und Peter Haußmann zu dem Projekt beglückwünscht, dem Publikum typische Facetten der japanischen Kunst und Kultur nahezubringen und sich von Japan inspirieren zu lassen.

In ihrem Vortrag blickte Regine Haußmann auf die bisherigen Schauen mit Keramik, Kalligraphie und Ikebana zurück, die sie erstmals 1986 veranstaltete. Auch bei dieser Neuauflage haben die Haußmanns geschaut, was zusammenpasst. Bis auf die Kalligraphin sind neue Künstlerinnen dabei. Die Räume sind sehr schön gestaltet, ästhetisch und dekorativ mit keramischen Gefäßen „gedeckt“.

Unter den Exponaten von Hiroshi Kozaki und Koko Uozumi, die eine gemeinsame Werkstatt haben, fallen gedrehte Becher und Aufbaukeramik von Uozumi auf, weiße, von Hand aufgebaute, figurativ anmutende Vasen. Beatrix Sturm-Kerstan offeriert Teeschalen für die Teezeremonie, Dosen und anderes Gebrauchsgeschirr in speziellen Glasuren mit Pinselzeichnungen.

Raumbeherrschend sind die großformatigen Kalligraphien von Rie Takeda, die eigens für diese Schau in großen Formaten mit Tusche gemalt wurden: riesige Schriftzeichen, deren dynamische Pinselführung faszinierend ist. Außergewöhnliche Arbeiten in traditioneller Falttechnik gestaltet Elke Muche, handgefaltete Origami in Form von geometrisch-abstrakten Bildern sowie skulpturalen Objekten. Viele dieser filigranen Arbeiten greifen stark ins Künstlerische aus und sind attraktive Papierkunst.

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Mit ihren Gestecken sorgen erstmals Mitglieder von Ikebana International Schweiz aus Basel und Zürich für schöne Anblicke. Für die Ikebanistinnen ist es eine Freude, mitzumachen, denn die Gelegenheit gibt es nicht oft, im Kontext mit anderen japanischen Künsten ihre Art des Blumensteckens vorzuführen. Karin Herzog und Wally Gschwind vertreten die traditionelle Ohara Schule, Monika Nussberger die moderne Stilrichtung Misho, den „wilderen“ Free Style, erkennbar in dem raffinierten Arrangement mit blauem Glas und Acanthus. Entzückt sein werden Besucherinnen von dem typischen Sommerkorb aus altem Bambus oder den „tanzenden“ und „singenden“ Blumen.

Die Kombination aus den vier Kunstbereichen ist ein eigenes Konzept von Haußmanns, nur in Bad Säckingen zu sehen und daher einmalig. Das gesamte Ensemble kommt stärker zur Wirkung als jedes einzeln.