Ab heute hat die Stadt Bad Säckingen wieder zwei zugelassene Heilquellen – neben der Fridolinsquelle nun auch die neue zusätzliche Vincentiusquelle. Das Anerkennungsverfahren lief über Jahrzehnte hinweg. Der damalige Bürgermeister Günther Nufer ließ die Quelle bereits in den 90er Jahren bohren, nachdem die Badquelle im Zuge der Verseuchung des damaligen Engel-Areals beim Kurgebiet in Mitleidenschaft gezogen worden war. Die Badquelle hat sich bis heute nicht ganz erholt, weshalb sie seit fast 30 Jahren keine Anerkennung als Heilquelle mehr hat.

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Ab heute hat der Bad-Status der Stadt Bad Säckingen also wieder zwei offizielle Heilquellen und damit ein Sicherheitsnetz für die Versorgung mit Heil- und Thermalwasser. Seit 1989 fußt dieser Bad-Status nämlich allein auf der Fridolinsquelle in der Waldshuter Straße. Als Reservequelle wurde die bislang als TB 3 (Tiefenbohrung 3) bezeichnete Vincentiusquelle in der Dürerstraße in den Jahren 1994/1995 erbohrt. Das Anerkennungsverfahren vor dem Landratsamt Waldshut dauerte allerdings bis heute, teilte Bad Säckingens Hauptamtsleiter Peter Lau auf Anfrage unserer Zeitung mit. Heute Nachmittag wird Landrat Martin Kistler die Anerkennungsurkunde im Schloss Schönau offiziell überreichen.

Der Umweltskandal

Die Vorgeschichte zur heutigen Heilquellenanerkennung geht zurück bis in die 80er, im Grunde sogar bis in die 70er Jahre. Im Jahr 1978 nämlich wurde der Stadt Säckingen der Bad-Status verliehen. Die einzige, anerkannte Heilquelle war damals die Badquelle. Die Fridolinsquelle (auf dem Gelände des Kindergartens St. Gallus) wurde in den Jahren 1982 und 1983 gebohrt und am 15. Februar 1984 eingeweiht. „Ihre staatliche Anerkennung als Heilquelle erfolgte am 13. Juli 1989“, sagte Peter Lau nach einem Blick in die Akten.

Badquelle schwer belastet mit Kohlenwasserstoffen

Der Bäderstatus war damit gesichert. Denn das seinerzeitige Problem war: Bereits eine Woche vor Anerkennung der neuen Fridolinsquelle war nämlich der Badquelle am 4. Juli 1989 der Heilquellenstatus aberkannt worden. Der Grund war die plötzliche Belastung der Badquelle mit halogenierten Kohlenwasserstoffen. Die Sache blieb über ein Jahr unter der Decke, bis dem SÜDKURIER im Juni 1990 ein Umweltgutachten über Schadstoffbelastung auf dem Gelände des Textilveredlers Engel zugespielt wurde. Es besagte, dass das Engel-Areal mit den Stoffen Trichlorethen (Tri), Tetrachlorethen (Per) sowie 1,1,1-Trichlorethan verseucht sei. Die Gutachter hielten es für möglich, dass diese Stoffe mit einer hohen Bodenmobilität vom Produktionsgelände zur 600 Meter entfernten Badquelle gelangen konnten. Zu diesem Zeitpunkt war der Badquelle bereits seit einem Jahr die Heilwasser-Anerkennung aberkannt.

Fridolinsquelle als Ersatz

Mit der schnellen Anerkennung der Fridolinsquelle verfügte die Kur- und Bäderstadt praktisch nur noch über eine Heilquelle. Altbürgermeister Günter Nufer ließ deshalb ab 1994 in der Dürerstraße eine weitere Quelle bohren, sie erhielt die Bezeichnung Tiefenbohrung 3, und ab heute heißt sie Vincentiusquelle. Die Quellen stehen laut Peter Lau alle im Eigentum des katholischen St. Vincetiusvereins, sind aber dauerhaft an die Tourismus GmbH verpachtet.

Badquelle noch nicht gänzlich erholt

Die Badquelle hat bis heute seinen Heilquellenstatus noch nicht zurückerhalten, sagte Lau. Man sei zwar „auf gutem Wege zur Wiederanerkennung“. Allerdings sei die Quelle noch nicht in ihrem früheren Zustand.