Das Gastspiel vermittelt hatte der Dirigent des Sinfonischen Blasorchesters Hochrhein, Christian Steinlein, der früher das Projektorchester Würzburg geleitet hatte. Und so kamen die Gäste gleich zwei Mal in den Genuss von Kapellen, die einen Reichtum an Instrumenten und damit auch Klangfarben aufbieten konnten, wie man ihn nicht sehr oft hört.

Das Projektorchester Würzburg unter Leitung von Markus Hein (rechts).
Das Projektorchester Würzburg unter Leitung von Markus Hein (rechts). | Bild: Michael Gottstein

Das Sinfonische Blasorchester Hochrhein eröffnete den Abend mit Alfred Reeds Ouvertüre „The Hounds of Spring“, die den Musikern eine gute Gelegenheit bot, vor allem im Anfangs- und Schlussteil mit großer Verve und Brillanz die Strahlkraft der Kapelle auszuspielen.

Dabei währten sie stets Intonationssicherheit und Präzision, und so passten sich die scheinbar mühelos gespielten rasenden Läufe der Holzbläser und Flöten genau in den gut ausbalancierten Gesamtklang ein.

Das Projektorchester Würzburg unter Leitung von Markus Hein.
Das Projektorchester Würzburg unter Leitung von Markus Hein. | Bild: Michael Gottstein

Norman Dello Joio hatte seine „Satiric Dances“ den Wesen aus der griechischen Mythologie gewidmet, die dem Trunk ergeben sind, ausgelassen feiern und den Nymphen nachstellen. „Erwarten Sie das Unerwartete“, kündigte Moderator Manuel Wagner an, und angesichts des zweifelhaften Charakters der Satyrn war es nicht verwunderlich, dass manchmal Dissonanzen eingestreut waren.

Den Mittelteil bestimmte ein langsamer Abschnitt von klagendem Charakter, der dann in einen wilden, ausgelassenen Tanz überging. Bemerkenswert war, wie facettenreich die Kapelle spielte: Gerade die Klarinetten konnten sowohl einschmeichelnd als auch gewollt grell-expressiv klingen.

Hohe Anforderungen an das Zusammenspiel der einzelnen Instrumentalisten stellte auch William Francis McBeth „Caccia“, benannt nach einer altitalienischen Musikgattung, bei der die Stimmen einander jagen.

Das Sinfonische Blasorchester Hochrhein unter Leitung von Christian Steinlein.
Das Sinfonische Blasorchester Hochrhein unter Leitung von Christian Steinlein. | Bild: Michael Gottstein

Üppigen Wohlklang, vor allem aus dem Hornregister, ruhige lyrische Momente und markantes Auftrumpfen der hellen Blechbläser bot Bruce Broughtons Musik zum Western „Silverado“.

Das von Markus Hein geleitete Projektorchester Würzburg hatte sich mit Alfred Reeds „Königsweg“ ebenfalls einen Klassiker ausgesucht, der sehr bildhaft die spanischen Missionsstationen in Kalifornien schilderte. Mit rhythmischer Prägnanz und großem Temperament präsentierte das Orchester die von spanischer Folklore inspirierten schnellen Teile, die einen einfühlsam gespielten kantablen Mittelteil rahmten.

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In dem Potpourri aus „Hook“ von John Williams fiel besonders die selten zu hörende Oboe d‘amore auf, die mit ihrem weichen Klang und der Gestaltungskunst des Spielers ihrem Namen alle Ehre machte.

Im Musical „Elisabeth“ von Silvester Levay zeichnete das Orchester ein durchaus zwiespältiges Bild des nicht immer glücklichen Hoflebens: Ein marschartiges Thema deutete die Starrheit des Zeremoniells an, und die beschwingten Walzer-Rhythmen wirkten mit ihren harmonischen Irritationen beinahe gespenstisch, bevor sich das bekannte Liedthema „Ich gehör nur mir“ durchsetzte. Mit einer Zugabe verabschiedeten sich die Gäste.

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