Die entscheidende Sitzung des Kreistages Waldshut, in der die Weichen für die Zukunft des Bad Säckinger Gesundheitscampus gestellt werden, steht bevor. Am Mittwoch, 10. Oktober, soll das Gremium entscheiden, ob und zu welchen Konditionen die Stadt Bad Säckingen das 50 Hektar große Krankenhausgrundstück für die Realisierung des Gesundheitscampus bekommt.

Die letzten Abstimmungen zwischen Stadt und Landkreis gehen dem Ende entgegen. Gleichzeitig laufen in Bad Säckingen die Planungen des Campus. Dabei ist durchaus möglich, dass das Gebiet rund um Spital und Rehaklinik in einigen Jahren nicht wiederzuerkennen ist. Es gibt verschiedene Varianten: „Aber ich kann erst Verträge und abschließende Planungen machen, wenn die Stadt über das Grundstück tatsächlich verfügt“, sagt Peter Mast, Campusmanager und Geschäftsführer des Rehaklinikums.

Wer Interesse am Standort Campus hat

Während der Sommermonate hat Mast die nötigen Vorverhandlungen mit Campus-Interessenten geführt. Wenn der Kreistag und in der Folge auch der Bad Säckinger Gemeinderat grünes Licht für den Erbbauvertrag geben, will Mast diese Verhandlungen in konkrete Resultate umsetzen. Im Klartext: Die bekundete Absicht, in den Campus zu ziehen, muss dann zur verbindlichen Zu- oder Absage werden.

Mast hofft, dass alle den entscheidenden Schritt tun und mitziehen: Nach jetzigem Stand wollen laut Mast vier Arztpraxen in den Campus mit der Möglichkeit für ambulantes Operieren, ein Sanitätshaus, eine Apotheke, eine Physiotherapiepraxis, eine Hebammenpraxis, ein Kindergarten und die neue DRK-Leitstelle. Als Großbetrieb sei das bestehende Rehaklinikum an Bord, sagt Mast.

Bild: Gerber, Andreas

Rehaklinikum will um Alters-Reha erweitern

Zudem werde er den Rehabetrieb um die geriatrische Variante, also die Alters-Reha, erweitern. Auch hier ist der Campusmanager sehr optimistisch. Von den Krankenkassen, die geriatrische Rehabilitationen finanzieren, sei eine solche Einrichtung gewünscht, weil es in der ganzen Region keine gebe. Die großen Krankenhäuser der Region wie die Uniklinik Freiburg und das Krankenhaus Lörrach suchten dringend nach Altersreha-Plätzen, die entlassene Patienten übernehmen, berichtet Mast. Mast: „Hier ist Bedarf und die Krankenkassen ziehen mit.“

Bauliche Variante: Sanierung und Erweiterung

Nach den Beschlüssen von Kreistag und Gemeinderat werde der große Plan abgeschlossen. Denkbar seien nach wie vor Sanierung oder Neubau des bestehenden Spitalgebäudes. Bei einer Sanierung sei kombiniert wahrscheinlich eine Erweiterung nötig mit einem zusätzlichen Geschoss auf dem Spital sowie einem Anbau in Richtung Aqualon. Denn die Therme müsse an den künftigen Campus angedockt werden, so Mast. Auch die Zukunft des 40 Jahre alten Rehaklinikum-Gebäudes müsse überdacht werden. Es sei eine Option, dass die Rehaklinik ins sanierte Spital oder einen Neubau umzieht.

Bauliche Variante: Der Neubau

Ein Neubau müsste dieselben Bedingungen erfüllen. Auch hier wäre die Option nötig, dass die Betten des heutigen Rehaklinikums übernommen werden können. Der Neubau müsste in Richtung Aqualon rücken, um hier einen Anschluss zu ermöglichen. Wichtig sei in beiden Varianten die Herstellung eines baulichen Gesundheitszentrums, das zwischen den einzelnen Bausteinen Synergieeffekte zulasse.

Die verschiedenen Varianten wurden in den letzten Wochen durchgespielt. Sie alle böten für die verschiedenen Gesundheitsbetriebe erhebliche Synergieeffekte, von Küche bis zu gemeinsamen Verwaltungsstrukturen. Welche Variante das Rennen macht, werde sich noch dieses Jahr entscheiden. Dann werde der Campus stufenweise abgearbeitet. „Priorität hat das Ärztezentrum“, sagt Mast, „das soll 2020 ans Netz gehen.“ Die kalkulierten Mietpreise lägen bei elf bis zwölf Euro pro Quadratmeter.