Glück mit dem Wetter hatte die St.-Martins-Gemeinde in Obersäckingen, die am Sonntag ihr Patrozinium feierte. Die Quecksilbersäule war zwar nicht mehr sehr weit vom Gefrierpunkt entfernt, dafür durchbrachen einige Sonnenstrahlen die Wolkendecke, so dass der Prozession nichts im Wege stand. Diese wollte Dekan Peter Berg als „Demonstration für das Leben“ verstanden wissen.

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Der November ist oft ein grauer, düsterer Monat, der mit seinen entlaubten Bäumen den Menschen Bilder der Vergänglichkeit und des Todes vor Auge führt – vielleicht weniger den jungen Leuten, dafür umso mehr den älteren Menschen, von denen sich manche dann fragen, ob sich die Mühe des Lebens gelohnt habe und ob nicht letztlich alles vergeblich sei.

Bogen zum heiligen Martin

Um die Frage nach dem Tod und der Auferstehung ging es auch im Lukas-Evangelium, das von den Sadduzäern handelte: Diese leugneten ein Leben nach dem Tod und wollten Jesus mit einer Spitzfindigkeit auf die Probe stellen, doch er antwortete, dass Gott nicht der Gott der Toten, sondern der Gott der Lebenden sei. Hier schlug der Prediger einen Bogen zum heiligen Martin, der als römischer Offizier viel Leid und Sterben gesehen hatte.

Bedeutung der Mantelteilung

Seine Mantelteilung, so Peter Berg, sei die Antwort des Glaubens an einen Gott, der nicht wolle, dass man vorbeigehe, wenn ein Mensch Not leide: „Ich möchte auch nicht in einer Gesellschaft leben, wo man sich ernsthaft fragt, ob man Menschen, die im Mittelmeer untergehen, helfen muss – da kann es keine zwei Antworten geben.“ Martins helfende Tat sei ein Zeichen, dass die Liebe neues Leben schaffe und der Anfang der Auferstehung sei.

Dekan Peter Berg zelebrierte das Hochamt beim St.-Martins-Fest.
Dekan Peter Berg zelebrierte das Hochamt beim St.-Martins-Fest. | Bild: Michael Gottstein

Er dankte allen, die am Patrozinium mitgewirkt hatten: Dem Kirchenchor St. Martin, den Spielern des Orchestervereins Bad Säckingen, dem Organisten Michael Asal (Todtmoos) und der musikalischen Leiterin Claudia Moser, die Christopher Tamblings Messe in G-Dur und dessen Halleluja sowie Pachelbels „Kanon“ aufführten.

Nach dem Gottesdienst brach die Gemeinde zu einer Prozession rund um die St.-Martins-Kirche auf.
Nach dem Gottesdienst brach die Gemeinde zu einer Prozession rund um die St.-Martins-Kirche auf. | Bild: Michael Gottstein

Die Musikvereine Obersäckingen und Harpolingen führten die Prozession an, und der Musikverein Harpolingen gab anschließend ein kleines Platzkonzert vor dem Kirchenportal.

Nach dem Gottesdienst brach die Gemeinde zu einer Prozession rund um die St.-Martins-Kirche auf.
Nach dem Gottesdienst brach die Gemeinde zu einer Prozession rund um die St.-Martins-Kirche auf. | Bild: Michael Gottstein

Danach gab es beim Martinibasar und dem Mittagessen im Pfarrsaal reichlich Gelegenheit zum Gedankenaustausch; auch für die Kinder hatten die Helfer ein Programm vorbereitet. Am Abend umrahmte der Musikverein Obersäckingen den Martiniplausch, bei dem zwei Sketche aufgeführt wurden und die Preise aus der Tombola auf ihre Gewinner warteten.