Initiiert vom Kunstverein Hochrhein unter der Federführung von Frank van Veen und Stefanie Brand, erinnerten Künstler aus Deutschland und der Schweiz und gut 400 Musikfans in Bad Säckingen mit ihrem ganz persönlichen Woodstock an die drei Tage vom 15. bis zum 17. August 1969, welche als Sinnbild für eine ganze Generation in die Geschichte eingingen.

Electrified Soul aus Bad Säckingen überzeugten mit ihrem kräftigen Sound, wobei die Stimme von Alexi Camara immer wieder ein hörenswertes Highlight ist.
Electrified Soul aus Bad Säckingen überzeugten mit ihrem kräftigen Sound, wobei die Stimme von Alexi Camara immer wieder ein hörenswertes Highlight ist. | Bild: Maria Schlageter

Originalgetreu wie war auch das regnerische Wetter – zumindest am Beginn des Bad Säckinger Woodstock-Open-Airs. Doch mit den ersten rockigen Gitarrenriffs von „Shock Resistant“, die als erste von insgesamt sechs Acts auftraten, verzogen sich die tiefhängenden, dunklen Wolken und machten Platz für die Sonne. Die Bad Säckinger Band rund um Harmut Fricke an der Drums ließ mit ihren eigenen Songs und Covers, wie „Green River“ der Woodstock-Teilnehmer Creedenece Clearwater Revival, die Seele des friedvollen Rock‘n‘Roll auferstehen.

Sie eröffneten das Woodstock in klein im Berberich-Park: Shock Resistant aus Bad Säckingen hatte vor heimischem Publikum sichtlich Spaß auf der Bühne.
Sie eröffneten das Woodstock in klein im Berberich-Park: Shock Resistant aus Bad Säckingen hatte vor heimischem Publikum sichtlich Spaß auf der Bühne. | Bild: Maria Schlageter

Einen wesentlich ruhigeren und vor allem tiefgründigeren Ton schlug anschließend das Duo Tomsis an. Dahinter stecken Tom Rollbühler und seine Schwester „Sis“ Lea. Die zwei aufstrebenden Talente haben sich schon weit über ihre Heimatstadt Wehr hinaus einen Namen gemacht und überzeugten im Berberich-Park mit einem Auftritt, der ehrlich, emotional und nahbar war.

Klein und Groß begeisterten sich gleichermaßen für die Musik der vielen Bands. Im Hintergrund auf der Bühen zu sehen: Das Duo Tomsis aus Wehr.
Klein und Groß begeisterten sich gleichermaßen für die Musik der vielen Bands. Im Hintergrund auf der Bühen zu sehen: Das Duo Tomsis aus Wehr. | Bild: Maria Schlageter

In dieser Mischung zwischen energiegeladen und nachdenklich ging es den gesamten Abend Schlag auf Schlag weiter: Auf die ausgedehnten Gitarrensoli und einer Annäherung an den Blues der 1970er Jahre mit Electrified Soul aus Bad Säckingen, folgte der Berliner Solokünstler Cairn Mcbain, dem es allein mit seiner Stimme und seiner Gitarre gelang, seinem Publikum die Welt des Country und Folk zu eröffnen.

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Zur „Prime Time“ am Abend betraten die Musiker von Mr. Mojo aus Schaffhausen die Bühne, die mit einer vielseitigen Instrumentalbesetzung die Party so richtig in Schwung brachten. Zu ihnen gesellten sich schließlich die Künstler Asep Stone Experience und Freelancer Fabba aus Zürich, was in einem bunten Klang-Konglomerat endete.

Tanzen war Pflicht, immerhin erinnerte man an das legendäre Woodstock. Auf dem Bild zu sehen ist der Künstler Freelancer Fabba aus der Schweiz, der sowohl vor, als auch auf der Bühne eine gute Figur machte.
Tanzen war Pflicht, immerhin erinnerte man an das legendäre Woodstock. Auf dem Bild zu sehen ist der Künstler Freelancer Fabba aus der Schweiz, der sowohl vor, als auch auf der Bühne eine gute Figur machte. | Bild: Maria Schlageter

Und wer bis dahin vom Woodstock-Flair noch nicht ergriffen war, war es spätestens mit dem Auftritt der Schweizer Musiker. Den Abschluss machte zur späteren Stunde das Akustik-Duo Sommerwind, womit das Bad Säckinger Woodstock nach einem rockigen Start ein gefühlvolles Ende nahm.

Sie zogen ein positives Fazit trotz vieler Anstrengungen im Vorfeld: Kunstverein-Vorsitzender Frank van Veen und Stefanie Brand, die die Künstler gebucht hat.
Sie zogen ein positives Fazit trotz vieler Anstrengungen im Vorfeld: Kunstverein-Vorsitzender Frank van Veen und Stefanie Brand, die die Künstler gebucht hat. | Bild: Maria Schlageter

Somit schließt sich an dieser Stelle wieder der Kreis zu der Kleinstadt Bethel, wo das Woodstock, dem Mythos nach, ebenfalls einen friedlichen Verlauf nahm. Und wie das Festival vor 50 Jahren, wird die Bad Säckinger Ausgabe in dieser Form vermutlich auch eine einmalige Sache bleiben. Zumindest wenn es nach Frank van Veen geht. „Ich bin total froh, dass das Wetter gehalten hat und so viele Leute gekommen sind. Diesen Erfolg haben wir uns natürlich gewünscht. Aber es war auch eine Riesenaufwand, das will ich mir nicht nochmal antun.“

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