Bad Säckingen (dai) Barrierefrei durch die Trompeterstadt. Für das Demografie-Strategische Forum (DSF) Bad Säckingen wäre dies ein wesentliches Ziel im Sinne der generationenübergreifenden Mobilität. Was die Stadt in dieser Hinsicht in den nächsten Jahren plant und welche Mittel im Entwurf für den Doppelhaushalt 2020/21 vorgesehen sind, zeigte Stadtbaumeisterin Margit Ulrich dem DSF in dessen jüngster Arbeitsgruppensitzung.

Für den Ausbau der Barrierefreiheit im Kern der Stadt seien derzeit über vier Jahre jeweils 75.000 Euro eingeplant. Aufgrund der geplanten Arbeiten am Fernwärmenetz in der Innenstadt wolle man mit den Stadtwerken mitfahren, so die Stadtbaumeisterin. „Diese Summe muss jedoch erstmal genehmigt werden“, so Ulrich. Ziel ist die Begradigung des Kopfsteinpflasters in der Innenstadt. Die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken würde dieses Projekt kostengünstiger gestalten als das alleinige Abschleifen des Pflasters.

Barrierefreiheit ist ein generationenübergreifendes Thema. Denn nicht nur Senioren stehen vor Hindernissen in der Innenstadt. Auch Familien mit Kinderwägen oder gehbehinderten Menschen stellen schnell fest, dass der Kern der Trompeterstadt einige Stolperfallen beinhaltet.

Bereits 2017 habe das DSF Orte in der Innenstadt gekennzeichnet, die als problematisch gelten und dies vielfach noch heute sind. So war es nicht erstaunlich, dass der Tenor der Arbeitsgruppe nicht gerade vor Zufriedenheit strotzte. Die Barrierefreiheit stelle seit der Ratifizierung des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Jahr 2009 ein Menschenrecht dar. Dafür sei in Bad Säckingen noch zu wenig passiert, so die Meinung des DSF.

Insgesamt bemerke man, dass das Thema an Bedeutung gewinne. Noch in diesem Jahr werde Bad Säckingen am Modellprojekt zur Entwicklung eines Demografie-Leitfadens für Kur- und Heilbäder mitarbeiten. „Einen direkten Demografie-Beauftragten gibt es nicht in der Stadtverwaltung“, erläuterte Hartmut Fricke, Vorsitzender des DSF. Diese Lücke fülle das DSF für dieses Projekt jedoch gerne. „Wir haben als unterstützende Hand gleich zugesagt“, betonte Fricke.

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Für Fricke steht fest, dass jeder das Recht hat, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. „Niemand sollte aufgrund von fehlender Barrierefreiheit in Isolation leben müssen“, so der Vorsitzende. Es gehe darum, solange wie möglich gesund, mobil und selbstständig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Dies auch in Bezug auf den Zugang zu öffentlichen Gebäuden. Fricke betonte, dass allein der Zugang zur Hauptverwaltung der Stadt für gehbehinderten Menschen kaum möglich sei. Angefangen mit dem Kopfsteinpflaster in der Innenstadt bis hin zum nach wie vor fehlenden Fahrstuhl im Rathaus.