Für die Landkreise Lörrach und Waldshut-Tiengen wird noch in diesem Jahr am Standort Bad Säckingen eine „Ergänzende, unabhängige Teilhabeberatungsstelle“ (EUTB) eingerichtet werden. Dies erklärte Hubert Seiter, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Baden-Württemberg (LAG) in einem Gespräch, das am Dienstagnachmittag im Büro von Bürgermeister Alexander Guhl, zusammen mit Eberhard Wolf und dem Geschäftsführer der LAG Selbsthilfegruppe Frank Kissling, stattfand.

Dies entspricht den Vorgaben des Bundesteilhabegesetzes, das ab dem 1. Januar 2018 flächendenkend in Deutschland, unabhängige Beratungsstellen für Menschen mit Handikap vorschreibt, um Alternativen zur Werkstatt für behinderte Menschen (WfB) zu schaffen. Außerdem wird das sogenannte Budget für Arbeit eingeführt, das Arbeitgeber erhalten, wenn Sie einen Menschen mit Behinderung einstellen. Bürgermeister Alexander Guhl ist froh, dass sich das LAG für das Einrichten der Beratungsstelle, für Bad Säckingen als zentralen Standort zwischen Lörrach und Waldshut-Tiengen entschieden hat.

Nachdem Bad Säckingen mit der Schließung des Krankenhauses einen Tiefschlag erlitten hat, hat es mit dem Gesundheitscampus gesundheitspolitisch einen neuen Anfang gemacht, in welchem die Vernetzung von Leistungen auch für Behinderte stattfinden soll. Da jedoch die Errichtung dieses Campus im ehemaligen Krankenhaus noch mindestens zwei Jahre dauern wird, stellt die Stadt rollstuhlgerechte Räume im Marienhaus, zur Verfügung. Diese sind vom Rudolf-Eberle-Platz 11 (gegenüber dem Kursaal), erreichbar.

Wie der Geschäftsführer der LAG Frank Kissling erklärte, stellt der Dachverband von Selbsthilfevereinigungen behinderter und chronisch kranker Menschen und deren Angehöriger, Stuttgart, 120 Millionen Euro für die Einrichtung solcher Beratungsstellen, bis 2020 zur Verfügung. Aus diesem Topf wird auch die Beratungsstelle in Bad Säckingen, die mit drei Vollzeitstellen ausgestattet sein wird, samt der zu mietenden Räumlichkeiten, zu 90 Prozent gespeist. Die fehlenden zehn Prozent müssen durch Spenden abgedeckt werden. Die neue Beratungsstelle steht nicht in Konkurrenz zu bestehenden Selbsthilfegruppen, sondern sie strebt in Zusammenarbeit mit diesen, individuelle Lösungen an, um Menschen mit Handikap wieder die Teilhabe am Berufsleben zu ermöglichen.

Bei der Besichtigung der Räume im Marienhaus, die unter der Leitung der stellvertretender Heimleiterin, Saskia Schmid, stattfand, war man erfreut über die gute Ausstattung. „Der baldige Bezug der Räumlichkeiten durch die Beratungsstelle und deren Eröffnung hängt davon ab, wann sich geeignete Mitarbeiter hierfür bewerben und eingestellt werden können“, erklärte Geschäftsführer der LAG, Frank Kissling.

Bewerbungen zur Mitarbeit in der Beratungsstelle für Selbsthilfegruppen, die in Bad Säckingen im Marienhaus, mit drei Vollzeitmitarbeitern (auch aufteilbar in Teilzeitstellen) eingerichtet wird, können an Dachverband von Selbsthilfevereinigungen behinderter und chronisch kranker Menschen und deren Angehöriger, Kriegerstraße 3, 70191 Stuttgart, Telefon 0711/251181-0, per E-Mail (info@lag-selbsthilfe-bw.de) gerichtet werden.